Die Relevanz von Generativer KI geht längst über die Nutzung einfacher KI-Chatbots hinaus.
In weniger als einem Jahr haben ChatGPT und andere Generative-AI Anwendungen die Medien erobert und polarisieren Menschen bis heute. Einerseits wird der Gebrauch vor allem aus juristischer Sicht stark kritisiert. Andererseits ist es zum Lieblingsthema auf Tech-Konferenzen sowie von Journalisten avanciert, die sich mit den Chancen und Risiken beschäftigen.
Generative AI wird überwiegend für die Prompt-basierte Erstellung von Content verwendet: ein erster Entwurf für einen Blog-Post, eine E-Mail und sogar Bilder. Wie bei anderen neuartigen Internetphänomenen und Technologien wie dem ersten Webbrowser oder Sozialen Netzwerken lebt auch Generative KI von der Neugierde und Experimentierfreude ihrer Nutzer und Entwickler, welche die Anwendungen businesstauglich machen. Ihre Bedeutung im Geschäftsumfeld wächst und geht mittlerweile über KI-Chatbots hinaus. Bereiche wie Analysen, Visualisierung und Anfragenbearbeitung können von Generativer KI profitieren. Darauf sollten sich mittelständische Unternehmen mit der richtigen Strategie, den richtigen Strukturen und den richtigen Personen vorbereiten.
Führungskräfte und Fachexperten können das Potenzial von Generativer KI auf verschiedene Weisen für ihr Unternehmen nutzen. Um den Daten-Output zu maximieren, können Datenanalysten z.B. entsprechende Programme mit anderen KI-Tools verbinden. Durch die Integration von KI-basierter Textgenerierung in eine Unternehmensanwendung können sie Informationsspeicher noch effizienter durchsuchen. Auch die Datenvisualisierung entwickelt sich dank Generativer KI weiter. Es gibt Tools und Funktionen, wie z.B. von Ibi, einer Business Unit der Cloud Software Group, die Daten automatisiert aufbereiten und darstellen. Zudem können Unternehmen ihre eigenen Modelle innerhalb ihrer (proprietären) Plattformen entwickeln.
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Generative-AI-Anwendungen verarbeiten Anfragen in natürlicher Sprache. Wie entwickeln sich die Verkaufszahlen in Deutschland im Vergleich zu Frankreich? Welcher Geschäftsbereich performt besser oder schlechter als im Vorjahresquartal? Diese und weitere komplexe Business-Fragen, -Daten und -Informationen können durch Generative KI abgefragt werden. Noch dazu decken KI-Tools Anomalien auf, die auf Sicherheitsrisiken, betrügerische Absichten oder potenzielle Cyberangriffe hinweisen.
Bei der Arbeit mit Generativer KI spielen Kontext und Due Diligence eine wichtige Rolle. Die Ergebnisse, die sie liefert, sind nicht frei von Fehlern, sondern können Urheberrechtsverletzungen sowie irreführende oder sogar gänzlich falsche Informationen beinhalten. Deshalb ist es wichtig, dass Unternehmen die Risiken hinter den immer noch unausgereiften Technologien verstehen und entsprechende Richtlinien etablieren. Das Stichwort hier lautet Kommunikation. Alle Nutzer sollten nicht nur die juristischen Risiken, sondern auch sogenannte KI-Halluzinationen kennen. Es handelt sich hierbei um generierte Informationen, die auf den ersten Blick zwar legitim erscheinen, auf die sich Anwender aber nicht gänzlich verlassen sollten. Vor diesem Hintergrund bietet es sich an, Nutzungsbedingungen zu definieren sowie sogenannte Prompt Engineers zu engagieren. Sie wissen, welche Fragen sie wie formulieren müssen, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.
Darüber hinaus ist es sinnvoll, eine neue Führungsrolle einzurichten. In der Vergangenheit haben andere Geschäftsentwicklungen die Etablierung neuer Positionen wie Chief Digital, Security, Privacy oder Data Officers nach sich gezogen. Warum also nicht auch einen „Chief AI Officer“ einstellen? Laut einer Bitkom-Umfrage steht das Thema „KI“ nur bei 14 Prozent der Unternehmen auf der Agenda der Geschäftsführung. Bei 49 Prozent obliegt die Verantwortung beim CIO, bei 24 Prozent beim CTO. Einen „CAIO“, der sich ausschließlich KI-Belangen widmet, sucht man vergeblich. Als Experte trifft er die KI-Entscheidungen und baut so eine Brücke zwischen Technologie und Geschäft.
Das Thema „Generative KI“ wird uns noch lange begleiten. Das bedeutet, dass CIOs den Vorstand von den für sie relevanten Use Cases überzeugen müssen, um das notwendige Budget zu erhalten. Erst wenn sie wissen, wie sie die Technologie zugunsten des Unternehmens und seiner Daten einsetzen können, sowie die Risiken kommunizieren und das entsprechende Fachpersonal einstellen, steht dem erfolgreichen Einsatz von Generative AI im Geschäftsumfeld nichts mehr im Weg.
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