Interview mit Peter Walpurgis, CEO bei Cayago, und Projektleiter Pascal Wizenti

Mit neuem Schub expandieren

Die CAYAGO AG produziert Wasserschlitten mit Jet-Antrieb. 4.000 dieser mit umweltfreundlichen Elektromotoren ausgestatteten Gefährte namens Seabob konnten seit der Unternehmensgründung 2007 weltweit verkauft werden. Vornehmlich an die Besitzer sehr großer Yachten.

  • Peter Walpurgis (re.), CEO bei Cayago, und Projektleiter Pascal Wizenti

  • Im Interview erklären Chief Executive Officer Peter Walpurgis (re.) und Projektleiter Pascal Wizenti warum Cayago ein neues ERP-System einführte.

  • Hinsichtlich Umweltfreundlichkeit: Cayago hat mit seinem Elektroantrieb ein komplett sauberes Produkt, das keine Spuren hinterlässt und zudem sehr geräuscharm ist.

  • Jedes Fahrzeug wird vor seiner Auslieferung mehrere Stunden im Strömungs­becken auf seine Funktionstüchtigkeit und ­Dichtheit geprüft.

Doch dies soll erst der Anfang gewesen sein, denn mit einer wesentlich leichteren und handlicheren Version des Seabob will Cayago eine erheblich breitere Zielgruppe erreichen. Expansion ist angesagt – mit neuem Produktionsstandort und neuer ERP-Software. Wir sprachen mit CEO Peter Walpurgis und Projektleiter Pascal Wizenti.

ITM: Herr Walpurgis, welche Zielgruppe adressieren Sie mit Ihren Wasserschlitten? Was ist das Besondere?
Peter Walpurgis:
Der Seabob war bislang in erster Linie ein Spielzeug für Yachtbesitzer. Wenn man mit ihm durchs Wasser gezogen wird, erzeugt dies aufgrund der immensen Leistung einen besonderen Wohlfühleffekt. Wasser wird bei dieser Geschwindigkeit zu einem dicken Gel, was sehr angenehm für die Haut ist.

ITM: Sie streben Expansion an. Wie soll die vonstatten gehen?
Walpurgis:
Wir sind noch ein recht kleines Unternehmen mit bisher ca. 4.000 verkauften Fahrzeugen weltweit. Die meisten gehen auf sehr große Schiffe, die entweder Kräne oder versenkbare Badeplattformen besitzen. Denn das hohe Gewicht von ca. 63 Kilo kann ein Einzelner nicht ohne weiteres tragen oder aus dem Wasser bewegen. Den Fahrspaß mögen die Menschen, die Handhabung war allerdings eher ein Handicap.

Aus diesem Grund haben wir ein komplett neues Fahrzeug entwickelt, das in diesem Jahr auf den Markt kommt und ähnlich leistungsstark wie unsere jetzige schwere Maschine sein wird. Aufgrund einer kompletten Technologieumstellung bringt es mit ca. 28 Kilo jedoch nur noch die Hälfte auf die Waage. Dank des gut ausbalancierten Tragegriffs lässt sich das Gefährt nun auch alleine schnell ins und aus dem Wasser befördern. Dies war ein wesentliches Ziel der dreijährigen Entwicklung, denn nun werden die Fahrzeuge für ein größeres Klientel mit kleineren Booten interessant. Somit erhoffen wir uns eine relativ steile Expansionskurve.

ITM: Wie schnell sind die Bobs?
Walpurgis:
Unser großer Seabob hat über 70 Kilo Schub, was von der Zugkraft her in etwa dem Heben von 70 Kilo entspricht. Bei dieser Leistung empfiehlt sich die Benutzung eines Pilotengurtsystems, um die Arme zu schonen. Auch die Neuentwicklungen bringen diese Leistung.

Geschwindigkeit ist im Wasser relativ schwer zu bestimmen, weil der Mensch den größten Widerstand bildet. Eine 50-Kilo-Leistungsschwimmerin schafft über 20 km/h, wohingegen ein schwerer Mann, der sich zudem nicht ganz hydrodynamisch verhält, vielleicht nur die Hälfte erreicht. Wasser ist mehrere tausend mal dicker als Luft. Mit rein mechanischer Energie braucht man daher sehr viel Kraft, um den entsprechenden Vortrieb zu erzielen.

