Es braucht eine stärkere Zusammenarbeit und den regelmäßigen Austausch mit der Wirtschaft, um den Mittelstand noch besser für die Zukunft zu rüsten.
Wenn der deutsche Mittelstand in den letzten Jahren eines bewiesen hat, dann ist es Resilienz. Die Corona-Pandemie ist das jüngste Beispiel dafür, wie bereitwillig sich kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland an veränderte Rahmenbedingungen anpassen. Denn: Wer konnte, bot flexible Arbeitszeiten an. Wer konnte, ermöglichte Homeoffice. Flexibilität ging vor Firmenpolitik, vor „business as usual“ – davon hätte sich manch ein Konzern eine Scheibe abschneiden können. Der Mittelstand ist deutlich beweglicher, als ihm landläufig zugetraut wird. Das gilt auch in Sachen „Digitalisierung“ – der Mittelstand will digitaler werden. Allerdings muss der Staat auch für die richtigen Rahmenbedingungen sorgen.
Warum ist der erste Kontakt für Unternehmer mit dem Staat der Steuerbescheid und nicht ein Unterstützungsnetzwerk, das von der Verzahnung von Politik und dem bestehenden Ökosystem lebt? Ein solches Umdenken und Zusammenspiel von Unternehmer, Interessenverbänden und politischen Akteuren könnte in Deutschland echten Wert erzeugen. Es braucht die Zusammenarbeit zwischen Unternehmer und staatlichen Stellen sowie verzahnte Prozesse, um echtes Wachstum und Innovation zu fördern.
Innovation ist das Lebenselixier einer jeden florierenden Wirtschaft. Schon in der Schule sollte von Anfang an unternehmerisches Denken gefördert werden – und Mut. Mut, etwas von Grund auf aufzubauen, etwas neu zu denken, ein eigenes Unternehmen zu gründen. All das sollte integraler Bestandteil des Schulunterrichts werden. Insbesondere dadurch kann die nächste Generation von Unternehmern lernen, transformative Veränderungen routiniert voranzutreiben. Einzelne Projekte wie „Unternehmergeist macht Schule“ sind gute erste Schritte, aber Innovationsförderung sollte fester Teil jedes Lehrplans sein – und nicht nur ein Privileg für engagierte Schulen. Auf „Female Entrepreneurship“ sollten wir ebenfalls ein besonderes Augenmerk legen – auch hier gibt es noch viel zu tun.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 10/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Wenn Deutschland will, dann kann es auch. Allerdings müssen alle ihre Geschwindigkeit deutlich erhöhen, wenn sie in der Lage sein wollen, Unternehmern ein stärkeres Wachstum und Stabilität zu ermöglichen. Unternehmensgründungen dürfen sich nicht Monate hinziehen und zu Kaugummi am Stiefel des deutschen Unternehmertums werden. Unternehmern muss er ermöglicht werden, Chancen zu ergreifen und Ideen ohne unnötige Verzögerungen umzusetzen.
In einem zunehmend wettbewerbsorientierten globalen Umfeld ist es entscheidend, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um den Mittelstand zu digitalisieren und damit nachhaltig zu stärken. Denn erst wenn den deutschen mittelständischen Unternehmen der Rücken freigemacht wird und sie von überflüssiger Bürokratie befreit werden, können sie sich voll und ganz auf ihre Innovationsfähigkeit konzentrieren. Dass der hiesige Mittelstand das kann, hat er in den letzten Jahrzehnten immer wieder bewiesen. Dazu braucht es laut Finanzmanagement-Spezialist Qonto die Weichenstellung von der Politik und eine gute Zusammenarbeit mit dem bestehenden Ökosystem – die Unternehmer des Mittelstands stehen jedenfalls bereit.
Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus