Flüssigkeitskühlung

Kaum Alternativen in naher Zukunft

Was braucht es, damit die Kühlung von Rechenzentren reibungslos funktioniert? Die Antwort gibt Mustafa Karabuz, Vice President und General Manager bei Nvent Schroff, im Kommentar.

Mustafa Karabuz, Nvent

Neben seinem Tagesgeschäft setzt sich Mustafa Karabuz für die Nachwuchsförderung und die Digitalisierung in seinem Unternehmen ein.

16 Milliarden Kilowattstunden – so viel Energie haben deutsche Rechenzentren allein im Jahr 2020 verbraucht. Der dabei wohl größte Energiefresser ist die Kühlung der Hardware. Die Energiekrise betrifft auch die Betreiber von Rechenzentren: Die steigenden Energiekosten drängen zum Sparen und zu neuen Lösungen. Gleichzeitig hat sich die Datenmenge in den vergangenen zwölf Jahren verzehnfacht. Die Konsequenz: eine immer höhere Prozessorperformanz und -dichte sowie zunehmende Vernetzung.

Der vermehrte Datenkonsum durch Cloud-Dienste, Streaming und Homeoffice hat direkte Auswirkungen auf den Energiebedarf: Rechenzentren verbrauchen 60 Prozent mehr Energie seit 2010. Die Betreiber von Rechenzentren stehen somit vor der Herausforderung, wie gleichzeitig Einsparungen trotz steigender Nachfrage gelingen können.

Liquid Cooling als Zukunftstechnologie

Flüssigkeitskühlungen sind der effizienteste und sicherste Weg, missionskritische Elektronik zu kühlen, denn die Kühlung erfolgt direkt dort, wo die Wärme entsteht. Ein weiterer Vorteil: Mit Blick auf sein Volumen hat Wasser eine 3.500-mal höhere Wärmeleitfähigkeit als Luft. Langfristig sorgt die Flüssigkeitskühlung für eine verbesserte Leistung und eine optimierte Kapazität. Zu Flüssigkeitskühlung wird es deshalb in naher Zukunft kaum Alternativen geben.

Da es verschiedene Arten der Flüssigkeitskühlung gibt, muss je nach Bedarf und Möglichkeiten abgewogen werden, welche die passendste Lösung für ein Unternehmen ist. Elegante Nebeneffekte sind Lärmreduzierung und ein verbesserter Schutz der Elektronik in einem versiegelten Gehäuse auch im Bereich von Edge. Die Unabhängigkeit von Klimaanlagen sowie Ventilatoren und der tatsächlich reduzierte Bedarf an gekühltem Wasser macht Liquid Cooling zu einer energieeffizienten Zukunftstechnologie.

Das passende Kühlmittel wählen

Die Wahl des richtigen Kühlmittels ist entscheidend. Bei der immersiven Kühlung wird zwischen Flüssigkeiten auf Kohlenwasserstoffbasis und Fluorkohlenwasserstoffbasis unterschieden. Während kohlenwasserstoffbasierte Flüssigkeiten aufgrund ihrer ölartigen Beschaffenheit nicht so schnell verdampfen, müssen alkoholähnliche fluorkohlenwasserstoffbasierte Flüssigkeiten häufiger ausgetauscht werden. Betreiber von Rechenzentren sollten die Entscheidung für das richtige Kühlmittel von der bestehenden Infrastruktur abhängig machen. Eine kompetente Beratung kann dabei eine entscheidende Unterstützung sein. Für die Planung eines geeigneten Kühlkonzepts braucht es einen erfahrenen Partner, um die Spezifikationen der Infrastruktur zu erkennen und die notwendigen bedarfsgerechten Lösungen zu finden.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 12/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Viele Server- und IT-Technologien der neuen Generation sind bereits auf Flüssigkeitskühlsysteme ausgelegt. Dementsprechend richten immer mehr neue Rechenzentren ihre Infrastrukturen vollständig auf solchen Zukunftstechnologien aus. Die Nutzung von Flüssigkeitskühlung zeigt: Der Energieverbrauch eines Rechenzentrums lässt sich mit dem richtigen Kühlkonzept verringern. Aber es geht nicht nur um Kosten und Datensicherheit. Weniger Energieverbrauch bedeutet auch weniger Emissionen. Insofern ist Liquid Cooling auch ein Beitrag zum Energiesparen und für die Nachhaltigkeit.

Bildquelle: Nvent

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