ITM: Kann man damit auch tauchen?
Walpurgis:
Ja. Taucher empfinden den Seabob als angenehm, weil man sich unter Wasser auch langsam fortbewegen kann. Zudem werden die neuen Fahrzeuge aufgrund des viel geringeren Gewichts auch in Schlauchbooten transportiert werden können, was sie für Taucher noch attraktiver macht.

ITM: Wären dann nicht auch Verleihstationen und Hotels potentielle Zielgruppen?
Walpurgis:
Definiv eignet sich die neue Reihe für beide besser. Zudem liegt einer der interessantesten Einsatzbereiche im Rescue-Bereich. Denn dank der enormen Schubkraft und des Jetantriebs ist das Gefährt komplett strömungsunabhängig. Rettungsschwimmer kommen mit ihm überall hin, das wurde ausgiebig getestet.

ITM: Wo produzieren Sie und wohin gehen Ihre Produkte?
Walpurgis:
Wir produzieren ausschließlich in Deutschland. Bislang in Stuttgart, wo wir jedoch an Kapazitätsgrenzen stießen. Deshalb, und den Expansionsgedanken vor Augen, erwarben wir im ostwestfälischen Bad Salzuflen eine Immobilie, die ent­spechende Reservekapazitäten für größere Stückzahlen bereithält. 97 Prozent unserer Produkte gehen ins Ausland, wir sind also rein exportorientiert. Unsere Märkte liegen zum einen im gesamten Mittelmeerraum. Im Winter geht dann viel in die Karibik, nach Florida, Südamerika, Australien und auf die Malediven.

ITM: Wo sehen Sie Wachstumschancen?
Walpurgis:
Unseren Schätzungen zufolge liegen 50 Prozent des Marktpotentials in den USA, weil es dort eine Vielzahl kleinerer Yachten gibt, die wir noch ausrüsten können.

ITM: Warum fiel die Wahl des neuen Standorts ausgerechnet auf Bad Salzuflen?
Walpurgis:
Wir wollen stark expandieren, mussten jedoch feststellen, dass im Raum Stuttgart das notwendige Fachpersonal schwer zu finden ist. Die Konkurrenz ist mit Daimler, Porsche und Bosch einfach zu groß. In Ostwestfalen kommen wir hingegen in eine klassische Mittelstandsregion mit guten Fachkräften. Mit dem Umzug geht übrigens eine grundlegende Umstellung einher: In Stuttgart hatten wir noch eine relativ hohe Fertigungstiefe, weil wir die Motoren und Akkuboxen selbst konfektionierten. Zukünftig wollen wir dies nicht mehr praktizieren, vielmehr wollen wir die Fertigungstiefe reduzieren.

ITM: Welche Kapazität peilen Sie an?
Walpurgis:
Wenn alles gut geht, möchten wir bereits in drei Jahren 4.000 Seabobs pro Jahr fertigen. Es ist zwar zuallererst eine Sache des Vertriebes, wie wir uns mit dem Produkt positionieren können, aber wir glauben, dass wir ein steiles Wachstum erreichen werden. Und das ist auch der Hintergrund, vor dem wir ein neues ERP-System installieren wollten.

Wir müssen das Wachstum kontrollieren können. Nicht erst, wenn das neue Produkt bereits gefertigt wird, sondern im Vorfeld. Dafür musste jetzt die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden.

ITM: Wie waren Sie IT-seitig bisher aufgestellt?
Walpurgis:
Als kleine Manufaktur haben wir ca. 600 Fahrzeuge im Jahr gebaut, also durchschnittlich 50 im Monat. Der Teilezufluss war sehr überschaubar, weswegen vieles noch manuell verwaltet werden konnte – obwohl das natürlich zusehends schwieriger wurde. Eine wirklich durchgängige Softwarelösung stand schon länger auf unserer Agenda, aber bei dem, was wir vorhaben, wurde sie zur Pflicht.

