„Kunden achten heute genauer darauf, wie nachhaltig ihre Dienstleister sind“, betont Begoña Jara.
ITM: Frau Jara, welche Rolle spielt das Datenwachstum bei der Nachhaltigkeit in Rechenzentren?
Jara: Nach Prognosen von Statista wird das globale Datenvolumen bis Ende 2027 auf 284,2 Zettabyte anwachsen gegenüber 126,32 Zettabyte in 2023. Mit diesem exponentiellen Wachstum der Daten geht ein Anstieg des Energieverbrauchs und der CO₂-Emissionen einher, insbesondere im Rechenzentrumsbetrieb. Auch der Mittelstand steht daher vor der Frage: Wie kann er das jeweilige Geschäftsmodell digitalisieren und gleichzeitig den Energieverbrauch minimieren? Die gute Nachricht: Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind nicht unvereinbar. Im Gegenteil, intelligente Datenlösungen können Unternehmen helfen, Energie zu sparen.
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ITM: Warum kommt großen Cloud-Anbietern hier eine zentrale Rolle zu?
Jara: Kunden achten heute genauer darauf, wie nachhaltig ihre Dienstleister sind. Das erzeugt Druck auf Unternehmen, besonders auf ihre IT. Daher spielen Rechenzentren und die Cloud-Transformation eine wichtige Rolle. Laut IDC verzeichnen 43 Prozent der Betriebe, die Cloud-Lösungen einsetzen, niedrigere Energiekosten; 23 Prozent verringern ihren CO₂-Fußabdruck, und bei 21 Prozent hat sich die Business-Resilienz erhöht. Cloud-Speicherlösungen bieten also die Flexibilität, Energieeffizienz und Skalierbarkeit, die Unternehmen benötigen, um ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Die hybride Cloud erweist sich oft als noch mächtigeres Werkzeug, das nicht nur aus wirtschaftlicher, sondern auch aus ökologischer Sicht gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vorteilhaft ist.
ITM: Warum ist Datentransparenz ein Muss für Nachhaltigkeit?
Jara: Auch KMU setzen sich ehrgeizige Ziele, um ihren CO₂-Fußabdruck zu reduzieren. Eine der Schlüsselfragen dafür ist die Transparenz der eigenen Daten. Sie sollten kritisch hinterfragen, ob wirklich alle gespeicherten Daten benötigt werden. Im Storage-Bereich sind vor allem ungenutzte Daten die Energiefresser. 60 bis 90 Prozent der Firmendaten zählen zu diesen. Daran wird deutlich, dass kein Unternehmen um die strategische Priorisierung des Datenmanagements herumkommt: Will es seine Nachhaltigkeitsziele erreichen, muss es den Energieverbrauch seines Rechenzentrums verringern. Mit der Kombination von intelligentem Datenmanagement, energieeffizienten Rechenzentren und hybriden Cloud-Lösungen sind Firmen in der Lage, nachhaltig zu wirtschaften. Service Provider und Cloud Provider gehören explizit dazu. Dieser ganzheitliche Ansatz ermöglicht es, den Energieverbrauch und die CO₂-Emissionen zu senken und die Ressourcen gezielter einzusetzen.
Bildquelle: Netapp