Personality

„Mut zu Entscheidungen“

IT-MITTELSTAND befragt die Verantwortlichen verschiedener IT-Anbieter. In dieser Ausgabe:Emanuel Simon, Geschäftsführer der Terminapp GmbH

Emanuel Simon

„Die schnelle und konsequente Anpassung von operativen Abläufen und Strategien macht den Mittelstand nicht nur flexibler als Großkonzerne, sondern erhöht auch die Resilienz in Krisenzeiten“, sagt Emanuel Simon.

Unter Mittelstand verstehe ich ...
... das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, das auf Unternehmertum und klaren Werten basiert. Dazu gehören einerseits Freude am Probieren und Entwickeln, charismatische Führung und Mut zu Entscheidungen. Andererseits muss aber auch „Scheitern“ erlaubt und gesellschaftlich akzeptiert sein, um aus dem Fehler zu lernen und sich zu entwickeln. Nur so entstehen Innovationen, die uns nach vorn bringen.

Der Mittelstand hebt sich von Großkonzernen dadurch ab, dass …
... kurze Entscheidungswege zu einer agileren Arbeitsweise führen. Die schnelle und konsequente Anpassung von operativen Abläufen und Strategien macht den Mittelstand nicht nur flexibler als Großkonzerne, sondern erhöht auch die Resilienz in Krisenzeiten.

Um als IT-Spezialist im Mittelstand Erfolg zu haben, bedarf es ...
... einer klaren Fokussierung auf die Kernkompetenzen in den Nischenmärkten der großen Spieler und zugleich Muts, sicher immer wieder neu zu erfinden. Zudem muss das inhaltliche Angebot dauerhaft auf Basis von neuen Technologien hinterfragt und weiterentwickelt werden. Flexibilität und eine Anpassungsfähigkeit an die Anforderungen des Mittelstands sind unverzichtbar.

Was die IT anbelangt, ist der Mittelstand ...
... gut beraten, wenn das Dienstleisterportfolio nicht nur aus globalen Blue Chips besteht. Eine Diversifizierung der IT-Dienstleisterlandschaft kann neben inhaltlichen auch preisliche Vorteile mit sich bringen. Zudem haben kleinere Firmen eher die Möglichkeit, sich den Anforderungen des Mittelstands anzupassen und maßgeschneiderte und individualisierte Lösungen zu bieten. Dies wiederum hilft dem Mittelstand, seinen Kunden perfekte Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen.

Die durchschnittliche IT-Grundausstattung im Mittelstand besteht aus ...
... Microsoft Office, Customer-Relationship-Management- (CRM) und Finance-Systemen. In der Regel existieren zudem noch ein individuelles Human-Resources-System (HR) sowie je nach Branche spezialisierte Software-Lösungen. Die Konnektivität der bestehenden Systeme und der nahtlose Austausch der zugrunde liegenden Daten sind von großer Bedeutung für den Erfolg von mittelständischen Firmen.

Charakteristisch für IT-Investitionsentscheidungen im Mittelstand ist, dass ...
... in der Regel kein überdimensioniertes IT-Team zur Implementierung zur Verfügung steht. IT-Dienstleister sollten hier schnell und pragmatisch unterstützen. Eine gewisse lokale Präsenz ist daher von Vorteil. Der Druck, IT-Projekte bzw. Investitionen im Allgemeinen erfolgreich zu gestalten, ist im Mittelstand im Vergleich zu großen Firmen größer, da die vorhandenen finanziellen Ressourcen begrenzter sind.

Die typischen IT-Probleme des Mittelstands sind ...
... Cybersecurity und die Komplexität bei der Implementierung neuer Soft- und Hardware. IT-Projekte können – auch aufgrund von unklaren Vorgaben und Vorkenntnissen – oftmals teuer und zeitraubend werden, weshalb das Management einen hohen Fokus hierauf legen sollte. Nur wenn Unternehmen auf allen Ebenen von einem Projekt überzeugt sind und gemeinsam an einem Strang ziehen, werden IT-Projekte und die Digitale Transformation Erfolg haben. Mitarbeitern muss die Angst vor einem Wegfall der Arbeitsplätze durch technische Lösungen genommen werden. Am Ende des Tages müssen jedes Tool, jede Anwendung und jede Lösung von einem gut ausgebildeten Mitarbeiter betreut werden, der die auswertbaren Daten interpretiert sowie die technischen Lösungen an sich wandelnden Prozesse im Unternehmen anpasst.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 6/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Als Lösung für diese Probleme favorisiere ich ...
... ein persönliches Vertrauensverhältnis zwischen dem Auftraggeber und den Dienstleistern bei IT-Projekten. Das vereinfacht die Komplexität und sorgt für ein gemeinsames Verständnis. Oftmals sprechen IT-Dienstleister und Auftraggeber nicht „dieselbe Sprache”. Aufgrund von unterschiedlichen Vorkenntnissen kann es zu Missverständnissen kommen, die im Rahmen von Umsetzungsprojekten zu Problemen oder Verzögerungen führen. Eine klare Abstimmung und Nomenklatur sowie ein gemeinsames und gegenseitiges Verständnis schaffen hier Abhilfe.

Handlungsbedarf auf IT-Seite im Mittelstand sehe ich ...
... in der digitalen Schulung und Ausbildung der eigenen Belegschaft. Oftmals fehlt in mittelständischen Unternehmen das technische Verständnis, welche Prozesse und Abläufe digitalisiert werden könnten. Häufig besteht aufgrund von gescheiterten Projekten auch ein gewisser Respekt vor den Aufgaben der Digitalisierung, der verhindert, dass notwendige Maßnahmen umgesetzt werden, die manuelle Prozesse reduzieren und die Profitabilität erhöhen. Hier muss die Geschäftsführung ein digitales Mindset und Know-how vorleben.

Persönliches
Name: Emanuel Simon
Alter: 43 Jahre
Familienstand: verheiratet
Größtes Hobby: Sport jeglicher Art

Karriere
Ausbildung: Diplom-Volkswirt und Bankkaufmann
Beruflicher Wergang: Unternehmensberatung, Unicredit Bank AG
Derzeitige Position: Geschäftsführer der Terminapp GmbH

Bildquelle: Terminapp GmbH

©2026Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok