Das Thema „Nachhaltigkeit“ gewinnt rapide an Bedeutung für die additive Fertigung, etwa im Zusammenhang mit den Materialien. ((Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus))
„Die additive Fertigung gewinnt derzeit in unterschiedlichen Branchen an Relevanz“, erklärt Szilard Molnar. ((Bildquelle: Prirevo 3D-Solutions))
Manuel Siskowski: „Aus Produktionssicht ist der 3D-Druck immer da interessant, wo wir über Individualisierung oder kleine Stückzahlen sprechen.“ ((Bildquelle: Enable 3D))
Grundsätzlich findet der 3D-Druck immer mehr Anklang im Mittelstand, wie Manuel Siskowski feststellt: „Er ist in vielen mittelständischen Betrieben in ersten Anwendungsfällen angekommen“, so der Gründer und Geschäftsführer von Enable 3D. Dies betreffe oftmals die F&E-Abteilungen für Prototypen und immer häufiger auch die Vorserienproduktion. „In Zukunft erwarten wir mehr und mehr Einfluss auch auf die Geschäftsmodelle im Mittelstand.“ Aus Produktionssicht sei der 3D-Druck immer da interessant, wo über Individualisierung und kleine Stückzahlen gesprochen werde.
„Heute finden additive Fertigungsanlagen in vielen produzierenden Unternehmen, aber auch in der Kreativwirtschaft in unterschiedlichen Departments Anwendung“, stellt Szilard Molnar, Geschäftsführer der Prirevo 3D-Solutions GmbH, fest. Die Technologie eigne sich hier vor allem für die Erstellung individualisierter oder komplexer Teile und habe viele Bereiche wie den Werkzeugbau, die Fertigung von Leichtbauobjekten für den Aerospace oder Automobilbau sowie die Erstellung von medizinischen Applikationen revolutioniert.
Eine wirtschaftliche Anwendung von additiven Fertigungsverfahren erfordert oft das Neudenken von Produkten und das Ausnützen der geometrischen Freiheiten, die diese Technologie ermöglicht. Hierfür werden unterschiedliche Skills benötigt, „die in vielen Unternehmen noch nicht vorhanden sind“, weiß Molnar. Der Einstieg in die additive Fertigung sei daher immer mit einer steilen Lernkurve verbunden, die aber mithilfe eines geeigneten Partners bewältigt werden könne. Manuel Siskowski ermutigt wiederum, technisch versierte Mitarbeiter einzubinden. Schließlich würden sich viele bereits aus dem privaten Umfeld mit der Technologie auskennen. Wenn dann trotzdem Probleme beim 3D-Druck auftreten, „liegt es häufiger an einer nicht exakten Planungsvorbereitung anstatt am reinen Druckvorgang“, ergänzt wiederum Tanja Schmidt, Geschäftsführerin der Igreeen Solution GmbH.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Grundsätzlich bietet die additive Fertigung eine Vielzahl von Eigenschaften, die als nachhaltig betrachtet werden können. Als digitale Produktionsform ermöglicht sie beispielsweise eine Vor-Ort-Erzeugung nach dem Build-to-order-Prinzip und kann laut Szilard Molnar dabei helfen, Produktionswege und unnötige Produktionen auf Lager zu verringern. Desweiteren seien viele Verfahren sehr materialschonend, weil anders als bei zerspanenden Verfahren oft nur das Material verbraucht werde, das direkt in das Produkt eingehe. Die Nachhaltigkeit gewinnt jedenfalls rapide an Bedeutung für die additive Fertigung – das stellt auch Manuel Siskowski fest: „Wenn dezentral produziert wird, fallen Transporte und damit verbundene Emissionen weg.“ Aber auch bei den Materialien könne man neue Wege gehen. Häufig gebe es bereits interne Abfallkreisläufe, die sich für ein Upcycling zu 3D-Druckfilament eigneten.