Die Umleitung von Containern hat zu einer durchschnittlichen Verlängerung der Gesamttransitzeit von Asien zu den wichtigsten Häfen um etwa zehn Tage geführt.
Michael Ruchty, Messeleiter der Euroexpo Messe- und Kongress-GmbH, will den Fachbesuchern der Logimat 2024 probate Grundlagen zur Entscheidung für eine flexible, zukunftssichere Systemlösung liefern.
Wandelbarkeit der Hard- und Software in der Logistik gilt nicht nur als Prämisse für Investitionssicherheit, weil diese Eigenschaft bei der Produktauswahl für Neuinstallationen die Entscheidung für ein zukunftsfähiges System wahrscheinlicher macht. Vielmehr gewinnen mit wachsender Volatilität, Komplexität und Dynamik diese Flexibilität bzw. Wandelbarkeit bei der zukunftsfähigen Auslegung der logistischen Prozesse eine zunehmend wichtigere Rolle. Wandelbarkeit vereinfacht, etwa bei verändertem Bedarf oder bei technischen Neuentwicklungen, die Erweiterbarkeit und Modifizierbarkeit bestehender IT-Systeme, Fahrzeuge bzw. Transportsysteme, Anlagen oder Transportbehälter. Auf Fachmessen wie z.B. der Logimat Mitte März 2024 verfolgt das Gros der Aussteller dieses Erfordernis. Doch welche Faktoren kennzeichnen unter Aspekten wie Investitionssicherheit und Zukunftsfähigkeit von Systemen und Komponenten? Messeleiter Michael Ruchty vom Veranstalter Euroexpo Messe- und Kongress-GmbH will „den Fachbesuchern so bei anstehenden Investitionen probate Grundlagen zur […] Entscheidung für eine flexible, zukunftssichere Systemlösung“ liefern.
Als typische Attribute gelten leicht umstrukturierbare Komponenten, eine modulare Konzeption des Gesamtsystems und eine Anlagentechnik nach dem Baukastenprinzip. Die Kopplung von Modulen zu einem zugeschnittenen Gesamtsystem verspricht Flexibilität bei Erweiterungen und Änderungen. Das Spektrum der entsprechenden Instrumente reicht von modular konzipierten Warehouse-Management-Systemen (WMS) und Logistik-Suiten über Anlagen- und Materialflusssteuerung bis hin zum prozessoptimierten Zusammenspiel von Fördertechnik und Flotten der Transportgeräte. Als klassische Beispiel in der Lagertechnik gilt etwa die konsequent modulare Konzeption der Autostore-Technologie mit der Skalierbarkeit aller Anlagenkomponenten.
Ein anderes Beispiel: Bei innerbetrieblichen Materialflüssen kommen, je nach Anforderung, stationäre Fördertechnik oder mobile Transportfahrzeuge – vom klassischen Stapler über Fahrerlose Transportsysteme (FTS) bis hin zu Autonomen Mobilen Robotern (AMR) – zum Einsatz. Für den individuellen Zuschnitt sowie die nötige Flexibilität bei Modifizierungen und Erweiterungen sind die Komponenten moderner Fördertechnik nach dem Baukastenprinzip verfügbar. Immer öfter werden stationäre Förderanlagen durch barrierefreie Transporte mit FTS und AMR abgelöst.
Drittes Beispiel: Auch bei der etablierten Disziplin des Lieferketten-Managements ändert sich vieles. Vor allem steigt die Komplexität, weil trotz Fachkräftemangel und Kostendruck neue Resilienz- und Nachhaltigkeitsstrategien aufgebaut werden. Extremwetterereignisse, politische Krisen, Huthi-Rebellen, Pandemien: Weil sich die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft stark verändert haben, verschieben sich auch die Prioritäten von Supply-Chain-Managern. Galt es früher vor allem, die Kosten zu senken, gewinnen heute Warenverfügbarkeit und Resilienz immer mehr an Bedeutung. Grundsätzlich gilt: Ein resilientes Lieferketten-Management ermöglicht es den Verantwortlichen, die Supply Chain nach externen Ereignissen wieder möglichst schnell in Betrieb zu nehmen.
Zudem gilt: Grundsätzlich führt eine Diversifikation innerhalb der Lieferkette zu einer besseren Resilienz. Für ein robustes Supply Chain Management (SCM) bauen führende Unternehmen daher für sensible Produkte, Materialien und Komponenten ein breites Portfolio an Zulieferern sowie verschiedene Transportwege auf. Dennoch dürfen sie das Thema „Kostensenkung“ nicht aus den Augen verlieren. Die Besten der Besten nutzen im Lieferketten-Management auch schon Open-Source-Software und Künstliche Intelligenz (KI). Ralf Düster, Vorstandsmitglied des Bochumer Softwarehauses Setlog, betont: „Wer sich auf kooperatives Arbeiten einlässt, benötigt im Unternehmen ein neues Mindset.“ Ein Umdenken ist auch bei anderen Themen nötig – etwa beim Vertrauen auf neue Technologien wie KI bei Entscheidungen.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2024. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Ein erfolgreiches Praxisbeispiel auf Basis klarer Regeln ist das der Open Logistics Foundation. Deren Mitglieder investieren nicht mehr Dutzende Stunden, um simple Standardschnittstellen selbst zu programmieren, sondern nutzen bereits vorhandene Schnittstellen ihrer Partner, mit denen sie zum Teil im harten Wettbewerb stehen. Denn eines ist klar: Die Besten der Besten werden Prozesse noch stärker automatisieren und die Vorteile der KI in den Bereichen „präskriptiver Analytik“ sowie „autonomer Agenten“ nutzen. Mit neuen Tools können Unternehmen von der Planung bis zur Auslieferung Tempo machen, Prozesse effizient steuern und so auch dem Fachkräftemangel entgegenwirken.
Transparenz ist die Voraussetzung für resiliente Supply Chains. Wenn sie erfüllt ist, können die Manager schneller erkennen, welcher Bereich in der Kette durch ein externes Ereignis betroffen ist. Wegen der starken Volatilität in der Wirtschaft stellen viele Firmen existierende Kontrakte auf den Prüfstand. Flexibilität spielt bei der Neuausrichtung der Verträge eine zentrale Rolle. Um besser planen zu können, ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen allen Partnern entlang der Supply Chain nötig, die oftmals neue Kommunikationsplattformen erfordert.
Bildquelle: Logimat Euroexpo Messe und Kongress GmbH