Die Kaffeevollautomaten bei Aequator werden den Produktkategorien entsprechend auf eigenen Bändern im sogenannten One-Piepe-Flow montiert.
In der Gastronomie, in Empfangshallen, Kantinen oder Convenience Stores erfreuen sich Kaffee- und Heißgetränkemaschinen größter Beliebtheit. Das zeigt der Trend des „Office Coffee Service“ – also die Bereitstellung von Automaten in Büros. Doch ganz unabhängig vom Einsatzzweck müssen die Maschinen zuverlässig und leicht bedienbar sein. Das war schon immer so in der fast 90-jährigen Unternehmensgeschichte der Aequator AG. Weiterentwickelt haben sich die Maschinen indes kontinuierlich: Handelte es sich in der Gründungzeit noch um Siebträgermaschinen, fertigt das Unternehmen heute jährlich etwa 15.000 Vollautomaten sowie Private-Label-Maschinen. Neben der Schweiz beliefert das Traditionsunternehmen über Tochtergesellschaften sowie Händler vorrangig auch Deutschland, die Beneluxstaaten, England und Skandinavien.
Die Kunden können neben Standardgeräten aus Kleinserien also auch ganz individuelle Maschinen und Designs in Auftrag geben. So oder so produziert das Unternehmen ausschließlich auf Kundenauftrag und ist ganz besonders auf kurze Durchlaufzeiten und präzise Planungen angewiesen. Zu den größten Herausforderungen in der Herstellung zählen zudem die mehrstufige Produktion und deren enge Verzahnung mit der Entwicklung. Das gelingt nur durch den Einsatz eines durchdachten IT-Systems und einen hohen Automationsgrad.
Dreh- und Angelpunkt der Produktionsplanung und -steuerung ist das ERP-MES-System PSIpenta sowie ein integriertes, elektronisches Kanban-System. Eine wesentliche Rolle spielen neben dem Auftragsmanagement vor allem das Variantenmanagement sowie der Leitstand: „Der Leitstand hilft uns, sehr flexibel auf Kundenwünsche reagieren zu können und die aktuelle Auslastungssituation für alle Mitarbeiter übersichtlich darzustellen“, erläutert Andreas Alge, CFO und Leiter Prozessmanagement bei Aequator. Pro Produktgruppe montiert der Hersteller die Maschinen im One-Piece-Flow auf sogenannten Produktionsbändern. Gemeint ist eine Lean Production, die logistisch zwar auf einer Fließfertigung basiert, bei deren Arbeitsorganisation jedoch teilautonome Gruppenarbeit oder Jobrotation eingesetzt wird. „Auf gewissen Bändern fertigen wir bis zu zehn unterschiedliche Maschinenvarianten und da wiederum bis zu sieben Kundenvarianten“, beschreibt der Leiter Prozessmanagement. „Die Vielfalt ist folglich riesig. Doch dank unseres Planungssystems produzieren wir alles bis zur Losgröße 1 ohne Umrüstung am Band.“
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Das Auftragsmanagement übermittelt die Kundenaufträge an den Leitstand, der sie in Fertigungsaufträge überführt und in der Abfolge ihres Produktionszeitpunkts auflistet. Je nach Ressourcenauswahl adaptiert der Leitstand im Anschluss die Produktionszeit pro Auftrag und visualisiert den Abarbeitungsstatus. Daraus wird auch ersichtlich, wann die Fertigstellung der jeweiligen Aufträge voraussichtlich erfolgen wird und ob diese dem Plan bzw. den zugesagten Lieferterminen entsprechen. Da der Leitstand an den Bändern verfügbar ist, kann der Bandleiter Aufträge selbest starten, unterbrechen oder stoppen. Nach Abschluss des Fertigungsauftrags wird das Material im ERP-System verbucht und die Maschinen werden systemtechnisch fertiggemeldet. Die Buchung an das Lager oder das Versandlager erfolgt durch die Logistik.
Als zentrales IT-System unterstützt das ERP nicht nur bei der operativen Abwicklung von Kundenaufträgen über die gesamte Lieferkette, sondern auch an den Schnittstellen zur Entwicklung und zur Buchhaltung. „Gerade bei der täglichen Arbeit hilft uns das System sehr“, so Andreas Alge. Zum Tragen kommt zudem die Flexibilität der Produktsuite, von der Aequator ganz aktuell profitiert. Denn das Unternehmen befindet sich mitten in einem Prozess des Wandels: „Für die Erschließung neuer Märkte verändern wir unser Produktspektrum und passen die Organisationsstruktur unseren Zielen an. In diesem Wandel sind wir auf ein verlässliches ERP-System angewiesen – als Datengrundlage für die einzelnen Prozesse. Das gelingt nur, weil das System selbst flexibel genug ist, um neue Strukturen und Prozesse abzubilden und zu unterstützen.“
Als Auftragsfertiger hochwertiger Produkte sind die Ansprüche der Aequator AG an IT und Automatisierung alltäglicher Arbeiten groß. Die integrierte ERP-MES-Lösung wird diesen Anforderungen gerecht und schafft die Grundlage für die notwendige Flexibilität und Wandelbarkeit. In Einklang mit den flankierenden IT-Lösungen ist das Schweizer Traditionsunternehmen somit für die Zukunft gerüstet.
Branche: Kaffeemaschinenhersteller
Gründung: 1933
Hauptsitz: Arbon (Schweiz)
Mitarbeiter: 80
Umsatz: ca. 22 Mio. Franken
Bildquelle: Aequator AG