Kommentar

Mut zur Digitalisierung

Wir sind ins Superwahljahr 2021 gestartet – und die damit zusammenhängende Erwartungshaltung könnte kaum größer sein. Spätestens seit Armin Laschet Mitte Januar als erster Kandidat durch eine rein digitale Wahl zum CDU-Parteivorsitzenden gewählt wurde, macht sich in Sachen „Digitale Transformation“ deutschlandweit Aufbruchstimmung breit.

Die digitale Transformation schreitet voran

Bitkom-Präsident Achim Berg fordert: „Digitalisierung geht uns alle an, und deshalb muss die CDU unter ihrem neuen Vorsitzenden digitale Teilhabe fördern und darauf hinwirken, dass alle Menschen von der Digitalisierung profitieren können.“

Der Digitalisierungsgrad der Gesellschaft, der regelmäßig durch den D21-Digital-Index ermittelt wird – und der aktuell bei nur 58 von 100 Punkten liegt –, soll nach den Vorstellungen von Vertretern der Wirtschaft und der Politik schnellstmöglich verbessert werden. Wie das funktioniert, haben laut KfW-Research schon insgesamt 43 Prozent der mittelständischen Unternehmen in der Corona-Krise unter Beweis gestellt. Sie nahmen Anpassungen am Produkt- bzw. Dienstleistungsangebot, ihrem Vertrieb sowie am Geschäftsmodell vor.

Um für diese hohe Findigkeit bei der Krisenbewältigung die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, fordert Bitkom-Präsident Achim Berg: „Digitalisierung geht uns alle an, und deshalb muss die CDU unter ihrem neuen Vorsitzenden digitale Teilhabe fördern und darauf hinwirken, dass alle Menschen von der Digitalisierung profitieren können.“ Man brauche ein Digitalministerium mit allen Rechten und Ressourcen, um das Klein-Klein der vergangenen Jahre zu beenden und alle digitalpolitischen Aktivitäten zentral zu koordinieren und zu konzertieren, bekräftigt Berg. Er spielt damit auf das von Laschet gemeinsam mit
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Anfang des Jahres vorgelegte „Impulspapier“ an.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.


Arbeitgeber-Präsident Rainer Dulger nimmt den neuen Parteivorsitzenden Laschet auch gleich in die Verantwortung: „Die Union sollte mutig sein, den Menschen wieder mehr zuzutrauen und nicht den Weg in eine Vollkasko-Gesellschaft zu unterstützen.“ Ob Laschet Kraft seines neuen Amtes schon als „Schadensregulierer“ mit genügend Befugnissen und Einflussnahme ausgestattet ist – oder womöglich auf seine Kandidatur als Kanzler abgezielt wird –, lässt sich derzeit nicht beantworten. Wohl aber, dass es an Mut nicht mangelt, die Digitalisierung voranzutreiben. Das unterstreicht der neue CDU-Chef in dem erwähnten Entwurf: Dort schlägt er vor, für mehr Digitalkompetenz ein Schulfach einzuführen, etwa vergleichbar mit dem Musikunterricht. Darüber hinaus sollen Start-ups stärker gefördert werden, indem der Staat mehr Wagniskapital zur Verfügung stellt. Europaweit soll eine Digitalsteuer dafür sorgen, dass Internetkonzerne, die in Europa Geld verdienen, auch hier ihre Steuern bezahlen müssen. An Ideen und Ansätzen mangelt es auf jeden Fall nicht, so viel ist sicher.

Bildquelle: Gettyimages/iStock

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