Modernes Recruiting

Offenheit gegenüber Neuem

Personalverantwortliche müssen verstehen, was Bewerber wollen, und lernen, das Potenzial smarter Technologien wie Künstliche Intelligenz, Automatisierung und das Metaverse voll auszuschöpfen.

  • Modernes Recruiting

    Neben Video-Calls hat sich auch das zeitversetzte Videointerview als zeiteffektive Bewerbungsmethode inzwischen durchgesetzt.

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    Im Rahmen von Online-Tests können Personalverantwortliche bereits einiges über die Bewerber in Erfahrung bringen.

Talente suchen sich heute aus, wo und wie sie arbeiten möchten. Der Konkurrenzdruck unter Organisationen um die besten Talente ist so hoch wie noch nie. Für den Mittelstand heißt das: Perspektivwechsel einnehmen und den Mensch in den Mittelpunkt stellen. Dazu ist nicht nur die technologische Ausstattung der Recruiter, sondern auch die Offenheit gegenüber Neuem dringend notwendig. Ein Beispiel: Über die Hälfte der Deutschen hat bereits schlechte Erfahrung mit dem Bewerbungsprozess gemacht, so das Kernergebnis einer repräsentativen Studie von Cleverconnect. Viele Bewerber springen also bereits bei den ersten Schritten ab.

Personalisierte Karriereseite

Um die Candidate Experience zu optimieren, sollten Unternehmen die Sicht der Bewerber einnehmen und intuitive Prozesse für das Bewerbungsverfahren schaffen. Denn je aufwendiger das Verfahren, desto geringer die Motivation, die Bewerbung abzuschließen. Im Idealfall sollte das Einreichen einer Bewerbung nicht länger als fünf Minuten dauern.

Ein wichtiger Schritt dafür ist die „smarte Karriereseite“. Diese hochpersonalisierte Webseite ermöglicht ein schnelleres und passenderes Bewerbungsverfahren. Sie legt die Kultur, Werte und Vision des Unternehmens offen und zentralisiert jegliche Interaktion mit den Kandidaten bis zum ersten Bewerbungsgespräch. So können HR-Verantwortliche effizienter arbeiten, da sie alle Informationen an einem Ort finden und die automatisierten Workflows wichtige Ressourcen freisetzen. Bewerber erhalten direkt einen ersten Eindruck über das Unternehmen.

Dazu bietet eine „smarte Karriereseite“ die Möglichkeit, neben den Bewerbungen auf konkrete Stellen auch Initiativbewerbungen automatisch zu bearbeiten und die Daten der Bewerber mit Künstlicher Intelligenz (KI) zu analysieren und zu verarbeiten. So kann der Mittelstand seinen Talent-Pool vergrößern und Bewerber bekommen passende offene Stellen direkt vorgeschlagen. Eine zeitintensive Suche wird somit reduziert. Zudem verringert sich das Risiko für Unternehmen, potenzielle Talente zu verpassen. Auch eine direkte Terminvereinbarung für ein Gespräch oder das Abgleichen und Testen nötiger technischer und sprachlicher Kenntnisse für eine Stelle kann automatisiert in den ersten Schritten erfolgen.

Von der Bewerbung bis zur Auswahl

Welches Talent passt am besten zur Stellenbeschreibung und zum Unternehmen? Bei einer Vielzahl von Bewerbungen kann das Auswahlverfahren herausfordernd sein. Auch hier kann KI unterstützen. Beispielsweise lässt sich mit einem Lebenslauf-Matching diese entscheidende Etappe im Talent-Acquisition-Prozess automatisieren. Dabei wird jede Bewerbung in Echtzeit analysiert.

Die gesammelten Informationen werden mit den Stellenanforderungen bewertet. Ein sogenannter Match entsteht, wenn die Schnittmenge zwischen Talent und zu besetzender Position eine gewisse Prozentzahl erreicht – meist ab 75 Prozent. Damit können wertvolle Zeit im Recruiting-Prozess gewonnen und eine Chancengleichheit hergestellt werden. Zudem wird jede Bewerbung dokumentiert und wandert in den Talent-Pool des Unternehmens.

Bewerber sind offen für innovative und neue Methoden wie Videointerviews oder Online-Tests. Das klassische Vorstellungsgespräch ist spätestens seit dem Lockdown nicht mehr das Nonplusultra bei der Bewerberauswahl. Neben Video-Calls hat sich auch das zeitversetzte Videointerview als bewährte und zeiteffektive Methode durchgesetzt. Bewerber erhalten einen Link zu einer Plattform und gelangen damit zur Videoaufzeichnung. So können sie in einer entspannten Atmosphäre zu Hause vor dem Bildschirm die vorab festgelegten und aufgezeichneten Fragen des Personalverantwortlichen beantworten.

Was kommt als Nächstes?

Meetings mit Hologrammen, Häuser mieten, Grundstücke kaufen, investieren und shoppen gehen an Orten, die nur der digitalen Welt vor dem Computer existieren: Das Metaverse eröffnet neue Möglichkeiten. Die virtuelle und reale Welt verschmelzen miteinander. Doch welchen Einfluss hat die virtuelle Realität auf die Arbeitswelt und die HR-Prozesse? Schon vor dem Aufkommen des Metaversums haben technologische und soziale Entwicklungen Veränderungen vorangetrieben und den (Arbeits-)Alltag beeinflusst. Mit der derzeitigen Geschwindigkeit des Wandels und den aufkommenden Innovationen werden die Vuka-Welt und die damit einhergehenden Chancen und Risiken neu gemischt. Neue Stellenprofile, Kompetenzen, Soft Skills und Arbeitsmethoden werden entstehen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 9/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Für das Recruiting ist auch das Metaverse ein denkbarer Ort für das Akquirieren neuer Talente – sei es über den Besuch von virtuellen Messeständen oder über virtuelle Vorstellungsgespräche mit Avataren. Der Fantasie in Zeiten des Fachkräftemangels und hohen Wettbewerbsdrucks sind keine Grenzen gesetzt und erste Versuche wurden bereits gestartet.

Die HR-Abteilung erfährt derzeit einen starken Wandel. Die Veränderungen am Arbeitsmarkt sowie technologische Entwicklungen haben großen Einfluss auf die Art und Weise, wie Talente in Zukunft angesprochen, konvertiert und bewertet werden. Um die besten und geeignetsten Talente zu finden, müssen Unternehmen bereits beim ersten Klick überzeugen können. Die Candidate Experience ist entscheidender denn je, nur so können potenzielle Bewerber überzeugt und in Mitarbeiter konvertiert werden.

Bildquelle: Cleverconnect

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