Grünstrom für Rechenzentren

Kontroverse Diskussion zur Energiewende

Der Digitalverband SIBB e.V. lud zum Forum „Energy; Networks; Utilities & Resilience“ hochkarätige Referenten ein, um über die Zukunft der Energieversorgung zu reden.

  • Notebook und Modell Windkraft

    Green IT benötigt erneuerbare Energien

  • SIBB-Referent Thorsten Kramer

    SIBB-Referent Thorsten Kramer

In der Nähe des Potsdamer Platzes stellte Thorsten Kramer, Vorstandsvorsitzender der LEAG, die GigawattFactory vor und präsentierte den aktuellen Stand der Entwicklung. Es ist ein Leuchtturmprojekt der deutschen Energiewende. Vor wenigen Tagen wurde in diesem Zusammenhang die größte schwimmende Photovoltaikanlage auf dem Cottbuser Ostsee eingeweiht. Bis 2030 soll in der Lausitz die GigawattFactory entstehen.

Der wachsende Strombedarf für hochmoderne IT-Anwendungen wie KI und Cloud entsteht in den Rechenzentren, die immer zahlreicher und größer werden. In Berlin und Brandenburg boomt diese Branche. Welche entscheidende Bedeutung sie jedoch haben, betonte Günter Eggers, Director Public von NTT Global Data Centers EMEA: “Die Rechenzentren sind das Fundament der Digitalisierung!”.

Unterbrechungsfreie Versorgung mit Grünstrom

Die Diskussion zeigte, dass Energiewende, Digitalwirtschaft und die Rechenzentren immer enger miteinander verknüpft sein werden: Für die Erzeuger von Grünstrom werden digitale Prozesse und Datenströme aus den Rechenzentren eine entscheidende Rolle bei der KI-gestützten Bedarfsprognose, Netzsteuerung, Einspeisung und Vermarktung spielen.

Die Betreiber der Rechenzentren fragten Thorsten Kramer, wie die unterbrechungsfreie 24x7 Versorgung mit Grünstrom gewährleistet wird. Kramer ist sich dieser Herausforderung bewusst. Die BigBatteries der LEAG sind ein wichtiger Baustein für die Netzstabilität, wie sie z.B. in der Lausitz schon seit 2020 in Betrieb sind. Der Ausbau geht voran: die BigBattery Oberlausitz in Boxberg ist der nächste Meilenstein und weitere, deutlich größere werden folgen.

Daniel Jan-Girl, der Vorsitzende von Global Goals Berlin, stellte das Nachhaltigkeits-Projekt „EXPO 2035 – Ganz Berlin ist eine Weltausstellung“ engagiert vor. Das Ziel ist, dass Berlin im Jahr 2035 alle siebzehn Sustainable Development Goals (SDG) der UN erreicht hat und sich innerhalb der ersten nachhaltigen Expo präsentiert.

Lokale Nachhaltigkeitsprojekte und Einzelinitiativen

Die Transformation in der Stadt im Rahmen der Global Goals Berlin soll im Wesentlichen durch viele lokale Nachhaltigkeitsprojekte und Einzelinitiativen vorangetrieben werden, während die GigawattFactory dazu vergleichsweise mehrere Großprojekte in der Fläche unter einem Dach vereint. Bei den Hürden, die im Wege stehen, waren sich alle Referenten in einem Punkt einig: Zu viel Bürokratie, viel zu lange Genehmigungsprozesse und immer noch mangelnder Fortschritt in der digitalen Verwaltung hemmen die Entwicklung.

Die zwei Forensprecher Kerstin Zubke von SHD System-Haus-Dresden GmbH und Steffen David von IPB moderierten die gestrige Diskussion. Beide Forensprecher konnten aus dem positiven Feedback der Teilnehmer spüren, dass die in diesem SIBB-Forum diskutierten Themen immer wichtiger werden. „Viele Unternehmen kommen auf uns zu, um für die Zukunft eine cybersichere, nachhaltige und leistungsfähige IT-Infrastruktur zu betreiben.“, so Zubke von SHD. Die Veranstaltung in den hochmodernen Räumlichkeiten von IPB Internet Provider Berlin wurden selbstverständlich mit Ökostrom klimatisiert, so David schmunzelnd.

Bild von freepik

 

 

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