Lizenzmanagement bei BYOD

Neuer Trend, neue Strategie?

Der vermeintliche Trend Bring your own Device (BYOD) hält mittlerweile auch bei so manchem Mittelständler Einzug. Doch was müssen Unternehmen in diesem Zusammenhang beim Lizenzmanagement beachten?

Smartphones und Tablet-PCs scheinen neben dem privaten Gebrauch auch für berufliche Zwecke hoch im Kurs zu stehen. Wie wichtig Themen wie Mobilität und spezifische Gerätetypen heute für Angestellte sind, unterstreicht eine aktuelle VMware-Studie. Demnach glauben 67 Prozent der deutschen Büroangestellten nicht, dass sie von ihren Arbeitgebern mit den nötigen mobilen Geräten für produktives Arbeiten von unterwegs ausgestattet werden. Folglich würde sich mehr als ein Drittel überlegen, den Arbeitsplatz zu wechseln, wenn sie ihr privates Mobilgerät nicht für die Arbeit nutzen dürfen. Der Druck durch die Mitarbeiter in Richtung BYOD ist laut Studie Realität, doch Unternehmen sind häufig noch verunsichert, wie sie darauf reagieren sollen. Dies betrifft nicht nur Fragen zu Sicherheit und Management, sondern auch zur Lizenzierung: Müssen sie auch hier ihre Strategie an BYOD anpassen?

Systemhäuser wie etwa Insight raten Unternehmen, dass diese zunächst ermitteln sollten, welche Mitarbeiter welche privaten Geräte für welche beruflichen Anwendungen bereits nutzen. In vielen Unternehmen gehört BYOD nämlich schon zum Alltag, ohne dass die Unternehmen dies unbedingt realisieren oder den genauen Umfang kennen. Entsprechend gibt es oftmals dazu noch keine echte Firmenstrategie. Hinzu kommt das Thema Lizenzmanagement. Welche besonderen Anforderungen müssen aus Sicht der Softwarelizenzierung bedacht werden?

Wunsch: Zugriff auf E-Mails und Dokumente

Das sicherlich häufigste Szenario für BYOD beschreibt den Zugriff auf dienstliche E-Mails und Geschäftsdokumente aus dem Unternehmensnetzwerk von einem privaten Endgerät aus. In puncto Lizenzierung bleibt in diesen Fällen die Herausforderung an das Unternehmen überschaubar. Der Zugriff eines mobilen Geräts auf Serverdienste wie E-Mail oder Dateiserver wird in Unternehmen meist über eine Zugriffslizenz rechtlich ermöglicht. Diese Client Access License (CAL) steht entweder pro Nutzer (User CAL) oder pro Gerät (Device CAL) zur Verfügung. Die Device CAL ist dabei das zuerst entstandene Modell aus Zeiten, in denen Anwender in der Regel nur ein Endgerät nutzten. Da damals ein Unternehmen oft mehr Mitarbeiter als Geräte besaß, war dieses Modell meist günstiger. Inzwischen hat sich dieses Verhältnis umgedreht. Entsprechend ist nun eine User CAL passender, da ein Anwender hierüber mehrere Endgeräte nutzen darf.
Im genannten Nutzungsszenario für BYOD ist daher die User CAL die geeignete Lösung. Die Gesamtkosten für das Unternehmen sind hier zwar unter Umständen höher als bei der Device CAL, doch für BYOD gibt sie eine höhere Rechts- und Zukunftssicherheit.

Umfassende Nutzung

Werden die privaten Geräte für sämtliche berufliche Anwendungen genutzt, ist die Lage etwas komplexer. Dies gilt vor allem, wenn das Unternehmen eine durchgängige BYOD-Strategie verfolgt, also überhaupt keine Geräte mehr zur Verfügung stellt und die Nutzer ihre eigenen Systeme für alle Tätigkeiten verwenden. Dieser Ansatz sollte sowohl in der Technik als auch in der Lizenzierung von einem generellen Strategiewandel begleitet werden. Die Virtualisierung von Desktops und Applikationen kann in diesem Szenario beispielsweise Vorteile bieten – vorausgesetzt, das Unternehmen möchte für jeden Mitarbeiter eine virtuelle Desktopumgebung zur Verfügung stellen, die dann auf beliebig viele Endgeräte übertragen wird. So lässt sich ein umfassender BYOD-Ansatz durch virtualisierte Applikationen oder eine virtuelle Desktopinfrastruktur (VDI) realisieren. Je nach Einsatzszenario bieten die Hersteller spezielle Lizenzlösungen, als Beispiel sei hier Microsoft und seine sogenannte VDA-Lizenz genannt.

Für viele Anwendungen steht jedoch nur die klassische Lizenzierungsmethode zur Verfügung, nämlich eine Lizenz pro Installation. In Zeichen von Virtualisierung und BYOD ist dies nicht mehr zeitgemäß. Viele Hersteller haben bereits darauf reagiert und bieten verstärkt Lizenzen, die pro User gültig sind, also unabhängig von der Anzahl der Geräte, der Installationsart oder Nutzungsweise. Oft handelt es sich hier um Produkte, die mit einer Cloud-Lösung in Verbindung stehen. Entsprechende Lizenzmodelle sollten schon alleine aus Kostengründen in eine umfassende BYOD-Strategie einbezogen werden.

Bildquelle: © Thinkstock/iStockphoto

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