„Die Unternehmen wissen, dass Digitalisierung, Datenkompetenz und Automatisierung wesentliche Erfolgskriterien sind“, sagt Jörg Tewes.
Unter Mittelstand verstehe ich ...
… eine unterschätzte Größe. Mittelständischen Unternehmen in Deutschland wird oft mangelnde Innovationskraft vorgeworfen. Dabei können sie sich häufig agiler an Veränderungen anpassen als große Konzerne, weil sie schlankere Strukturen haben und neue Ideen teils schneller umsetzen. Nicht von ungefähr ist von „Hidden Champions“ die Rede.
Der Mittelstand hebt sich von Großkonzernen dadurch ab, dass ...
… er in der Regel über geringere Budgets verfügt, was die Implementierung von neuen Technologien verzögern kann. Mittelständische Unternehmen wägen, nicht auch zuletzt begründet auf einem hohen Verantwortungsbewusstsein, genauer ab, wie sie ihre Ressourcen einsetzen, um die gewünschten Fortschritte zu erzielen.
Um als IT-Spezialist im Mittelstand Erfolg zu haben, bedarf es ...
… flexibler und skalierbarer Angebote, die agil an sich ändernde Bedürfnisse angepasst werden können und bei denen keine unerwarteten Kostenexplosionen zu befürchten sind. Wichtig ist auch, dass eine Lösung ohne große Vorbereitungszeit und ohne engmaschigen IT-Support funktioniert, da mittelständischen Unternehmen meist keine große IT-Abteilung inhouse zur Verfügung steht.
Was die IT anbelangt, ist der Mittelstand ...
… weiter in seiner Entwicklung, als ihm nachgesagt wird. Die Unternehmen wissen, dass Digitalisierung, Datenkompetenz und Automatisierung wesentliche Erfolgskriterien sind, und haben auch Schritte unternommen. Trotzdem befindet sich der Mittelstand noch am Beginn seiner Digitalisierungsreise. Im Bereich „Datennutzung“ ist noch viel Luft nach oben. Aber auch hinsichtlich Künstlicher Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) verhält sich der Mittelstand teils zögerlich. Hier stelle ich vor allem zu US-amerikanischen Unternehmen einen Unterschied fest. Dort geht man meist offener an neue Technologien heran und probiert auch mal Dinge aus.
Die durchschnittliche IT-Grundausstattung im Mittelstand besteht aus ...
… einer Basisinfrastruktur. Oft fehlen die Ressourcen, um komplexe IT-Systeme einzuführen. Immer mehr mittelständische Unternehmen nutzen die Cloud und bevorzugen dabei eine hybride Lösung, die ihnen auf der einen Seite größtmögliche Flexibilität und Skalierbarkeit bietet, es aber auf der anderen Seite erlaubt, sensible Daten im eigenen Haus zu behalten.
Charakteristisch für IT-Investitionsentscheidungen im Mittelstand ist, dass ...
... sie Business-orientiert sind und einen klaren Mehrwert erzielen sollen. Innovation um der Innovation Willen ist die Sache des Mittelstands meist nicht. Wenn aber eine neue Technologie z.B. zu einer verbesserten Kundenerfahrung führt, neue Märkte erschließt oder die Basis für neue Geschäftsmodelle darstellt, dann sind mittelständische Unternehmen auch bereit, Geld dafür auszugeben.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 7-8/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Die typischen IT-Probleme des Mittelstands sind ...
… lösbar – auch wenn sie zunächst wie die Quadratur des Kreises erscheinen mögen. So sollen Unternehmen ihre Digitalisierung vorantreiben, schrecken aber oft vor dem Einsatz von Data Analytics zurück, weil viele Lösungen schlicht zu groß dimensioniert sind. Sie müssen ihre Produktivität steigern, haben aber nur ein überschaubares Budget, das ihnen nicht erlaubt, ihre bestehenden technischen Umgebungen komplett neu aufzusetzen. Häufig kommt es dann dazu, dass eines der Schlüsselelemente für eine erfolgreiche Entwicklung – Effizienz, Performance, Kosten – zugunsten eines anderen aufgegeben werden muss. Diese Kompromisse machen es Unternehmen aber beispielsweise unmöglich, das Potenzial ihrer Daten voll auszuschöpfen, was ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich einschränkt, vor allem auch im internationalen Vergleich. Dieses scheinbare Dilemma erinnert mich an einen alten Werbespruch: Drei Wünsche auf einmal, das geht doch nicht. Doch, es geht.
Als Lösung für diese Probleme favorisiere ich, dass ...
… Unternehmen bei der Entscheidung für ihre Analytics-Datenbank keine Kompromisse mehr eingehen. Bei der Weiterentwicklung unserer In-Memory-Datenbank haben wir genau diese Prämisse in den Mittelpunkt gestellt. Flexibilität bei der Bereitstellung neuer Technologien, ein transparentes Preismodell und überzeugende Performance ermöglichen es den mittelständischen Unternehmen, die Vorteile von Data Analytics zu nutzen und zugleich in einer unsicheren Marktsituation die eigenen Ausgaben jederzeit klar unter Kontrolle zu haben.
Handlungsbedarf auf IT-Seite im Mittelstand sehe ich ...
… in veralteten Datenbanksystemen, die Digitalisierungsprojekte ausbremsen. Zudem ist es wichtig, eine umfassende Datenkultur umzusetzen und die eigenen Ziele klar zu definieren und zu kommunizieren. Nur wenn das Verständnis für die Vorteile von Data Analytics im Unternehmen vorhanden ist und die Mitarbeiter Zugang zu den für sie relevanten Erkenntnissen haben, können Daten und Datenanalysen ihre volle Wirkung entfalten.
Jörg Tewes
Alter: 59 Jahre
Familienstand: verheiratet
Größtes Hobby: Rennrad
Karriere
Ausbildung: Diplom-Informatik an der TU Berlin
Beruflicher Werdegang: Als Veteran der Technologiebranche hat Tewes mehr als 30 Jahre Erfahrung darin, innovative Produkte auf den Markt zu bringen und das Wachstum von Unternehmen sowohl in den USA als auch in Europa zu steigern. Er arbeitete u.a. bei Poet Holdings – heute Teil der Actian Corporation –, Avid Technology Inc., Logitech International, Avegant und Amazon.
Derzeitige Position: CEO bei Exasol
Bildquelle: Exasol