Im Zuge von Digitalisierung und Industrie 4.0 sind unternehmerische Risiken gerade für Mittelständler schwerer abzuschätzen – spezielle Versicherungen schaffen Abhilfe.
Bereits 2017 sprachen 59 Prozent der mittelständischen Maschinenbauer in Deutschland laut einer Studie von Ernst & Young digitalen Technologien eine wichtige Rolle für das eigene Geschäftsmodell zu. Das Beispiel der deutschen Traditionsindustrie verdeutlicht, wie tiefgreifend dieser Wandel für den gesamten deutschen Mittelstand ist. Gleichzeitig zögern einzelne Unternehmen, mit der Digitalisierung Neuland zu betreten, da sie unsicher sind, welche Optionen der Absicherung für Risiken der Digitalisierung verfügbar sind. Sind bestehende Versicherungen ausreichend oder neue digitale Services überhaupt abgedeckt? Versicherer haben auf diese Verunsicherung reagiert und bieten Mittelständlern vermehrt transparente Komplettlösungen an.
Moderne Maschinenbauunternehmen sind längst nicht mehr allein Hersteller, sondern auch Dienstleister für Cloud-Services, Fernwartung und Prozessoptimierung. Damit wächst der klassische Produktlebenszyklus aus Entwicklung, Produktion, Montage, Support und Reparatur um digitale Elemente. So ermöglicht die kontinuierliche Anlagenüberwachung eine schnellere Prozessoptimierung und verbesserte Wartungszyklen. Bei Fehlfunktionen oder Sicherheitslücken können Software-Updates aufgespielt werden und Störungen direkt aus der Firmenzentrale behoben werden.
Für bisher überwiegend analoge Maschinenbauer verschmelzen klassischer Anlagenbau und IT-Service zunehmend. Die Absicherung der Unternehmen bleibt jedoch in manchen Fällen noch auf dem „analogen“ Niveau stehen. Sie deckt vor allem Personen- und Sachschäden ab. Durch eine fehlerhafte Datenübermittlung bei einem zusätzlichen angebotenen Cloud-Service kommen jedoch für Mittelständler verstärkt aus Vermögensschäden resultierende Ansprüche hinzu. Der Fehler kann beim Kunden zu einem Produktionsstillstand führen, der im schlimmsten Fall existenzbedrohend wird.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Die Vorteile für innovative Maschinenbauer liegen auf der Hand: Sie erschließen neue Geschäftsfelder und sichern langfristige Kundenverbindungen mit kontinuierlicher Wertschöpfung über den gesamten Produktlebenszyklus. Prozesse werden durch Digitalisierung für die Kunden einfacher – aber zugleich deutlich komplexer für Hersteller. Die Herausforderungen für den Mittelstand liegen aktuell besonders in der IT-Sicherheit, hohem technologischen Entwicklungsbedarf und fehlendem Know-how – nicht zuletzt aufgrund des vorherrschenden Fachkräftemangels. In diesem Spannungsfeld können Entscheider zwei Fehler begehen: den Fokus allein auf technische Entwicklung zu legen und das Risikopotenzial der Vernetzung zu verkennen. Oder: die neuen Gefahren zu erkennen und diese als so unübersichtlich zu bewerten, dass vor digitalen Innovationen zurückgescheut wird.
Der internationale Spezialversicherer Hiscox rät daher zu einer zeitgemäßen, umfassenden Absicherung:
1. Entscheider sollten sich der neu entstehenden Risiken bewusst sein – sich jedoch nicht abschrecken lassen.
2. Eine umfassende Absicherung durch eine passende Betriebshaftpflicht und Vermögensschadenhaftpflicht ist die Grundlage für die Aufstellung als Anbieter auch digitaler Lösungen.
3. Eine moderne Versicherung passt zum individuellen Mittelständler und zeichnet sich dabei durch eine offene Deckung und nur wenige, transparente Ausschlüsse aus, die eine ständige Überprüfung unnötig machen.
Bildquelle: Thinkstock/iStock