Mit der richtigen Strategie lassen sich die speziellen Vorteile von Public und Private Cloud ideal kombinieren.
1. Strategisch planen
Effiziente, reibungslose Geschäftsprozesse bilden die Grundlage für den Unternehmenserfolg. Der Ausfall oder die mangelnde Verfügbarkeit von IT-Services resultieren heute, mehr denn je, in hohen Kosten und können im Extremfall die Existenz bedrohen. Die Abkehr von eigenen Rechenzentren befreit Unternehmen jedoch nicht von der Verantwortung, die Betriebssicherheit ihrer Applikationen zu gewährleisten. Dafür sollten im ersten Schritt die grundlegende Analyse und Klassifizierung aller Geschäftsprozesse und Datenbestände erfolgen. Auf dieser Basis können Unternehmen das passende Cloud-Modell (Private, Public oder Hybrid) wählen sowie notwendige Anforderungen definieren.
2. Transparenz schaffen
Die Nutzung einer Public-Cloud-Lösung erscheint häufig unkompliziert und mit nur geringen Kosten verbunden. In vielen Unternehmen führt dies jedoch dazu, dass einzelne Fachabteilungen Cloud-Services diverser Anbieter dezentral bestellen. Die Folge: eine IT-Abteilung, die weder Kenntnis noch Kontrolle über die eingesetzten Cloud-Lösungen hat, zeitgleich jedoch die Verantwortung für IT-Sicherheit und -Management, Compliance und Governance des Unternehmens trägt. Abhilfe schaffen zentrale Beschaffungs- und Genehmigungsprozesse sowie ein unternehmensweites Regelwerk (Cloud Policy) zum Umgang mit Cloud-Services.
3. Kosten im Blick behalten
Die Vielzahl an Cloud-Anbietern und -Angeboten im Markt stellt für viele Unternehmen eine kaufmännische Herausforderung dar. Zum einen müssen unterschiedliche Preismodelle, Einkaufs- und Abrechnungsprozesse sowie Produkt- und Leistungsportfolios betrachtet und bewertet werden. Darüber hinaus lässt sich die bei Cloud-Lösungen vorherrschende nutzungsbasierte Abrechnung nicht in traditionellen Budget- und Kostenplanungen abbilden. Private Clouds bieten meist größere Planungssicherheit. Hingegen können Public-Cloud-Services bei Unternehmenserfolg flexibel nach oben skaliert werden – dies führt jedoch zu einer Überschreitung der geplanten Kosten. Das gewählte Cloud-Modell beeinflusst somit maßgeblich das Risiko einer budgetären Fehlplanung.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 9/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
4. (Daten-)Sicherheit gewährleisten
Je nach Anbieter kann der Einsatz von Public-Cloud-Lösungen für Unternehmen mit zahlreichen datenschutzrechtlichen Stolpersteinen verbunden sein. Regulierungen, wie beispielsweise die DSGVO, schreiben vor, wie Daten verarbeitet, gespeichert und gesichert werden müssen. Für die IT-Entscheider von Unternehmen bedeutet dies, dass sie nicht nur ihre technischen, sondern auch rechtlichen Anforderungen mit den Sicherheits- und Datenschutzzusagen der Cloud-Anbieter abgleichen müssen.
5. Komplexität managen
Nicht nur die Implementierung, auch der Betrieb einer dezentralen IT-Infrastruktur ist anspruchsvoll – zahlreiche, geografisch verteilte Komponenten müssen netzwerkseitig nahtlos integriert werden. Umso wichtiger ist es, dass traditionelle Abteilungsstrukturen zugunsten einer übergreifenden Zusammenarbeit von Netzwerk-, IT-Infrastruktur- und Applikations-Teams aufgebrochen werden.
Fazit
Für die erfolgreiche Umsetzung zukunftsträchtiger Geschäftsmodelle und -prozesse auf Basis einer hybriden Cloud-Umgebung empfiehlt es sich, diese Faktoren vorab in die strategische Planung einzubeziehen. Nur dann können die Potenziale von Public und Private Cloud bestmöglich sowie Compliance-konform ausgeschöpft werden – und Unternehmen sich zukunftssicher aufstellen!
* der Autor ist Business Development Manager bei Interxion
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