Wir hatten im Jahre 2007 das Warenwirtschaftssystem eines kleineren Anbieters erworben, das seine Aufgaben prinzipiell erledigte. Doch wir hatten ständig Probleme mit Updates und steigenden Lizenzgebühren, so dass wir uns in eine zu große Abhängigkeit zu diesem kleinen Softwarehaus begeben hätten – vor allem hinsichtlich Anpassungen. Wir unternahmen viele Anläufe, das System in seiner Gesamtheit einzuführen und alle Daten gemäß unseren Anforderungen zusammenzuziehen, was jedoch nicht gelang. Folglich schauten wir uns nach einem größeren Anbieter um, um auf der sicheren Seite zu sein.

ITM: Auf wen fiel Ihre Wahl?
Walpurgis:
Nach ausgiebiger Recherche entschieden wir uns für SAP Business by Design (BBD), was vielleicht auf den ersten Blick für ein Unternehmen unserer Größe erstaunlich ist. Wir brauchten jedoch eine Software, die mit uns mitwächst. Eine Grundvoraussetzung war, dass die Software auf uns zugeschnitten werden kann. Bereits bei der Softwareeinführung wurden einige Komponenten speziell für uns nachgerüstet – entweder von unserem Dienstleister Itelligence oder von SAP selbst. Dies ist ein noch laufender Prozess.

ITM: Wieso erstaunlich?
Walpurgis:
Für mich stand SAP als der Mercedes unter den Softwareprodukten immer in der Ecke von Produkten, über die ich aufgrund unserer Strukturen gar nicht nachdachte. Wegen der befürchteten Kosten präferierte ich immer „einfachere“ Lösungen.

Unser Dienstleister blieb jedoch gerade auf der Kostenseite hartnäckig. Nach intensiven Vergleichen – von Freeware über sehr kostengünstige Angebote bis hin zu SAP – kamen wir zu der Überzeugung, dass uns unsere jetzige Software über Jahre hinweg begleiten kann.

ITM: Die Entscheidung fiel also nicht über den Preis?
Walpurgis:
Auch wenn es ein Mietsystem ist, ist es keine preiswerte Lösung. Die Finanzierung für ein herkömmliches System beliefe sich ungefähr auf den gleichen Betrag. Das entscheidende Argument war also nicht der Preis, sondern die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens. Dazu wollten wir die passenden Prozesse etablieren.

ITM: Herr Wizenti, läuft das System bereits produktiv?
Wie fällt Ihre erste Bewertung aus?
Pascal Wizenti:
Das System läuft produktiv, doch bevor wir zu der Bewertung kommen, sollten wir einen Schritt zurückgehen. Vieles bei Cayago war von Office-Anwendungen geprägt, speziell von Excel. Wir arbeiteten im Grunde mit dem „ERP-System Mensch“, was bedeutet, dass viel Wissen in den Köpfen der Mitarbeiter steckte, dadurch jedoch nicht immer verfügbar war. Das Wissen über bestimmte Prozesse war ohne Telefonat mit Kollegen nicht allgemein verfügbar – eine untragbare Situation.
 
ITM: Business By Design ist eine rein webbasierte Lösung.
Das heißt, dass Sie keine eigene Hardware im Hause vorhalten?
Wizenti:
Genau, und das war auch eines der entscheidenden Argumente im Auswahlverfahren. Wir haben uns verschiedene Lösungen angeschaut – darunter Sage, Microsoft Dynamics NAV, Topix und auch ein Open-Source-Programm – die alle hier im Hause hätten vorgehalten werden müssen.

Müssten wir eine Infrastruktur aufbauen, die den permanenten Zugriff unseres internationalen Vertriebes hätte stemmen sollen, wäre dies sehr kostenintensiv und aufwendig geworden. Zusätzlich muss die Hardware in der Regel nach drei bis vier Jahren ausgetauscht werden und: Wir müssten höchste Sicherheit garantieren. Unter diesen Aspekten ist Business By Design natürlich ein sehr interessantes Produkt.

