Kältererzeugungsverfahren Stulz Cyberblue
Chemische Kältemittel stehen aufgrund ihrer schlechten Umweltverträglichkeit bereits seit Längerem in der Kritik. Eine weltweit einzigartige Technologie soll den Einsatz von Umwelt belastenden Kältemedien bei der Kühlung von Rechenzentren jetzt überflüssig machen. Grundlage der neuen Technik ist die Direktverdampfung von Wasser mittels eines magnetgelagerten Turboverdichters aus hochfestem Material.
Im Unterschied zu offenen Klimatisierungssystemen auf Basis von Wasserverdunstung bildet Cyberblue den für die Kälteerzeugung zuständigen Carnot-Kreisprozess vollständig in einem geschlossenen Kältekreislauf ab. Durch die Turboverdichtung im Unterdruckverfahren müssen laut Anbieter keine chemischen Kältemittel mehr im Kältekreislauf eingesetzt werden. Damit sollen auch potentielle Gefährdungen für Umwelt und Gesundheit entfallen, die durch den Umgang mit solchen Arbeitsstoffen entstehen können. Geräte der Cyberblue-Serie sollen künftig über die neue Technologie verfügen und eine Kälteleistung von je 45 kW liefern.
Grob-Vakuum erhöht die Betriebssicherheit
Neben dem Verzicht auf chemische Kältemittel bietet die Klimatisierungslösung im Rechenzentrumsbetrieb eine ganze Reihe weiterer Vorteile. So wird beispielsweise die Gefahr von Leckagen technisch minimiert, da der Kälteerzeugungsprozess in einem Rohrleitungssystem mit Grob-Vakuum stattfindet, heißt es. Auch in puncto Energieverbrauch werden laut Anbieter neue Maßstäbe gesetzt: Das Verfahren macht sich die Wärmeträgereigenschaften von Wasser gezielt zunutze und erreicht so thermodynamische Wirkungsgrade, die über der Energieeffizienz herkömmlicher Lösungen liegen.
Darüber hinaus weist das neue Cyberblue-System durch Reduktion der Kältekomponenten insgesamt geringe Übertragungsverluste auf, denn es werden keine zusätzlichen Pumpen und Ventile benötigt. Die Kälteleistung wird direkt über teillastgeregelte Verdichterräder gesteuert. Jede Anlage verfügt dabei über drei modulare Kälteerzeuger. Um den Energieverbrauch zu optimieren, schalten sich diese je nach benötigter Klimatisierungsleistung einzeln zu. Auch eine Freikühlfunktion ist standardmäßig integriert. Aktuell befinden sich mehrere Cyberblue-Präzisionsklimasysteme im Live-Einsatz zweier namhafter Rechenzentrumsdienstleister. Die Verfügbarkeit der neuen Geräte wird nach Abschluss der Testphase bekannt gegeben.
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Bildquelle: Stulz GmbH