Auf der Fachmesse für digitale Lerntrends, Learntec, war E-Learning ein zentrales Thema.
„Qualität und das Stellen der richtigen Fragen im Vorfeld sind beim Kuratieren ein absolutes Muss“ so Uwe Hofschröer
Was kostengünstig und einfach klingt, wird schnell zur Mammutaufgabe. Was „kuratieren“ ist und wie Unternehmen die Vorteile in ihrer Weiterbildungsstrategie nutzen können, verrät im Interview Uwe Hofschröer, Digital Learning Consultant bei IMC.
ITM: Herr Hofschröer, was ist eigentlich ein kuratierter Lerninhalt? Uwe Hofschröer: Kuratiert sind Trainingsinhalte, die ein Unternehmen nicht selbst produziert, sondern aus fremden Quellen auswählt und zusammenstellt. Die Formate sind vielfältig und beinhalten z.B. frei im Netz verfügbare Erklärvideos und Infografiken bis hin zu Fachartikeln. Für die Mitarbeiter bereitgestellt werden die Inhalte entweder durch eine zentrale dafür zuständige Abteilung innerhalb des Unternehmens oder in freierer Form durch Mitarbeiter oder Fachabteilungen. Zur Verfügung stehen die Ergebnisse im Learning Management System (LMS) oder auf einer vergleichbaren Plattform.
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ITM: Welchen Vorteil bietet das?
Hofschröer: Weiterbildungsverantwortliche tun sich zusehends schwer damit, die Vielfalt der Themen, die sie heute anbieten müssen, komplett „inhouse“ in der gewünschten Qualität zu produzieren, da sich die Themen und Inhalte in vielen Branchen wie der Versicherungsbranche oder auch dem Handel rasend schnell ändern und dabei gleichzeitig an Breite und Tiefe gewinnen. So suchen viele Firmen derzeit Trainings zu „Design Thinking“ oder Big Data, die rasch bereitgestellt werden sollen. Dazu gibt es eine Fülle erstklassiger Inhalte im Netz. Digitalisierung und Vernetzung haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass die Menge an Inhalten zu allen erdenklichen Themen immens gewachsen ist.
ITM: Worauf kommt es beim E-Learning an?
Hofschröer: Essenziell sind in diesem Zusammenhang eine gewissenhafte Vorauswahl und Qualitätskontrolle, denn schließlich geht es beim Kuratieren nicht darum, den erstbesten Inhalt aus dem Netz zu fischen, sondern die besten und sachdienlichsten Quellen zu finden. Besonders wichtig ist, dass die Inhalte von den Mitarbeitern ohne Weiteres verstanden und genutzt werden können. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, müssen Weiterbildungsverantwortliche den Bedarf ihrer Mitarbeiter gut kennen. Qualität und das Stellen der richtigen Fragen im Vorfeld sind beim Kuratieren ein absolutes Muss. Kuratierte Inhalte brauchen also ganz eindeutig einen Qualitätscheck, auch damit keine falschen Inhalte geteilt werden.
Bildquelle: IMC