In der Apotheke bekommen die Kunden genau erklärt, wie der intelligente Tablettenspender für zuhause funktioniert.
In Groß-Gerau gibt es bei der Löwen Apotheke nun auch eine 24/7-Abholstation. Moderne Apotheken müssen sich schließlich zunehmend auch als Dienstleister positionieren.
Der Tablettenspender von Tantum Sana ist z.B. bei den Löwen-Apotheken in der Kreisstadt Groß-Gerau (Südhessen) und deren Kunden im Einsatz.
Denn das Kundenverhalten ändert sich rasant. Zunehmend werden insbesondere nicht rezeptpflichtige Produkte online bestellt, oftmals auch bei ausländischen Internet-Apotheken, die nicht den deutschen Gesetzen folgen müssen. Diese liefern frei Haus, der Gang zur Apotheke ist nicht mehr notwendig. Mit dem schon lange angekündigten E-Rezept besteht nun zudem die Gefahr, dass auch die rezeptpflichtigen Medikamente per Internet bestellt werden. 18.000 Apotheken in Deutschland liefern das gleiche rezeptpflichtige Medikament. Auch die Rezeptgebühren unterscheiden sich nicht. Nicht vergessen werden darf dabei zudem das irgendwann verfügbare E-Rezept auf dem Handy – damit ist der Apothekenkunde lediglich zwei Klicks von einer ausländischen Internet-Apotheke entfernt, die darüber hinaus noch jede Menge kostenloser Gutscheine für Wein, Hygieneprodukte und vieles mehr schenkt, was einer deutschen Apotheke untersagt ist.
Was also bindet einen Kunden noch an eine klassische Apotheke? Und kann die zunehmende Digitalisierung den Apotheken vor Ort bei der Kundenbindung tatsächlich helfen? Die Antwort lautet: Ja, sie hilft erkennbar – und die Veränderungen haben längst begonnen. Bestellungen per Internet sind heute üblich, Medikamentenlieferdienste machen den Kunden unabhängiger von einer Apotheke. Was einen Kunden folglich nachhaltig an eine Apotheke bindet, sind zusätzliche Dienstleistungen – und das Verständnis, dass die Apotheke mit ihrem pharmakologischen und pharmazeutischen Fachwissen das notwendige Bindeglied zwischen Arzt und Patient darstellt.
Allein in Deutschland nehmen fast neun Millionen Menschen aktuell fünf und mehr Medikamente dauerhaft ein, viele Senioren müssen durchschnittlich sogar elf Medikamente einnehmen. In bis zu 50 Prozent der Fälle werden die Medikamente falsch oder gar nicht eingenommen. Das manuelle Vorrichten der Medikamente in eine Wochenpillenbox ist ohnehin äußerst fehleranfällig. Besonders dramatisch ist, dass es keine zentrale Medikamentendatei für Patienten gibt, die von den behandelten Ärzten eingesehen werden könnte. Die verschiedenen Ärzte verschreiben jeweils Medikamente, erstellen vielleicht noch jeweils einen Einnahmeplan – und das war es. Einen Überblick über die sonst noch verordneten Medikamente haben sie somit nicht.
Das Resultat ist dramatisch: Die daraus resultierenden unerwünschten, häufig gravierenden Medikamentenwechselwirkungen können bis zum Tod führen. Vergangenes Jahr starben Studien zufolge bis zu 25.000 Menschen daran. Jede dritte Krankenhauseinlieferung eines Seniors ist überdies medikationsbedingt. Darüber hinaus fehlen bereits heute 200.000 ausgebildete Pflegefachkräfte, bald werden es 500.000 sein. Derzeit leben zuhause vier Millionen Senioren mit Pflegegrad, bald sind es sogar sechs Millionen.
Um die geschilderten Problematiken abfedern zu können, wurde das digitale Medikamenten-Management- und Vergabesystem Maja Sana von Tantum Sana für zuhause entwickelt, das z.B. bei den Löwen-Apotheken in der Kreisstadt Groß-Gerau im Einsatz und bei den Kunden gefragt ist. Es besteht aus einer Cloud, einem intelligenten Medikamenten-Dispenser und mehreren Apps sowie einem Web-Frontend für die Apotheke.
Über die Cloud ist die Apotheke mit dem intelligenten Medikamenten-Dispenser zuhause beim Nutzer verbunden. Sobald die Apotheke den Gesamtmedikationsplan erstellt hat, geht dieser digital über die Cloud fehlerfrei in den Dispenser. Auch jegliche spätere Änderung des Medikationsplans ist umgehend übertragen. Die Medikamente, die die Apotheker automatisiert und somit fehlerfrei in Form von sogenannten Schlauchblistern vorrichten, enthalten alle Medikamente des Patienten für mindestens sieben Tage, portioniert auf alle täglichen Einnahmezeiten. Diesen Wochenschlauchblister kann der Patient oder der Angehörige abholen, er kann durch den Apothekenfahrdienst direkt geliefert oder per Post zugesandt werden.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Der intelligente Dispenser liest und kontrolliert aus Sicherheitsgründen jedes einzelne Blistertütchen. Er meldet sich – wenn eine Medikamentenvergabe ansteht – akustisch sowie optisch und sorgt somit beim Kunden für das richtige Medikament in der richtigen Dosis zur richtigen Zeit. Sollte das Medikament nicht abgerufen werden, werden die Angehörigen oder ein Pflegedienst per App informiert. Ganz wichtig ist für die Löwen-Apotheken und ihre Kunden die seniorengerechte Bedienbarkeit. Erreicht wird dies über einen großen Touchscreen mit großer Schrift, entsprechenden Farben und Ein-Knopf-Bedienung. Dahinter verbirgt sich ein Tablet.
Den intelligenten Dispenser stellt die Apotheke ihrem Kunden zur Verfügung. Mit dieser Lösung ist sie rund um die Uhr an sieben Tage in der Woche beim Kunden präsent – und der wiederum erkennt, wie wichtig die pharmazeutische Kompetenz für ihn ist. Das bindet und verbindet einfach. Der Kunde mietet die Lösung direkt in der Apotheke – und bald können sich Senioren mit einem Pflegegrad die entstehenden Kosten auch von ihrer Pflegekasse erstatten lassen.
Neben der Kundenbindung ergeben sich weitere Vorteile für die Beteiligten: Gesundheitsinformationen können direkt auf dem Bildschirm angezeigt werden. Telepharmazie ist möglich, also der direkte Austausch mit der Apotheke ohne persönlichen Besuch. Nicht zu vergessen die Angehörigen, die deutlich entlastet werden und stets wissen, dass es ihren Lieben gut geht.
Löwen-Apotheken
Branche: Pharmazie
Gründung: 1954
Hauptsitz: Groß-Gerau (Südhessen)
Mitarbeiter: 30
Bildquelle: Löwen Apotheke Groß-Gerau