Mobile Kommunikation

„Jeder Vierte arbeitet bereits hybrid“

Warum es im Mittelstand heute mehr denn je auf eine reibungslose mobile Kommunikation ankommt, erläutert Tobias Stepan, Gründer und Geschäftsführer bei Teamwire, im Interview.

Mobile Kommunikation

Tobias Stepan: „Studien belegen, dass weniger als zehn Prozent der Beschäftigten täglich ins Büro kommen wollen.“

ITM: Herr Stepan, wie wird sich die digitale Kommunikation in deutschen Unternehmen aus dem Mittelstand anno 2023 verändern?
Stepan: Im Mittelstand wird sich das hybride Arbeiten – da, wo möglich – weiter durchsetzen, nicht zuletzt, um Fachkräfte zu halten. Studien belegen, dass weniger als zehn Prozent der Beschäftigten täglich ins Büro kommen wollen. Mehr als jede vierte Bürofachkraft arbeitet bereits hybrid. Mit diesem Arbeitsmodell verbunden ist eine vermehrt mobile Kommunikation zwischen Teams vor Ort und den Arbeitskräften, die von zu Hause aus oder von unterwegs tätig sind. Für mittelständische Unternehmen ist es also ratsam, sich in Sachen „Kommunikation“ entsprechend aufzustellen: Dazu gehört nicht nur, dass eine Kommunikationslösung auf jedwedem Endgerät gleichermaßen komfortabel nutzbar sein muss, sondern auch, dass sich der Informationsfluss über alle Mitarbeiter hinweg ständig aufrechterhalten lässt.

ITM: Was ist zu tun, wenn z.B. die Lizenz einer Kommunikationslösung ausläuft?
Stepan: Wenn die Lizenz der aktuellen Kommunikationslösung ausläuft, wie es z.B. die letzten On-Premises-Lizenzen von Skype-for-Business zum Ende 2024 tun, oder wenn kostenfreie Versionen kostenpflichtig werden, wie die Teams-Version für Mittelständler am 1. Mai 2023, besteht Handlungsbedarf für mittelständische Unternehmen. Dabei sollte der Übergang zur neuen Lösung so bequem wie möglich erfolgen – vom Rollout über die Nutzerverwaltung bis hin zur intuitiven Bedienbarkeit. Heutzutage erwarten Mitarbeiter viel mehr von einem Tool, wollen es für eine breite Palette von Anwendungsfällen nutzen und fordern damit erweiterte Funktionen für ihre spezifischen Kommunikationsaufgaben. Natürlich dürfen Entscheider dabei nicht die erforderlichen Datenschutz- und Sicherheitsaspekte vergessen: individuelle und sichere Hosting-Möglichkeiten wie deutsche Cloud oder On-Premises, die garantierte Datenhoheit und die Wahrung von Betroffenenrechten sowie ein professionelles Zugriffsmanagement á la Zero Trust.

ITM: In diesem Kontext relevant ist sicher auch eine laufende Wettbewerbsbeschwerde gegen Microsoft. Worum geht es dabei konkret und wie lautet Ihr Standpunkt?
Stepan: Die EU-Kommission untersucht derzeit die Bündelung der Kommunikationslösung Teams mit dem Office-365-Paket von Microsoft. Durch die Bündelung haben viele Office-Kunden Teams ohne Aufpreis und als zusätzliche Komponente ihres Software-Pakets erhalten. Das kann den Zugang von Microsoft zu Kunden und den Vertrieb erheblich vereinfachen, aber auch den Wettbewerb beschränken. Die Untersuchungen gehen angeblich auf die Beschwerde eines Wettbewerbers von Microsoft zurück, der in dieser Bündelung einen Missbrauch der Marktmacht sieht. Es handelt sich also um ein mögliches Verfahren wegen unlauteren Wettbewerbs. Aus unserer Sicht als deutscher Software-Anbieter sind solche Bündelungen tatsächlich ein problematisches Thema. Als Teams auf den Markt kam und zusammen mit Office 365 angeboten wurde, war es für uns nicht möglich, damit wirklich zu konkurrieren. Zahlreiche Kunden meinten damals zu uns, sie würden Teams durch die Bündelung kostenlos dazubekommen. Viele von ihnen, insbesondere im Mittelstand, haben nicht mal mehr alternative Lösungen evaluiert. Ohne eine solche Bündelung wäre der Markt wahrscheinlich von mehr innovativen Produkten, branchenfokussierten Lösungen und kundenspezifischen Entwicklungen geprägt.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

ITM: Welche technologischen Entwicklungen müssen mittelständische Unternehmen im Auge behalten, um ihre Kommunikation effizienter und zukunftsfähig zu gestalten?
Stepan: Chatbots und Conversational-AI-Agenten spielen in der Kommunikation vermehrt eine Rolle – und das nicht erst seit dem Vormarsch von generativen KI-Tools wie ChatGPT. Sie entwickeln sich zu virtuellen Assistenten für zahlreiche Anwendungsfälle – ob Kundenkommunikation, Buchungen und Bestellungen oder andere automatisiert durchführbare Aufgaben. Das wiederum beeinflusst die Art der Kommunikation in Unternehmen und damit die Anforderungen an unterstützende Tools. 

Bildquelle: Teamwire

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