„Mit der Nutzung virtueller Arbeitsplätze können bis zu 90 Prozent der IT-Stromkosten gesenkt werden“, weiß Holger Sorg, Geschäftsführer der Netzbest GmbH.
Es ist jedem bekannt, dass Unternehmen Cloud-Services wegen der Flexibilität und aus Kostengründen einsetzen. Ein weiterer wichtiger Aspekt rückt dabei jedoch leicht in den Hintergrund: Mit Cloud Computing können Unternehmen nachhaltiger wirtschaften. So werden durch den Einsatz effizienterer IT-Systeme CO2-Emissionen nachweislich reduziert. Dies ist ein erster Schritt in die umweltfreundlichere Richtung, IT einzusetzen. Doch Computer und die damit verbundene Infrastruktur verbrauchen allerdings nach wie vor sehr viel Energie. Das muss nicht sein, denn Unternehmen können heutzutage auf diese stromfressende Hardware verzichten und ihre komplette IT auslagern und wie den Strom aus der Steckdose nutzen. Im Gegensatz zum Eigenbetrieb ist dies mit deutlich weniger Stromverbrauch verbunden.
Bisher sieht es in den meisten Unternehmen so aus: Die alten Server stehen im separaten Serverraum, der mit einer Klimaanlage sowie einer Sicherungsanlage ausgestattet sein muss. Besonders die Kühlung verbraucht viel Strom. Jeder Mitarbeiter hat zudem seinen eigenen Rechner und Bildschirm am Arbeitsplatz stehen, der abends nicht immer ausgeschaltet wird. Meisten sind alte Geräte im Einsatz, die zusätzlich mehr Strom verbrauchen. Die IT wird für jedes Unternehmen immer kostspieliger. Doch bekommt man die Kosten für IT und Energie überhaupt noch in den Griff?
Eine Utopie?
Dies ist mit wenigen Maßnahmen und dank neuer Cloud-Konzepte möglich. Heutzutage kann es in kleinen und mittelständischen Unternehmen so aussehen: Es muss keine neue Hardware mehr angeschafft und die alten Server können abgeschafft werden. Niemand muss sich mehr um die Server und Infrastruktur kümmern. Klingt utopisch? Mit den neuen IT-as-a-Service-Konzepten ist dies möglich. Das Unternehmen sucht sich einen vertrauensvollen Anbieter und bezieht die IT als Service zum monatlichen Festpreis. Die Server stehen im deutschen Rechenzentrum des Anbieters und werden von diesem gewartet und mit einem hochsensiblen Sicherheitskonzept versehen, das den Kunden nichts kostet. Die Software und Anwendungen werden auf den Servern des Anbieters sinnvoll verteilt, so dass es nicht mehr zu Performance-Engpässen kommt.
Im letzten konsequenten Schritt können noch die einzelnen alten PCs ausgetauscht werden. Hierfür gibt es spezielle Klein-PCs, sogenannte Thin Clients, die als Übertragungsgerät für den virtuellen Desktop dienen und die Daten vom Rechenzentrum auf den Monitor und die Maus- und Tastatureingaben ins Rechenzentrum übertragen. Solche Thin Clients benötigen nur einen Bruchteil des Stroms eines herkömmlichen PCs (10 statt 120 Watt). Der Mitarbeiter kann sich zudem überall und jederzeit in seinen Desktop einloggen, auch wenn er nicht an seinem Arbeitsplatz sitzt. Mit der Nutzung der virtuellen Arbeitsplätze können bis zu 90 Prozent der IT-Stromkosten gesenkt werden. Der geringere Stromverbrauch macht sich bei der Kostenabrechnung schnell bemerkbar.
Die IT ist durch IT-as-a-Service-Konzepte zudem flexibler und zuverlässiger, wodurch zusätzliche Kosten für Notfalleinsätze gespart werden. Fest definierte Supportzeiten und Reaktionszeiten sollten trotzdem fester Bestandteil des Service Level Agreement (SLA) sein, das mit dem Anbieter vorab vereinbart wird. Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass die ursprünglichen Serverräume für andere Zwecke genutzt werden können, die teure Klimaanlage braucht man zukünftig nicht mehr. Wenn das Rechenzentrum des Anbieters den Strom aus Wasserkraft bezieht, kann der Kunde mit einem kleinen CO2-Footprint sogar „Green(er) durch IT“ werden.