Der internationale Stahlmarkt ist geprägt durch einen Preiskampf, den maßgeblich Unternehmen aus dem asiatischen Raum verursacht haben. So ist China der größte und schnellst wachsende Stahlmarkt weltweit. Daher müssen sich deutsche Stahlunternehmen gegen die Billigkonkurrenz behaupten. Glaubt man den Broschüren der IT-Industrie, dann bergen neue Technologien im Zusammenspiel mit cloud-basierten Infrastrukturen und Big Data genau diese Möglichkeiten zur Entwicklung neuer Businesskonzepte.
Vielleicht so: Einem deutschen Anlagenbauer ist klar, dass er langfristig nicht gegen Anbieter aus den Billigproduktionsländern punkten kann und hinterfragt deshalb sein bisheriges Geschäftsmodell: Dabei wird das gesamte Unternehmen inklusive Strukturen, Prozessen und Einnahmequellen analysiert. Bei der abschließenden Betrachtung stellt sich heraus, dass das Unternehmen aufgrund seiner bereits gebauten und verkauften Kraftwerke über sehr viele Daten und Informationen verfügt, die bislang ungenutzt blieben. Die Idee: Durch fortlaufendes Monitoring dieser Bau- und Betriebsdaten entsteht ein Wissensvorsprung, der sich nutzen ließe. Die Verantwortlichen entwickelten daher ein Businessmodell, bei dem die Nutzung dieser Daten nicht nur einen wesentlichen Teil des Produkts ausmacht, sondern vor allem auch dessen Preis rechtfertigt. Das Unternehmen will zukünftig Kraftwerke anbieten, deren Betrieb bereits von der Inbetriebnahme und zu einem extrem frühen Zeitpunkt simuliert werden kann. In einer Branche, in der sich an jedem Tag, an dem ein Kraftwerk stillsteht, die Kosten summieren, ist das simulierte „Fahren“ der Anlage ein Alleinstellungsmerkmal.
Ein Unternehmen, dass sich mit dieser Aufgabenstellung auskennt ist die Sms Group aus Düsseldorf, ein mittelständisches Unternehmen, das spezielle Lösungen für die Simulation von Prozessen entwickelt. Es kann dem Anlagenhersteller bei der Erhebung und Nutzung seiner Daten helfen und gemeinsam mit ihm ein Konzept für deren Nutzung entwickeln. Der Anlagenbetreiber muss nun also mit einer geeigneten Software (beispielsweise Edpem von Eurodata) seine Prozesse kontrollieren und dokumentieren. Wichtig ist, dass zudem die Daten auch konsolidiert werden, dass sie also so optimiert werden, dass keine Brüche innerhalb der Prozesse entstehen. Auch hierfür gibt es heutzutage vielfältige Softwarelösungen, sogenannte Smart Services, die dafür sorgen, dass Daten identifiziert und synchronisiert werden können. Dieser Schritt ist elementar, denn er ist letztlich dafür verantwortlich, dass das Unternehmen und sein Geschäftsmodell zukünftig auf einer digitalen Ebene ablaufen können. Dieser Schritt ist es auch, der aus der traditionellen Struktur eine Industrie 4.0 Umgebung entstehen lässt.
Übertragen auf den Anlagenbauer bedeutet dies, dass er die Abläufe seiner Anlagen von der Konzeption über den Entwurf und Bau bis hin zur Inbetriebnahme überwachen kann. Die dabei erfassten Daten wertet er beispielweise monetär oder produktionstechnisch aus und entwickelt darauf basierend das Modell eines Kraftwerks. Wenn ein Kunde an ihn herantritt und sich für den Bau eines Kraftwerks interessiert, kann der Hersteller bereits zahlreiche Einblicke gewähren. Aber er kann noch mehr. Er kann die vom Kunden definierten Vorgaben einfließen lassen und diesem „sein Kraftwerk“ simulieren. Dank der erwähnten Simulationssoftware ist er sogar in der Lage den Betrieb dieses Kraftwerks detailgenau nachzuahmen. Dieses Szenario ist nicht nur zum Vorteil des Kunden, sondern sichert auch die Marktposition des Anlagenbauers – er hat einen Wissens- und Steuerungsvorsprung, den ihn so schnell kein anderes Unternehmen strittig machen kann.
1. Das Geschäftsmodell
2. Die Perspektive
3. Die Integration
4. Die Vernetzung
5. Das Ergebnis
((Quelle: eurodata))
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