Die IT sei kein Spielplatz für Nerds, sondern ein Produktionsmittel, so Johannes Bischof, CEO bei Konica Minolta Deutschland.
… das einzigartige Geflecht an kleinen und mittelgroßen Unternehmen unterschiedlicher Branchen, die zusammen der wichtigste und verlässlichste Innovations- und Technologiemotor Deutschlands sind. Sie prägen den Wirtschaftsstandort Deutschland und sind maßgeblich für den Wohlstand in unserer Gesellschaft verantwortlich. Zudem stellt der Mittelstand einen weitgehend konjunkturresistenten Garanten dar. Nicht zuletzt sind mittlere Unternehmen hinsichtlich der Nachhaltigkeit die Arbeitgeber schlechthin. Trotzdem sind sie eine Gruppe, die in diesem Zusammenhang immer noch politisch sehr vernachlässigt wird. Primär wird auf die Leuchttürme der Wirtschaft geblickt.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
… mittelständische Betriebe ein freies Unternehmertum pflegen. Sie handeln im Heute und denken dabei an Morgen. Sie sind regional fest verwurzelt und sich damit auch ihrer sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Zudem sind sie auf die unterschiedlichsten Bereiche spezialisiert, oftmals eng verzahnt und im ganzen Land verteilt.
Trotz der regionalen Verwurzelung ist der typische mittelständische Betrieb überregional, teilweise sogar global orientiert und damit durchaus am Puls der Zeit. Auch entsteht die Dynamik meist nicht durch langjährige Studien, sondern durch den direkten und unmittelbaren Kundenkontakt.
... einer partnerschaftlichen Haltung und eines grundlegenden Verständnisses für die Herausforderungen, denen sich kleine und mittelständische Firmen im Zeitalter der Digitalisierung gegenübersehen. Denn die IT hat heute für alle Unternehmen eine strategische Bedeutung. Die IT ist kein Spielplatz für Nerds, sondern ein Produktionsmittel und als solches zu finanzieren und zu verstehen. Doch vor allem kleine und mittelständische Betriebe können heute vielfach den IT-Betrieb nicht mehr mit eigenem Know-how bewältigen. Meist liegt dies an den hohen Kosten und am Fachkräftemangel. Gerade sie wünschen sich daher häufig einen Dienstleister als zentralen Ansprechpartner für alle IT- und Business-Fragen. Denn diese Bereiche sind heute untrennbar miteinander verbunden.
… im Hinblick auf den digitalen Wandel eher verhalten beim Umbau der vorhanden, IT-Infrastruktur. Für Mittelständler spielen Wachstum und Flexibilität eine große Rolle. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sie technisch immer auf der Höhe der Zeit sein. Doch der Aus- bzw. Umbau der IT-Infrastruktur ist kostenintensiv und erfordert zudem interne IT-Expertise, die oftmals aufgrund von fehlendem Personal nicht vorhanden ist.
Die durchschnittliche IT-Grundausstattung im Mittelstand besteht aus ...
... sehr unterschiedlichen Lösungen, da der Mittelstand Unternehmen unterschiedlichster Größe und Ausrichtung vereint. Sehr häufig finden wir On-Premise-Lösungen, die oft auch selbst entwickelte Systeme umfassen. Typisch sind wohl Netzwerk und Server, Workstations, ein ERP-System und wenn notwendig ein Produktionsplanungssystem. Daneben herrscht großes Interesse an Digital-Manufacturing-Lösungen, aber meist mit der Frage „Wie und wo beginnen wir?“ gepaart.
... deren Pragmatismus – insbesondere bei Familienunternehmen. Hierbei wird nicht zwingend ein ganzheitliches Konzept verfolgt, sondern es werden pragmatische Lösungen für ganz bestimmte Aufgaben im Alltag favorisiert. Dabei vertraut man traditionell auf eigene Stärken, holt aber vermehrt externe Berater oder besser „Realisierer“ hinzu.
... das Bewusstsein, dass IT eine Top-management-Aufgabe ist und sich daraus resultierend die zwingende Notwendigkeit ergibt, eine IT sehr robust aufzusetzen, d.h. eine Mischung aus On Premise, Cloud, Selbermachen und Auslagern. Die Strategie sollte lauten, sich nicht vollständig von einem Anbieter bzw. einer Technologie abhängig zu machen. Dabei gilt: Sowohl das eigene Know-how als auch das hohe Wissen externer Dienstleister sind wichtig. Es sollte auch nie vergessen werden, dass IT selbst unter widrigsten Umständen funktionieren muss, weshalb ein entsprechender Disaster-Recovery-Plan vorhanden sein muss.
... dabei, auf den richtigen IT-Partner zu setzen. Denn die Digitalisierung ist für Unternehmen Herausforderung und Chance zugleich. Neben einem breiten Portfolio sind mehr denn je umfassende Beratung, proaktiver Service und integrierte IT-Technologie aus einer Hand gefordert. Ein IT-Partner sollte seine Kunden mit maßgeschneiderten Strategien auf dem Weg begleiten und unterstützen, dabei aber immer die gesamte Organisation im Blick haben.
Persönliches
Name: Johannes Bischof
Alter: 59 Jahre
Familienstand: in einer Beziehung
Hobbys: Bergwandern und Farming
Karriere
Ausbildung: Höhere technische Lehranstalt für Elektrotechnik, MBA General Management an der Donau Uni Krems
Beruflicher Werdegang: Bischof startete seine Karriere 1980 als IT System Engineer; ab 1986 bei Digital Equipment (jetzt HP) in unterschiedlichen Positionen, wie etwa Sales Manager für die Länder der ehemaligen Sowjetunion zuständig; 1997 CEO des Systemintegrators Softlab
(später Cirquent, heute NTT Data)
Derzeitige Position: Seit 2000 CEO von Konica Minolta Österreich; seit 2012 zusätzlich Managing Director des Clusters West (Österreich, Deutschland, Belgien und Niederlande); seit Juli 2013 hält er zusätzlich die Funktion als CEO
bei Konica Minolta Deutschland.
Bildquelle: Konica Minolta