ITM: Das Auslagern von Daten in die „Cloud“ sehen nicht alle Mittelständler so nüchtern wie Sie.
Wizenti:
Natürlich wurde dieses Thema intensiv diskutiert. Für uns stand jedoch fest, dass, wenn man seine Geschäftsdaten aus den genannten Gründen in die Cloud legt, man dies nur mit einem Global Player wie SAP tun kann, die auch das Hosting der Software übernommen hat.

Es gab und gibt zwar immer wieder Datenskandale wie den bei Sony. SAP wird jedoch alles tun, solch einen Fall zu verhindern. Denn es wäre noch einmal eine erhebliche Steigerung, wenn geschäftskritische Daten aus ERP-Systemen von Kunden verlorengingen. Die Dimension wäre im Vergleich zu Sony eine ganz andere.

Walpurgis: Dass das System cloud-basiert ist, war für uns ein ganz wesentlicher Faktor, weil es dadurch zukunftsgerichtet ist und ganz neue Möglichkeiten eröffnet, beispielsweise hinsichtlich der mobilen Nutzung. Zum Thema Sicherheit: Da vertrauen wir einem großen Anbieter wie SAP, der die Materie sicher besser beherrscht als wir das je könnten.

Wizenti: Die garantierte Erreichbarkeit liegt bei 98 Prozent im Jahr. Das könnten wir intern nicht immer sicherstellen. Selbst wenn die Datenleitung ausfiele, können wir über 3G auf das System zugreifen. Man kann flexibel reagieren.

ITM: Flexibilität ist ein gutes Stichwort. Wie viele Mitarbeiter greifen derzeit zu und wie einfach ist es, im Falle des angestrebten Wachstums neue Instanzen hinzuzuschalten?
Wizenti:
Aufgrund des zu erwartenden Wachstums lässt sich noch nicht abschätzen, ob das System in vier oder fünf Jahren nicht vielleicht an seine Grenzen stößt. Das kann man nie wissen, aber mit BBD kennen wir bereits die zugrundeliegende SAP-Logik. Als Mietsystem hat es zudem den Vorteil, dass ein Umstieg nach Ablauf der Vertragslaufzeit einfacher ist als bei lokal installierten Systemen. Die Ehe, die man mit lokal im eigenen Hause installierten Systemen eingeht, ist um einiges enger.

Derzeit greifen 15 bis 20 Mitarbeiter produktiv auf das System zu. In unserem Fall ist es nur logisch, dass wir neue Mitarbeiter integrieren müssen. Die Software ist so strukturiert, dass sie anwenderlizenziert mit verschiedenen Stufen der Zugriffsrechte arbeitet. Entsprechend sind die Preise gestaffelt. Ein Super-User hat Zugriff auf alle Daten, was aber längst nicht jeder Mitarbeiter braucht. Die Hinzuschaltung neuer Nutzerrechte für den einzelnen Mitarbeiter haben wir aktiv noch nicht vollzogen, laut der Auskunft unseres Dienstleister ist dies aber ein recht einfacher Prozess.

ITM: Als SAP das System vorstellte, versprach man, jedes Unternehmen könne seine Workflows ohne externe Unterstützung selbst „designen“. Können Sie dies bestätigen?
Wizenti:
Es geht klar in diese Richtung. Der Unterschied zu vielen anderen Systemen besteht darin, dass man aus einem großen Sortiment die für sich relevanten Bausteine entnehmen kann und das System entsprechend seiner Anforderungen konfigurieren kann.

ITM: Sie sprechen dabei über mehr als über die Benutzeroberfläche?
Wizenti:
Ich spreche über das komplette System und darüber, welche Arbeitsbereiche und Workcenter bzw. Module implementiert werden sollen. Das bei uns installierte System könnte man meiner Meinung nach mit dem nötigen personellen Aufwand auch komplett eigenständig einführen. Aus zeitlichen Erwägungen heraus sollte man jedoch immer die Erfahrungswerte eines Beratungshauses nutzen. Aber nochmal: Über die hinterlegten Fragenkataloge könnte man die Konfiguration auch eigenständig vornehmen. Die Abarbeitung dieser Fragenkataloge ist gleichzeitig der erste Schritt, den man mit dem Beratungshaus durchgeht.

