Produktivität, Austausch und Bindung im Homeoffice

In gesundem Einklang

Unter dem Stichwort „Arbeiten 4.0“ wird das Homeoffice ein ganz wichtiger Teilaspekt der neuen Arbeitswelt, weiß Axel Denk, Geschäftsführer der Denk IT GmbH. Eine Herausforderung bestehe dabei darin, Produktivität, sozialen Austausch und die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen in einen gesunden Einklang zu bringen.

Axel Denk, Geschäftsführer der Denk IT GmbH

„Videokonferenzen genießen mittlerweile einen extrem hohen Stellenwert“, weiß Axel Denk von der Denk IT GmbH.

ITM: Herr Denk, die Pandemie hält weiter an – so auch das Arbeiten im Home-Office. Wie gestaltet sich die Situation derzeit konkret in mittelständischen Unternehmen?
Axel Denk:
Viele Betriebe haben auf die veränderten Rahmenbedingungen reagiert, technisch aufgerüstet und hohe Investitionen getätigt. Homeoffice- und New-Work-Modelle werden zunehmend als Chance gesehen. Voraussetzung dafür ist, dass organisatorische und betriebliche Strukturen entsprechend dem Digitalisierungsfortschritt des mittelständischen Unternehmens angepasst werden. Eine Herausforderung besteht dabei darin, Produktivität, sozialen Austausch und die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen in einen gesunden Einklang zu bringen. Unter dem Stichwort „Arbeiten 4.0“ wird das Homeoffice ein ganz wichtiger Teilaspekt der neuen Arbeitswelt. Ein bedeutendes To-do besteht momentan darin, Sicherheitskonzepte nachzuziehen, da diese im ersten Schritt unmittelbar mit Beginn der Pandemie und der Notwendigkeit für Homeoffice in den meisten Fällen nicht berücksichtigt wurden.

ITM: In vielen großen Konzernen war hybrides Arbeiten auch schon vor Corona Normalität – warum tut sich der Mittelstand hier generell schwerer?
Denk:
Ein Hemmnis war bisher sehr häufig der erhöhte Investitionsaufwand zur Erneuerung bzw. Umstellung der IT-Landschaft. Fehlende Ressourcen aus monetärer Hinsicht, aber auch eingeschränkte Human Resources, haben den Mittelstand zum Teil ausgebremst. Hinzu kommen möglicherweise auch fehlendes Know-how und die fehlende Bereitschaft, diesen neuen Schritt zu gehen. Sicherheitskonzepte müssen darüber hinaus häufig erst noch implementiert werden. Größere Konzerne sind hier logischerweise weit voraus.

ITM: Welche Unified-Communications-and-Collaboration-Lösungen (UCC) haben sich in den letzten Monaten als Retter in der Not erwiesen? Was waren/sind die wichtigsten Home-Office-Anwendungen?
Denk:
Wir haben ganz klar eine verstärkte Nachfrage bei Microsoft Teams und Office 365 festgestellt. Aber auch VPN- sowie Desktop-Virtualisierungslösungen wie Citrix und RDS waren enorm gefragt.

ITM: Welche Rolle spielt hier die Cloud-Telefonie?
Denk:
Die Cloud-Telefonie war und ist essenzieller Bestandteil und wichtigster Punkt der Umstellung zum hybriden Arbeiten. Ohne sie wäre die Tätigkeit vom Homeoffice aus deutlich schlechter zu realisieren.

ITM: Worin sehen Sie die Vorteile etwa im Vergleich zur Rufumleitung auf Mobiltelefone im Home-Office?
Denk:
Alle Mitarbeiter profitieren von einem einheitlichen Rufnummernblock. Angestellte müssen ihre privaten Endgeräte nicht benutzen. Hinzu kommt, dass nicht jeder Mitarbeiter ein Firmenhandy besitzt oder nutzen kann. Ein zusätzlicher Aspekt ist die bessere Ergonomie durch eine professionelle Peripherie wie beispielsweise Headsets.

ITM: Wie hat sich der Stellenwert von Videokonferenzen in mittelständischen Unternehmen gewandelt?
Denk:
Videokonferenzen genießen mittlerweile einen extrem hohen Stellenwert. Meetings mit physischer Anwesenheit waren sehr lange nicht realisierbar, die Möglichkeit dazu ist immer noch stark eingeschränkt. Videokonferenzen sind zudem eine wichtige Säule, um einen persönlichen Bezug zu Kunden, Partnern und Lieferanten herzustellen. Virtuelle Termine bringen außerdem ein enormes Sparpotenzial, weil Reisekosten und Fahrzeiten wegfallen.

ITM: Was macht eine gute Videokonferenzlösung aus?
Denk:
Eine gute und ausgereifte Videokonferenzlösung erkennt man an deren intuitiver Bedienbarkeit. Diese lässt sich ohne großen Aufwand in vorhandene Strukturen und Programme integrieren. Darüber hinaus sollte sie ein flexibles Preissystem bieten.

ITM: Mit welchem Aufwand ist oftmals die Installation und Konfiguration entsprechender Tools verbunden?
Denk:
Gute und effiziente Tools im Bereich von Videokonferenzlösungen zeichnen sich durch geringe Installations- und Konfigurationskosten aus. Generell sollte man vor der Anschaffung auf die Kosten im Schulungs- und Einarbeitungsbereich achten, hier können versteckte Fallen lauern.

ITM: Wie schätzen Sie die zukünftigen Chancen des Hybrid-Office im Mittelstand ein?
Denk:
Am Hybrid-Office wird in Zukunft kein Weg dran vorbeiführen. Dieses ist elementar, um speziell junge Mitarbeiter anzuwerben und langfristig zu binden. Das Hybrid-Office wird als wichtiger Wettbewerbsvorteil fungieren und dazu beitragen, dass auch Mittelständler den Anschluss an dynamische Märkte halten können.

ITM: Inwieweit wird es zukünftig überhaupt noch feste Arbeitsplätze mit Tischtelefonen geben?
Denk:
Diese Entwicklung ist branchenspezifisch und hängt stark von der Mitarbeiterstruktur eines Unternehmens ab. Klar ist aber: Klassische Tischtelefone werden kurz- bis mittelfristig abgelöst. Das spart Kosten. Die Cloud-Telefonie wird sowohl bei festen als auch bei flexiblen Arbeitsplätzen Einzug halten.

Bildquelle: Denk IT

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