Cloud Computing im Handwerk

Noch in den Kinderschuhen

Die Handwerker-Cloud ist noch winzig: Lediglich ein Drittel der etablierten Handwerkersoftware bietet auch eine Cloud-Variante an.

Das Handwerk ist eher IT-fern

Eine Million Betriebe mit fünf Millionen Beschäftigten, die einen Jahresumsatz von knapp 467 Milliarden Euro erwirtschaften - beeindruckende Zahlen. Es geht um das Handwerk, einem der Schwergewichte der Wirtschaft und für die IT ein oft noch zu erschließender Raum.

Vor allem Cloud Computing ist für das Handwerk noch weitgehend unbekannt. In einer Anwenderstudie hat das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO über 350 Handwerksbetriebe zu ihrer Einstellung zu Software aus der Cloud befragt. Gleichzeitig hat das Institut eine Marktstudie zusammengestellt, die neben einem Produktüberblick auch zahlreiche Hinweise zum Einsatz einer Cloud-Lösung enthält.

So gut wie alle der befragten Handwerksbetriebe setzen einen Computer ein, etwa zwei Drittel sogar mindestens einen eigenen Server. Eine große Schwachstelle des IT-Einsatzes im Handwerk ist die Datensicherung. Etwas mehr als die Hälfte der Betriebe arbeitet hier noch manuell. In den überwiegend kleinen Betrieben sind außerdem oft eigene Mitarbeiter mit der Wartung und Pflege der IT betraut.

Hier kann vermutetet werden: Betrieb, Wartung und Backup geschehen eher nebenbei und nicht entsprechend der Standards eines hochprofessionellen IT-Dienstleisters. Eine Cloud-Lösung würde hier eindeutige Vorteile bringen, was langsam auch im Handwerk in den Fokus rückt: Schon (oder erst) die Hälfte der Unternehmen ist an Cloud-Lösungen interessiert und ein Drittel misst ihnen große Bedeutung bei.

Cloud Computing im Handwerk steckt also noch in den Kinderschuhen. Dies zeigt sich auch bei einem Überblick über die handwerkspezifischen Software-Angebote: Sie wird vorwiegend als On-Premise-Installation angeboten. Eine gewisse Relevanz besitzt Cloud Computing aber trotzdem, denn ein Drittel der etablierten Produkte wird auch als Cloud-Lösung angeboten

Wichtig beim Cloud-Einsatz ist vor allem die Flexibilisierung der Nutzung. Dies spiegelt sich in einem nutzungsabhängigen Preismodell und kurzen Vertragslaufzeiten wieder. Zudem bietet mehr als die Hälfte der untersuchten Cloud-Lösungen eine Smartphone-App oder eine mobile Webapp an. Außerdem bieten fast alle Produkte Schnittstellen zu anderen Systemen, zum Beispiel zu gängigen Lösungen für die Finanzbuchhaltung, Zeitferfassung oder Maschinen.

Die eher IT-fernen Handwerksbetriebe werden mit ihrer Software sicher nur langsam in die Cloud umziehen. Doch die Handwerksbetriebe der Zukunft viel seltener eigene Server einsetzen und von höherer Qualität und Sicherheit in der Cloud profitieren. Durch die Einsparung von Hardware, Skaleneffekte und bedarfsgerechte Abrechnung können außerdem Kosten gesenkt werden.

Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

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