Benjamin Springubs Appell an alle Mittelständler lautet: „Haben Sie keine Angst vor geschenktem Geld! Nehmen Sie es und investieren Sie so in Ihre Zukunftsfähigkeit!“
Dass der digitale Wandel kontinuierlich Anpassungen nötig macht, ist den Unternehmensverantwortlichen im Land eigentlich klar – aber Digitalisierungsprojekte lassen sich nicht zum Nulltarif umsetzen. Mit ein paar 1.000 Euro für digitales Customizing ist es nur selten getan. Viel häufiger müssen für das Entwickeln von individuellen Lösungen 100.000 Euro in die Hand genommen werden. Kein Wunder, dass viele Entscheider da angesichts einer mehr als schwierigen Konjunkturlage zurückhaltend sind. Was sie dabei außer Acht lassen, ist das Thema „öffentliche Förderungen“.
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist die öffentliche Hand besonders freigiebig, denn Bund und Länder wollen die Wirtschaft stabil halten. Hinzu kommen die intensiver werdenden nationalen Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit, für die klare Anreize gesetzt werden müssen. Als Konsequenz davon listet die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz derzeit rund 2.500 Förderprogramme auf. Dass dennoch nur etwa 18 Prozent der Unternehmen im Mittelstand Fördergelder für Digitalisierungsvorhaben in Anspruch nehmen, hat im Wesentlichen vier Gründe bzw. Vorurteile.
Uninformiertheit: Die meisten Mittelständler wissen schlicht nicht, dass und in welchem Umfang Digitalisierungsprojekte gefördert werden.
Fehlender Überblick: Die riesige Zahl an Fördermöglichkeiten schreckt ab. Man befürchtet, nicht „durchzusteigen“.
Zu viel Bürokratie: Viele Unternehmen glauben, dass der zur Bewältigung der bürokratischen Hürden erforderliche Arbeitsaufwand in keinem Verhältnis zum möglichen Benefit steht.
Stolz: Das Beantragen von Fördergeldern wird mit dem Eingeständnis von Hilfsbedürftigkeit gleichgesetzt.
Alle diese Gründe sind nicht stichhaltig. Gegen Uninformiertheit hilft schon ein kurzer Blick ins Internet und fehlender Überblick ist schlicht ein Beratungsdefizit. Wir haben deshalb z.B. mit der Initiative „Schubkraft“ ein umfassendes Beratungs- und Hilfsprogramm aufgelegt, über das jedes interessierte Unternehmen weitreichende Unterstützung erhält.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 4/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Bürokratie ist im Zusammenhang mit Fördergeldbeantragung zwar tatsächlich ein Thema, die Dimension wird aber stark überschätzt. Bleibt noch der Stolz – dieser Grund ist der irrationalste von allen. Das Nutzen von Fördergeldern ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein strategisch äußerst starker Schachzug: Wer die öffentliche Hand an seinen Digitalisierungskosten beteiligt, ohne dies wirklich nötig zu haben, kann auf denkbar günstige Weise seine Wettbewerbsposition verbessern.
Bildquelle: Telekom