Ergebnisse der Epicor-Snapshot-Studie

Qualität als Erfolgsformel

Herausforderungen wie hohe ­Rohstoffpreise, Konjunkturschwankungen und Fachkräftemangel stellen deutsche Elektronikhersteller ihre Qualität und Produktinnovationen entgegen – dies ist eines der Hauptergebnisse der Epicor-Snapshot-Studie, die im November während der Fachmesse Electronica 2012 in München erhoben wurde.

Im Rahmen seiner Studie hat Epicor, ein Anbieter von Systemen für Enterprise Resource Planning mit Branchenlösungen für die Fertigungsindustrie, 112 Elektronikhersteller aus Deutschland nach ihrer Markteinschätzung befragt sowie zu ihren Maßnahmen, sich im internationalen Wettbewerbsumfeld erfolgreich zu positionieren. *

Demnach sehen sich Elektronikhersteller aktuell und in den nächsten fünf Jahren schwierigen äußeren Rahmenbedingungen gegenüber. Die drängende Frage ist daher, wie interne Optimierungspotentiale ausgeschöpft werden können. Die beschleunigte Entwicklung von Produktinnovationen steht hier an erster Stelle – sie rangiert bei den befragten Unternehmen als wichtigster Einflussfaktor auf ihren wirtschaftlichen Erfolg hinter Aspekten wie Rohstoffpreise, Konjunkturschwankungen und Fachkräftemangel. Das Differenzierungsmerkmal deutscher Elektronikhersteller gegenüber internationalen Wettbewerbern ist laut Studie eindeutig die Qualität – dies bezieht sich auf die Produkte selbst, auf die durchgängige Sicherung der Qualität, aber auch auf Aspekte wie Rückverfolgbarkeit der Produkte und Liefertermintreue. So wichtig diese Kriterien sind, so herausfordernd ist ihre Umsetzung im internationalen Geschäft. Denn die hohen Qualitätsstandards als Erfolgsformel haben ihren Preis. In der Folge hat die Kostenoptimierung bei den befragten Unternehmen die höchste Priorität auf die Frage nach den zwei wichtigsten Initiativen, um auch zukünftig im globalen Wettbewerb zu bestehen.

Integration für schnellere Reaktionen


Dahinter rangiert die Optimierung des Einsatzes vorhandener Kapazitäten, dicht gefolgt von internationalen Partnerschaften und Kooperationen. „Die Brisanz der Anforderung, ohne Einbußen in der Qualität effizient zu operieren und für eine hohe Auslastung der bestehenden Kapazitäten zu sorgen, zeigt sich auch bei unseren ERP-Projekten“, erklärt Hermann Stehlik, Vice President Zentraleuropa bei Epicor.  Auf die Frage, welche Verbesserungen bzw. Wettbewerbsvorteile Unternehmen von IT-Lösungen erwarten, liegt die Fähigkeit der schnelleren Antworten auf Kundenanfragen an erster Stelle. Angesichts der Studienergebnisse, wonach 50 Prozent der Befragten im Idealfall innerhalb weniger Tage und knapp 44 Prozent innerhalb weniger Stunden antworten, ist dieses Anliegen wenig überraschend. „Natürlich sind Reaktionszeiten bei innovationsgetriebenen Fertigern mit technisch komplexen Fragestellungen langsamer als bei Unternehmen, die Standardmassenprodukte herstellen“, erklärt Stehlik. „Jedoch: Vielfach verzögern sich Antworten deshalb, weil der Einblick in die aktuellen Geschehnisse fehlt: Die oftmals ungenügende Integration von Fertigungsprozessen, Liefermanagement, Einkauf und Produktentwicklung erfordert mehr Aufwand, statt auf Knopfdruck Alternativwege zu identifizieren und zu bewerten. Wenn Informationen dieser Art manuell aus einzelnen Systemen gesucht und in Beziehung gesetzt werden müssen, um verschiedene Szenarien mit all ihren Konsequenzen zu erfassen, dauert das einfach seine Zeit.“

An vielen kleinen Stellschrauben drehen

Diese Problematik bestätigt auch die Studie: Auf die Frage, was IT-Lösungen zur Analyse und Verbesserung der eigenen Geschäftsprozesse leisten müssen, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen, werden unterschiedliche Ziele relativ ähnlich gewichtet. So steht die bessere Abstimmung von Produktion, Beschaffung und Auftragseingang mit 52 Nennungen nur knapp vor der Kosteneinsparung durch optimierte Beschaffung (48) und der besseren Liefertermintreue durch einen zentralen Blick auf Logistikprozesse (47).  

Noch deutlicher ist es bei der Frage, in welchen Bereichen das größte Potential für Optimierungen durch IT-Systeme gesehen wird. Logistik, Produktentwicklung, Produktion und Vertrieb werden fast gleichermaßen oft genannt, mit etwas Abstand erhielten die Punkte Kundenservice, Einkauf, Partner- und Zulieferer sowie Produktmanagement ähnlich viele Nennungen. „Aus der Praxis wissen wir, dass es bei den meisten Fertigungsunternehmen nicht das eine zentrale Problem gibt, das gelöst werden muss. Es sind die vielen kleinen Stellschrauben im ganzen Unternehmen, die in Abhängigkeit voneinander die Produktivität, Leistungsfähigkeit und damit quasi automatisch die Kosteneffizienz des Gesamtunternehmens beeinflussen“, so Stehlik.

Das Bewusstsein für den Wertbeitrag übergreifender, strategischer Software als Lösung für dringende Herausforderungen ist nach den Ergebnissen der Studie allerdings gering ausgeprägt. „Kosten und Ressourceneinsatz optimieren, internationale Geschäftsbeziehungen vereinfachen, die Produktentwicklung beschleunigen und gleichzeitig ein kontinuierlich hohes Qualitätsniveau halten – dies geht auf Dauer nicht mit Excel-Sheets und einzelnen Datenbankanwendungen“, sagt Stehlik. „Sehr häufig sehen wir, dass gerade mittelständische Fertiger in ihrer Entwicklung ausgebremst werden, wenn der Schritt hin zu moderner Software für die Unternehmenssteuerung über Jahre hinweg hinausgezögert wird.“ 

* Die vollständige Studie „Erfolgsfaktoren für Elektronikhersteller“ steht zur Verfügung unter: www.business-inspired-erp.de

Bildquelle: © Thinkstock/iStockphoto

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