Kommentar

Nachschärfung der Klimaziele

Das angehobene Ziel der Bundesregierung ist ehrgeizig: Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral werden – und damit fünf Jahre eher als ursprünglich geplant. Kann das funktionieren?

Mann vor Eisberg

Wichtig ist, dass möglichst viele an einem Strang ziehen und ihren eigenen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Nach einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts und mit Blick auf neue EU-Vorgaben hat die Bundesregierung jüngst ein geändertes Klimaschutzgesetz vorgelegt, da die alte Fassung als unzureichend gerügt wurde. Deutschland soll nun fünf Jahre früher als ursprünglich geplant klimaneutral werden – und das Schritt für Schritt. So liegt das Minderungsziel für 2030 etwa bei 65 Prozent, d.h. Deutschland soll bis zum Ende des Jahrzehnts seinen Treibhausgasausstoß um 65 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 verringern. Für das Jahr 2040 gilt wiederum ein Minderungsziel von mindestens 88 Prozent. Bis zum Jahr 2045 soll schließlich Treibhausgasneutralität erreicht werden, was bedeutet, dass nur noch so viel Treibhausgas ausgestoßen werden soll, wie zugleich auch wieder gebunden werden kann.

Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, hat die Bundesregierung im Juni 2021 direkt mal ein Acht-Milliarden-Euro-Sofortprogramm beschlossen – als Teil des Bundeshaushalts 2022. Mit diesem Geld will sie die Dekarbonisierung der Industrie, grünen Wasserstoff, energetische Gebäudesanierung, klimafreundliche Mobilität sowie nachhaltige Wald- und Landwirtschaft zusätzlich fördern, heißt es auf der Website der Bundesregierung. Im Fokus stünden vor allem kurzfristig wirkende Maßnahmen, die den Ausstoß von Treibhausgasen sicht- und messbar mindern. Doch mit der Bereitstellung von Geld allein ist es nicht getan – der Etat des Bundeshaushalts 2022 muss ohnehin erstmal vom neuen Bundestag verabschiedet werden, der im Herbst gewählt wird.

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Wichtig ist, dass möglichst viele an einem Strang ziehen und ihren eigenen Beitrag zum Klimaschutz leisten: Bundesregierung, Unternehmen, Organisationen und jeder einzelne Mensch. Wenn das Mindset nicht stimmt, wird Deutschland sein Ziel bis 2045 wohl kaum erreichen. So sieht es z.B. auch Nadine Dlouhy, Geschäftsführerin der Brandlite GmbH: „Alles steht und fällt mit unserem Glauben an die Sache.“ Die Hürde sei daher oft der Mensch selbst. Und Lara Obst, Geschäftsführerin von The Climate Choice, sieht hier gerade für den Mittelstand eine gute Chance, „zukunftsorientiert zu agieren und sich frühzeitig als Vorreiter der Klimatransformation zu positionieren“. Das reduziere langfristig nicht nur Kosten und Risiken, sondern besonders die Emissionen.

Bildquelle: Getty Images / iStock

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