EU bei KI im Rückstand
Risikokapital für KI seit 2012 - kumulativer Ländervergleich
Der Europäische Rechnungshof urteilt streng: "Die EU hatte bisher nur wenig Erfolg bei der Entwicklung eines sogenannten Ökosystems für künstliche Intelligenz (KI) und konnte die KI-Investitionen nicht im gleichen Maße wie die weltweit führenden Akteure steigern." Der Sonderbericht stellt Brüssel und den Einzelstaaten ein schlechtes Zeugnis aus. Insgesamt sei die Entwicklung zu langsam, das Investitionsniveau zu niedrig und die Investitionsziele zu vage. Denn es stehe viel auf dem Spiel: "Im Wettrennen um KI besteht die Gefahr, dass der Gewinner am Ende alles bekommt", sagt Mihails Kozlovs, das für die Prüfung zuständige Mitglied des Europäischen Rechnungshofs.
Die Investitionsziele der EU seien zudem überholt, da sie seit 2018 unverändert geblieben seien, urteilt der Sonderbericht. Dieser mangelnde Ehrgeiz stehe im Widerspruch zu dem Ziel, ein weltweit wettbewerbsfähiges KI-Ökosystem aufzubauen. So müsse die Kommission besser dafür sorgen, dass die Ergebnisse von EU-finanzierten KI-Forschungsprojekten umfassend vermarktet und genutzt werden. Auch private Investitionen müssen stärker gefördert werden. So haben die USA seit 2012 mehr als 425 Milliarden US-Dollar Risikokapital aufgebracht, die EU-Staaten lediglich 50 Milliarden (Quelle).
"Umfangreiche und zielgerichtete Investitionen in KI werden in den kommenden Jahren entscheidenden Einfluss auf das Wirtschaftswachstum in der EU haben", so Kozlovs weiter. "Um die ehrgeizigen EU-Ziele zu erreichen, müssen die Europäische Kommission und die EU-Länder ihre Kräfte wirksamer bündeln, schneller handeln und das Potenzial der EU besser nutzen. Nur dann kann diese große technologische Revolution erfolgreich gemeistert werden."
Der KI-Sonderbericht des Europäischen Rechnungshofes zum Download.
Bild: Brian Penny / Pixabay