Roland Rosenau, Senior Director of Sales Engineering EMEA bei San Disk
ITM: Herr Rosenau, wie hoch ist derzeit die Nachfrage mittelständischer Unternehmen nach Servern?
Roland Rosenau: Unserer Meinung nach stagniert die Nachfrage, weil immer schnellere Prozessoren und Speichersysteme die zunehmende Last mit weniger Hardware stemmen können.
ITM: Welche Merkmale prädestinieren einen Server für den Einsatz im Mittelstand?
Rosenau: In erster Linie Ausfallsicherheit und Langlebigkeit.
ITM: Wie treffen IT-Verantwortliche die richtige Wahl?
Rosenau: Es sollten nicht nur die Spezifikationen auf dem Datenblatt eine Rolle spielen, sondern auch Werte wie Mean Time Between Failures, Kosten des Service, Reaktionszeiten im Fehlerfall etc.
ITM: Inwieweit spielt die Serverlast eine Rolle als Auswahlkriterium?
Roland Rosenau: Dies ist eines der Hauptkriterien. Gerade im Mittelstand ist es nicht sinnvoll, viele Server einzusetzen. Denn diese belegen die Standfläche, verbrauchen Strom und generieren Lizenzkosten.
ITM: Welche Vorteile haben kleine und mittelständische Unternehmen von einem eigenen Serverbetrieb?
Rosenau: Im Fehlerfall gibt es in der Regel einen Ansprechpartner vor Ort, der schnell und unbürokratisch das System wieder zum Laufen bringen kann.
ITM: Was passiert, wenn der Server ausfällt? Welche Sicherheitsvorkehrungen können getroffen werden?
Rosenau: Clustersysteme auf Hardware-Basis sind für gewöhnlich zu teuer für den Mittelstand. Es gibt aber Softwarelösungen, die einen Betrieb bei Ausfall eines Servers sicherstellen können. Oft werden CDP (Continuous Data Protection) oder auch softwarebasierte Cluster eingesetzt.
ITM: Wann sollte ein Mittelständler besser auf Standardsysteme z.B. auf Windows- oder Linux-Basis zurückgreifen, wann sind spezialisierte Serverplattformen sinnvoll?
Rosenau: Dies hängt sehr stark von der im Unternehmen eingesetzten Software ab. Ist diese maßgeschneidert, setzt normalerweise der Dienstleister fest, welche Hardware eingesetzt werden soll. Bei speziellen Datenbanksystemen werden in der Regel die benötigten Server dazu empfohlen oder beim Kauf gemeinsam angeboten.
ITM: Wird der Serverschrank auf Dauer durch Cloud Computing ersetzt werden?
Rosenau: Ja, das wird aber noch dauern. Solange die nötigen Bandbreiten noch nicht überall zur Verfügung stehen, werden Inhouse-Server vielerorts die erste Wahl sein.
ITM: Welche Auswirkungen hat das Support-Ende für Microsoft Windows Server 2003 auf mittelständische Anwender?
Rosenau: Notgedrungen müssen die Mittelständler nun neue Hardware mit neuen Betriebssystemen kaufen. Das Support-Ende kann allerdings auch eine Chance bieten, die aktuelle Speicherstrategie zu überdenken und moderne Festplatten ohne Mechanik einzusetzen.
ITM: Welche Servertypen eignen sich für Virtualisierungszwecke?
Rosenau: Das ist pauschal nicht zu beantworten. Dies kommt immer auf die Anforderungen des Kunden an.
ITM: Wann ist der Einsatz eines Blade-Servers ratsam und profitabel?
Rosenau: Blades eignen sich hervorragend für schnell wachsende Unternehmen. Wenn die Compute-Last zu groß wird, können ohne großen Aufwand weitere Systeme hinzugefügt werden.
ITM: Welche Aspekte müssen IT-Verantwortliche beim Umstieg auf Blade-Server beachten?
Rosenau: In erster Linie ist darauf zu achten, dass der Kostenaufwand gerechtfertigt ist. Ein einzelner Blade-Server kann beispielsweise nicht so aufgerüstet werden wie Standard-Server-Systeme, ist aber nicht viel billiger. Es gilt auch zu beachten, dass Mezzanine-Hardware deutlich teurer ist als Standard PCIe-Karten für herkömmliche Server.
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