„Die entscheidende Frage lautet: Wollen oder sollen Kunden weiterhin selbst ihre Infrastruktur managen?“, so Heinrich Zetlmayer.
Verfolgt man die Flut von technischen Neuerungen alleine bei den Hyperscalern, kombiniert mit dem Druck in digitaleren Geschäftsprozessen mitzuhalten, muss man konstatieren: IT ist komplexer geworden. Während der deutsche Mittelstand in den letzten Jahren vor allem seine unterstützenden Prozesse durch ERP, CRM und Co. digitalisiert hat, sind nun die wertschöpfenden Kernprozesse an der Reihe. Nicht nur in der Enterprise-IT nimmt der Anspruch zu, auch die Komplexität der Product-IT steigt permanent. Unternehmen müssen entscheiden, wo sie ihre begrenzten IT-Ressourcen zukünftig investieren wollen – ein Kampf auf beiden Fronten ist langfristig zum Scheitern verurteilt.
Die Frage lautet daher: Wollen oder sollen Kunden weiterhin selbst ihre Infrastruktur managen? Die klugen Köpfe in der IT werden zunehmend für die Weiterentwicklung der Product-IT gebraucht. Aus Kapitalmarktsicht kann es nicht sinnvoll sein, Ressourcen und Kapital mit Themen zu binden, die nicht direkt in die Transformation einzahlen. Zwar sind auch die Enterprise-IT-Workloads durchaus missionskritisch, die Wertschöpfung passiert allerdings klar bei den Product-IT-Workloads. Zugleich wäre es ein Risiko, die Enterprise-IT auf Sparflamme zu betreiben. Sicherheitslücken würden entstehen und der reibungslose Betriebsablauf wäre gefährdet. Anderseits würden die Chancen neuer Technologien ungenutzt bleiben, weil die Ressourcen zur Einarbeitung fehlen.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
McKinsey hat in einer Studie untersucht, dass Unternehmen, die frühzeitig in KI investieren, ihren Cashflow verdoppeln können, während die Nachzügler mit einem Rückgang um bis zu 20 Prozent rechnen müssen. Für Mittelständler ist deshalb die Bündelung der eigenen Kräfte kombiniert mit den Kräften starker Partner die einzig wirkliche Strategie. Public-Cloud-Infrastrukturen erlauben es, technische Digitalisierungsplattformen zu schaffen, die zukunftsfähig sind und viele Funktionalitäten bereitstellen für digitalere Prozesse. Man nutzt damit die Innovationskraft der Public-Cloud-Unternehmen mit. Dies, kombiniert mit einer Transformation und Nutzung der vorhandenen Infrastruktur, sorgt für ein optimales Ergebnis.
Bei der Wahl des Partners empfiehlt es sich, auch dessen eigene strategische Entwicklung im Blick zu haben. Mit dem Partner kann dann auch die eigene Entwicklermannschaft in Bereichen wie DevOps oder Cloud-nativer Entwicklung fit gemacht und ergänzt werden, wodurch die neuen Technologien und Ansätze für die Weiterentwicklung des Produkts umgesetzt werden können und das nötige Digitalisierungstempo erzielt wird.
Abschließend lässt sich sagen, dass Unternehmen ihre Kräfte in der IT fokussieren müssen. Enterprise-IT kann und sollte ausgelagert und transformiert werden. Dies schafft nicht nur dringend benötigte Freiräume, sondern ermöglicht auch eine stabile Infrastruktur, auf die die Product-IT in der weiteren Digitalisierung angewiesen ist.
Bildquelle: Skaylink