So wie einst die Dampfmaschine kann auch Künstliche Intelligenz die Welt verändern.
Der weltweite Markt für KI wird Schätzungen zufolge von 142,3 Mrd. US-Dollar im Jahr 2022 auf 1,8 Bio. US-Dollar – oder das 17-fache Vermögen von Bill Gates – im Jahr 2030 wachsen. „Es ist schwer zu sagen, worauf KI keinen Einfluss haben wird“, sagte Judith Simon, Professorin für Ethik in der Informationstechnologie an der Universität Hamburg, im März in einem Gespräch mit Deutsche Welle. In einer Studie der Investmentbank Goldman Sachs heißt es zum Einfluss von KI auf die Arbeitswelt: „Anhand von Daten zu beruflichen Aufgaben in den USA und Europa stellen wir fest, dass etwa zwei Drittel der derzeitigen Arbeitsplätze einem gewissen Grad an KI-Automatisierung ausgesetzt sind, und dass generative KI bis zu einem Viertel der derzeitigen Arbeit ersetzen könnte.” Der Vergleich mit der Dampfmaschine ist also gar nicht so abwegig. Diese Zahlen führen leider oft zu Verunsicherung oder gar Angst. Befeuert wird dies durch Schlagzeilen wie „Millionen Jobs in Gefahr. Der große Branchen-Check: Diese Berufe werden wegfallen“. Wer klickt da nicht und prüft kurz, ob der eigene Arbeitsplatz gefährdet ist?
Bis zum Jahr 2060 wird das Erwerbspersonenpotenzial in Deutschland, nach einer Projektion des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), um 11,7 Prozent von 45,7 Millionen auf 40,4 Millionen schrumpfen. Dieser Rückgang der Arbeitskraft könne weder durch die steigende Erwerbsquote noch durch Zuwanderung ausgeglichen werden, so Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs. KI und die damit einhergehende Effizienzsteigerung können diesen Rückgang jedoch auffangen. Microsoft stellte beispielsweise im Rahmen des jährlichen Work Trend Index Reports fest, dass bereits heute 64 Prozent der Angestellten nicht genug Zeit und Energie haben, ihre Arbeit „richtig“ zu erledigen. Das größte Problem dabei stellen die unzähligen E-Mails, Chats und Meetings dar, die mittlerweile über die Hälfte unserer Arbeitszeit ausmachen. Dieses Phänomen nennt man übrigens „Digital Debt“, also ein wachsender Berg an digitaler Kommunikation, den wir täglich mit uns herumtragen. Eine Technologie, wie z.B. von Tucan.ai, welche uns dabei hilft diesen Berg zu bearbeiten, setzt enormes Produktivitätspotenzial frei – Potenzial, das wir dringend für kreative oder strategische Aufgaben benötigen.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Eine aktuelle Studie von Shakked Noy und Whitney Zhang zeigt, dass der Einsatz von KI bei Schreibaufgaben (im Experiment arbeiteten die Probanden mit ChatGPT) nicht nur den Zeitaufwand reduziert, sondern auch die Arbeitsqualität erhöht. Gleichzeitig konnten gering qualifiziertere Personen bessere Ergebnisse erzielen. Letzteres bedeutet auch, dass KI neue Jobs und persönliche Perspektiven schaffen kann. Vor allem Unternehmen, die bereits Vorreiter beim Einsatz von KI sind, wollen in naher Zukunft neue Geschäftsfelder aufbauen. Hier entstehen Jobs, deren Profile wir heutzutage noch gar nicht kennen.
Wir sollten KI als Türöffner sehen, um unsere Arbeitsweise zu optimieren, neue Lebens- und Arbeitsmodelle zu schaffen und uns auf das zu konzentrieren, was uns als Menschen ausmacht. Technologischer Fortschritt bietet Gelegenheiten. Die Dampfmaschine hat die Welt verändert und KI hat das Potenzial, dies erneut zu tun. Wir haben die Chance, diese Zukunft aktiv zu gestalten.
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