Weitere Bausteine lassen sich später immer hinzufügen. Beispiel Projektmanagement: Diesen Baustein haben wir zunächst herausgelassen. Wir wissen aber, dass das Projektmanagement für uns in Zukunft sehr wichtig sein wird. Entsprechend planen wir, diese Funktionalität später hinzuzuschalten. Wichtig zu erwähnen sind auch die automatischen Updates. Bei anderen ERP-Systemen ist es ja häufig so, dass Anwender Updates oder Releases auslassen, weil bestimmte Workarounds, die speziell für das Unternehmen entwickelt wurden, die Releasefähigkeit beeinträchtigten. Das ist ein Punkt, den wir sehr gescheut haben. Bei Business By Design hat man den Vorteil, dass man aus dem kompletten Systemumfang die Dinge herausnimmt, die man braucht. Dies gilt ebenfalls für Updates und neue Funktionalitäten. Man kann entscheiden, ob man sie hinzuschaltet oder nicht.

ITM: Sie wollen Ihre Fertigungstiefe reduzieren. Dies würde unsere Einschätzung bestätigen, dass vor allem Vertriebs- und Handelsunternehmen die Software ein­setzen. Sobald es in die tiefere Fertigung geht, ist BBD nicht mehr so präsent.
Wizenti:
Als wir uns für die Cloud-Software entschieden, wussten wir, dass wir die heutige Fertigungstiefe reduzieren wollten. Daher haben wir auch keinerlei Bauchschmerzen, die wir vielleicht bei tieferer Fertigung hätten – auch bei unserer heutigen.

Im Produktionsbereich gibt es einige Prozesse, in denen wir eigene Workarounds schaffen mussten. Dies ist jedoch gerade für expandierende Unternehmen interessant, weil man so denken muss, wie das System es vorgibt. Mit der Folge, dass man bestehende Prozesse und Strukturen aufbrechen und sie in die vorgegebene Richtung modellieren muss.

ITM: Und das haben Sie auch gemacht?
Wizenti:
Genau, wir haben unsere Prozesse auf das System hin zugeschnitten. Das war auch ein entscheidendes Kriterium.

ITM: Dieses Vorgehen fällt einem jungen Unternehmen sicher leichter...
Wizenti:
Sicher, doch haben sich in den vergangenen sieben, acht Jahren in unserem Unternehmen bereits Prozesse etabliert, die verändert werden mussten. Selbst gemessen an dieser relativ kurzen Zeit bringt das System einen enormen Veränderungsprozess mit sich.

Diese Mentalität des „Das haben wir schon immer so gemacht!“ ist weit verbreitet. Um ein junges Unternehmen aber stärker zu strukturieren, ist die Anpassung an einen Systemstandard natürlich gut. Wichtig ist dabei ein erfahrener Partner, der dabei unterstützt, die Prozesse entlang des Standards im System abzubilden.

ITM: Können Sie ein Beispiel nennen?
Wizenti:
Wir haben eine Reihe von Fremdveredelungsthemen, für die Business By Design im Gegensatz zu R3 noch kein eigenes Workcenter und keinen festen Prozess bereithält. An diesem Punkt benötigten wir die Expertise unseres Beratungshauses, weil eigenes Austesten wohl sehr zeitaufwendig geworden wäre. Gerade im Bereich Fremdbearbeitung haben wir unsere Anforderungen definiert und mit den Logistikexperten bei Itelligence drei Lösungen diskutiert, die wiederum unseren Lösungsvorschlag mit SAP durchsprachen. Letztlich fanden wir einen praktikablen Weg.

Business By Design ist ein stark lebendes System, das noch nicht alles kann. Hervorzuheben ist vor allem der Vertriebsbereich. Die CRM-Komponente ist sehr stark ausgeprägt, beispielsweise für Marketingaktionen oder das Kampagnenmanagement.

