ERP aus der Cloud

Logistik-Start-up hebt ab

Dank der Zusammenarbeit mit einem SAP-Beratungshaus konnte das hessische Logistik-Start-up Wingcopter in sechs Monaten eine moderne Enterprise-Resource-Planning-Software (ERP) einführen.

  • ERP aus der Cloud

    Die vollelektrische unbemannte Flugdrohne kann auch schwieriges Terrain leicht überwinden.

  • ERP aus der Cloud

    Gerade in Notfallsituationen erlauben Drohnen die rechtzeitige Lieferung von dringend benötigten Hilfsgütern.

Um lebensrettende Hilfsgüter oder Medizin wie Impfungen oder Blutkonserven in Malawi in Ostafrika oder im südpazifischen Vanuatu in entlegene Dörfer zu transportieren, legen Helfer oft kräftezehrende Tagesmärsche durch beschwerliches Terrain zurück. Das Start-up Wingcopter ist Hersteller und Service-Anbieter unbemannter eVTOL-Flugsysteme (electric powered Vertical Take-Off and Landing), mit dessen vollelektrischen Flugdrohnen sich Logistikketten in die Lüfte heben und Lieferzeiten stark verkürzen lassen.

Die Mission ist klar: Mit seinen Flugdrohnen will das Gründerteam das Leben von Menschen auf der ganzen Welt verbessern oder sogar retten. Das gelingt ihnen u.a. dank ihres patentierten Schwenkrotormechanismus. Dank dieser Innovation können die Flugdrohnen, gleich einem Helikopter, schon auf kleinstem Raum senkrecht starten und landen sowie in der Luft mit einem Schwenk der Rotoren jederzeit in den Gleitflug eines Flugzeugs übergehen – mit Spitzengeschwindigkeiten von rund 100 km/h.

Beschwerliche Fußmärsche, gefährliche Fahrten im Geländewagen oder Lieferungen über das Wasser erübrigen sich; überall dort, wo Fahrzeuge nicht mehr weiterkommen oder zu langsam sind, verkürzen die Flugdrohnen die Lieferketten um mehrere Stunden oder sogar Tage. Gerade in Notfallsituationen wird so die rechtzeitige Lieferung überlebenswichtiger Hilfsgüter möglich.

Prototypnahe Kleinserien

Innerhalb von zwei Jahren entwickelte sich das Start-up zu einer Hypergrowth-Company mit steiler Auftragslage, mehr als 200 Mitarbeitern und Aufträgen in den unterschiedlichsten Ländern rund um den Globus. Die geschäftlichen Anforderungen variieren stark, was beispielsweise die Produktionsprozesse mit geringen Fertigungszyklen und auftragsindividuellen Modellen für die Drohnen extrem dynamisch und herausfordernd werden lassen.

Für diverse Anforderungen müssen in kurzer Zeit unterschiedliche, prototypnahe Kleinserien hergestellt werden, die je nach Einsatzzweck auch der Eiseskälte in Kanada, der tropischen Hitze in Vanuatu oder dem Monsunregen in Malawi trotzen müssen. Entwicklung und Produktion müssen sich aber nicht nur auf diverse Witterungsbedingungen einstellen: Zu meistern gilt es auch Großaufträge, wie die Herstellung und Lieferung von 12.000 Drohnen nach Afrika, oder das Einhalten der strengen Regularien des deutschen Luftverkehrs für die Lieferung von Laborproben. Aus diesen Gründen war bereits zwei Jahre nach Gründung von Wingcopter der Bedarf einer dynamisch skalierbaren und zuverlässigen IT-Infrastruktur klar erkennbar.

Dynamisch skalierbare IT-Infrastruktur gefragt

Fest steht: Besonders Unternehmen mit Cloud-basierter Infrastruktur erweisen sich auch bei unvorhergesehenen Ad-hoc-Ereignissen resilienter und dynamischer als deren Wettbewerber ohne Unterstützung durch die Cloud. Ein Cloud-basiertes ERP-System bietet in den meisten Fällen eine kosteneffiziente und flexibel skalierbare Lösung und ermöglicht darüber hinaus die schnelle Bereitstellung von modernen Technologien und Applikationen.

Zusammen mit dem Beraterteam des Bielefelder SAP-Partners NTT Data Business Solutions entschied sich Wingcopter daher für die Einführung des ERP-Systems SAP S/4Hana Private Cloud Edition, das auf die individuellen Bedürfnisse des Unternehmens abgestimmt und implementiert wurde. Bei dem knapp bemessenen Zeitkorridor für die Implementierung halfen auch Best Practices und ein Fit-to-Standard-Ansatz, den Fokus auf die wesentlichen Aspekte der Umsetzung zu legen und gleichzeitig Raum für mögliche Erweiterungen und Anpassungen zu lassen. Dank des schlank gewählten Implementierungsansatzes mit Erweiterungsoptionen ist es nun ein Leichtes, auch die weiteren Ziele auf der IT-Route sukzessive zu verfolgen und z.B. auch im Vertrieb zusätzliche Funktionen einzuführen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Mit der neuen IT-Infrastruktur und nach einer Schulung der Key User hat das Start-up nun aber vor allem ein stabiles IT-Rückgrat für die Materialflüsse in der Produktion. Die sind effizient und agil – dank transparent und durchgängig gestalteter Informationsflüsse mit Echtzeitübertragung der Daten, auf die weltweit über den sicheren Private-Cloud-Betrieb zugegriffen werden kann. Neben der Produktion profitieren auch die Beschaffungs- und Qualitätssicherungsprozesse nun durch intelligente Automatisierungen und umfassende Datenanalyse-Tools sowie die Bereiche „Controlling“ und „Finanzbuchhaltung“ durch intelligente und integrierende Funktionen und Technologien.

Nun kann Wingcopter mit dem ERP-System seine Geschäftsziele abbilden; effizientere, automatisierte Geschäftsprozesse setzen Kapazitäten frei, die in visionäre Vorhaben investiert werden können. Dank der gelungenen ERP-Einführung kann das Start-up seinen 2017 begonnenen internationalen Senkrechtstart mit einer dynamisch skalierbaren IT-Landschaft fortsetzen – und so Produktion und Service rund um die unbemannten Flugdrohnen zusätzlichen Auftrieb geben.

Wingcopter GmbH
Gründung: 2017
Branche: Aerospace, Logistik
Hauptsitz: Weiterstadt
Mitarbeiterzahl: ca. 200

Bildquelle: Wingcopter

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