GPT hilft bei der Newsletter-Erstellung

„Nutzern immer mehr Arbeit abnehmen“

Im Interview erläutert Sven Kummer, Gründer von Rapidmail, welche Vorteile der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) beim Erstellen und Versenden von Newslettern bringt.

GPT hilft bei der Newsletter-Erstellung

Sven Kummer verspricht, dass mit seinem Newsletter-Tool Mittelständler jeder Größe erfolgreiches E-Mail-Marketing betreiben können.

ITM: Herr Kummer, zum Einsatz kommt bei Ihnen GPT-3, kurz für Generative Pre-trained Transformer 3. Welches Ziel verfolgen Sie mit der GPT-Integration?
Kummer: Die Weiterentwicklung unseres Tools orientiert sich immer am konkreten Mehrwert für unsere Nutzer, denen wir möglichst viel Arbeit und Zeit beim Erstellen von Newslettern ersparen möchten. In der Vergangenheit konnten wir bereits Prozesse für die grafische Gestaltung effizienter machen, z.B. dank der automatisierten Erstellung individueller Templates basierend auf der jeweiligen Unternehmens-URL. GPT gibt uns jetzt die Möglichkeit, auch die inhaltliche Gestaltung anwenderfreundlicher zu machen, was den Zeitaufwand beim Erstellen einzelner Mailings verringert.

ITM: Welche konkreten Aufgaben kann GPT im E-Mail-Marketing künftig übernehmen?
Kummer: Prognosen sind immer schwierig, gerade weil sich beim Thema „Künstliche Intelligenz“ derzeit so vieles so schnell verändert. Wir stehen ja immer noch ganz am Anfang dieser Entwicklung. Was wir allerdings jetzt schon sehen können, ist, dass es hinsichtlich der Content-Erstellung ein echter Gamechanger im E-Mail-Marketing sein kann und viele Anbieter in unserer Branche derzeit damit experimentieren. Denkbar ist z.B. Hilfe beim Verfassen von Betreffzeilen, aber auch von ersten Gliederungsentwürfen bis hin zu kompletten Mailings. Erst mal unter dem Vorbehalt eines hohen Korrekturbedarfs, da es bei Newslettern ja auch darauf ankommt, die eigene Zielgruppe persönlich anzusprechen, und KI-Texte zumindest momentan noch relativ einfach als solche zu erkennen sind. Spannend wird es für unsere Branche vor allem dann, wenn wir anfangen, erhobene Daten wie Klick- und Öffnungsraten an die KI zurückzuspielen. Erzielt eine bestimmte Art von Betreffzeile beispielsweise eine überdurchschnittlich hohe Öffnungsrate, merkt sich die KI das. So lassen sich die automatisch generierten Ergebnisse von lernenden Systemen mittel- und langfristig immer weiter verbessern. Durch den Einsatz von GPT und anderen Tools sehen wir daher die Chance, unseren Nutzern in Zukunft immer mehr Arbeit abzunehmen und E-Mail-Marketing insgesamt besser auf die Bedürfnisse und das Nutzungsverhalten der jeweiligen Zielgruppen zuzuschneiden.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 7-8/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

ITM: Inwieweit unterscheidet sich der von Ihnen eingeschlagene Weg von dem direkter Wettbewerber und Customer-Relationship-Management-Anbieter (CRM)?
Kummer: Wir haben uns natürlich auch mit der Frage beschäftigt, inwieweit wir über den Versand von Newslettern hinaus zusätzlich ein CRM-System anbieten möchten. In der Regel beschäftigen sich Unternehmen unserer Erfahrung nach allerdings schon lange, bevor sie über E-Mail-Marketing nachdenken, mit der Frage, welche Art von CRM-System sie für die Kontaktpflege mit ihren Kunden nutzen wollen. Dementsprechend verfügt die Mehrzahl bereits über ein eigenes CRM-System – je nach Größe des Unternehmens in Form von Excel-Listen oder Software-Systemen. Den meisten geht es primär also darum, eine einfache und gut funktionierende Schnittstellenintegration dafür zu bekommen, um einen reibungslosen Workflow zu garantieren. Also haben wir genau darauf unseren Fokus in der Entwicklung gelegt. In Kombination mit einer hohen Zustellrate und der einfachen statistischen Auswertung einzelner Newsletter hat das für unsere Nutzer einen höheren Stellenwert als ein integriertes CRM-System.

Bildquelle: Carina Adam Photography

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