ITM: Wie wollen Sie diese Komponente für sich nutzen?
Walpurgis:
Speziell im Vertrieb und Service müssen wir gut aufgestellt sein. Es ist angedacht, dass unsere Servicepartner weltweit mit uns über das System kommunizieren. Dies bringt den riesigen Vorteil, dass die Partner dank der Cloud-Funktionalität immer alle aktuellen Stände bei uns abfragen können. Die Wichtigkeit dieser Anforderungen haben wir mit SAP besprochen.

ITM: Welche Kernmodule setzen Sie bis jetzt ein, was soll mittelfristig hinzukommen?
Wizenti:
Wir nutzen den Finanz-, den CRM- und den Produktionsbereich, dazu Logistik und Verwaltung. Das Projektmanagementmodul haben wir wie gesagt von Beginn an für die Zeit nach dem Systemstart eingeplant, um uns auf die wesentlichen Elemente konzentrieren zu können, die für den Produktionsprozess nötig waren. Danach kümmern wir uns um die nachgelagerten Prozesse. Neben dem Projektmanagement werden wir auch im Bereich Marketingkampagnen nachrüsten.

Walpurgis: Ich möchte mit dem Projektmanagement immer erkennen können, woran unsere Ingenieure gerade arbeiten. Dies war neben der Anbindung der Servicepartner ein wesentliches Argument für das System. Und, dass unsere Servicemitarbeiter mit mobilen Devices auf Daten zugreifen können – sehr entscheidend für expandierende Unternehmen.

ITM: Warum?
Walpurgis:
Das mobile Arbeiten wird immer alltäglicher werden. Wir leben es noch nicht, besitzen aber alle Optionen.

Wizenti: Ein Beispiel: Unser Vertriebsmitarbeiter befindet sich in einem Verkaufsgespräch und kann dem Kunden vor Ort den Auftrag schreiben. Daraufhin erhält der Kunde die Auftragsbestätigung direkt per E-Mail auf sein Smartphone. Dies spiegelt die aktuelle Entwicklung wider. Es gibt bereits Apps, mit denen sich auf wesentliche Funktionalitäten des Systems zugreifen lässt. Das ist gerade für den Vertriebsbereich hochinteressant, weil man über das Smartphone auf die Kontakt- und Auftragsdaten sowie das Berichtswesen zugreifen kann.

ITM: Worauf legten Sie Wert, wenn Sie sich Referenzen angeschauten?
Wizenti:
In erster Linie auf die Dauer der Implementierung bis zum Produktivstart.

ITM: Und wie lange dauerte Ihr Projekt?
Walpurgis:
Ursprünglich wollten wir zum 1. Juli 2012 live gehen, tatsächlich war  es der 1. September. Dies lag an der Fremdbearbeitung und einigen Serviceprozessen, in die wir uns erst hineinfinden mussten. Insgesamt dauerte es vom Projektbeginn bis zum Systemstart fünf Monate. Die Schwierigkeiten während der Implementierungs sind aber, so glaube ich, ganz normal. Da habe ich ganz andere Dinge gehört.

Peter Walpurgis

  • Alter: 57 Jahre
  • Familienstand: ledig
  • Derzeitige Position: Vorstand (CEO)
  • Hobbys: Autos, Fußball, Ski fahren

Pascal Wizenti

  • Alter: 32 Jahre
  • Familienstand: verheiratet
  • Derzeitige Position: Prokurist
  • Hobbys: Fußball, Filme, Hörbücher

Die CAYAGO AG …

… hat ihren Stammsitz in Stuttgart, eröffnete kürzlich jedoch einen
neuen Produktionsstandort im ostwestfälischen Bad Salzuflen, um mit größeren Kapazitäten einen Expansionskurs einzuschlagen. In der Manufaktur wird der schnellste Wasserschlitten der Welt gebaut, der Seabob. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 27 Mitarbeiter, die mittelfristig 4.000 Wasserschlitten pro Jahr fertigen sollen.
www.seabob.de

Bildquelle: © Aleksander Perkovic

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