ERP-Software

„SaaS bedeutet Skalierbarkeit“

Im Interview erklärt Holger Schüler, Bereichsleiter Cloud & Services bei Kumavision, was insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) rund um die ERP-Einführung unbedingt wissen sollten.

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„Gerade KMU sollten darauf achten, dass der Standardfunktionsumfang der ERP-Software das Gros der benötigten Geschäftsprozesse bereits abbilden kann“, sagt Holger Schüler.

ITM: Herr Schüler, oftmals scheuen vor allem kleinere Unternehmen die ERP-Einführung, etwa wegen des Kostenfaktors oder weil sie befürchten, mit der Komplexität des Systems überfordert zu sein. Inwiefern sind diese Sorgen berechtigt?
Holger Schüler: Diese Sorge ist durchaus berechtigt, da die Einführungskosten mitunter wirklich ausufern können. Damit das bei unseren Projekten nicht passiert, haben wir beispielsweise das Modell SmartStart entwickelt. So können wir Unternehmen modulare Pakete mit klar definierten Leistungen zu Festpreisen anbieten. Das spart Kosten, reduziert die Einführungszeit deutlich und schafft volle Transparenz.

ITM: Warum sollten kleine und mittlere Unternehmen nicht auf ein ERP-System verzichten? Inwieweit lohnen sich ERP-Lösungen auch für Start-ups?
Schüler: Unabhängig von ihrer Größe müssen Unternehmen ihre Prozesse digitalisiert abbilden, da eine händische Verwaltung von Geschäftsdaten auf Dauer schlichtweg zu ineffizient, teuer und fehleranfällig ist. Durch Software-as-a-Service-Lösungen (SaaS) wie etwa Microsoft Dynamics 365 Business Central lassen sich alle relevanten Geschäftsprozesse abbilden und nach Bedarf skalieren. So kann ein Start-up zunächst mit wenigen Arbeitsplätzen beginnen und sukzessive weitere Anwender lizenzieren.

ITM: Welche Stolpersteine sollten KMU bei der Implementierung einer neuen ERP-Software beachten?
Schüler: Gerade KMU sollten darauf achten, dass der Standardfunktionsumfang der ERP-Software das Gros der benötigten Geschäftsprozesse bereits abbilden kann. Sie sollten möglichst auf individuelle Anpassungen verzichten, da diese oft unnötig, aufwändig und kostspielig sind. Zudem sollten sie darauf achten, dass der ERP-Partner neben der technologischen Expertise vor allen Dingen das notwendige Branchen-Know-how sowie die Umsetzungskompetenz mitbringt, damit am Ende wirklich genau die branchentypischen Funktionen implementiert werden, die das Unternehmen tatsächlich braucht.

ITM: Wann bzw. unter welchen Voraussetzungen sollten KMU Ihrer Meinung nach auf ein ERP-System aus der Cloud, wann auf eine On-Premises-ERP-Lösung setzen?
Schüler: Aufgrund der einfachen Skalierbarkeit, der hohen Sicherheit und der Kostentransparenz sollte jedes Unternehmen, egal welcher Größe, immer auf eine SaaS-Lösung in der Cloud setzen. Ausnahmen können sich aus Compliance-Gründen oder gesetzlichen Beschränkungen ergeben. Es gibt heute keine rationalen Argumente, die für eine On-Premises-Betrieb sprechen.

ITM: Häufig sind ERP-Systeme für eine bestimmte Betriebsgröße ausgelegt – was sollten stark wachsende und expandierende Unternehmen in Bezug auf die Skalierbarkeit beachten?
Schüler: SaaS bedeutet Skalierbarkeit und bietet die notwendige Flexibilität, um schnell auf Veränderungen im Markt und auf das eigene Wachstum reagieren zu können, beispielsweise auch, wenn es darum geht, saisonale Spitzen kurzfristig zu kompensieren.

ITM: Aktualisierungen und Updates von ERP-Systemen verbinden viele Unternehmen mit hohem Aufwand. Inwiefern ist die Sorge berechtigt? Wie lässt sich der Aufwand möglichst gering halten?
Schüler: Aktualisierungen und Updates waren früher tatsächlich mit hohen Aufwänden und Kosten verbunden. Mit SaaS-Lösungen müssen sich Anwender meistens gar keine Gedanken mehr darüber machen, da sie immer automatisch auf der aktuellen Version arbeiten. Aufwändige Update-Projekte gehören so der Vergangenheit an.

ITM: Welche Trends sehen Sie in naher Zukunft in Bezug auf die Weiterentwicklung von ERP-Systemen?
Schüler: Individuelle Anpassungen oder erforderliche funktionale Erweiterungen werden immer mehr über standardisierte Apps erfolgen und nicht mehr programmiert werden müssen. Mit Microsoft setzen wir das heute bereits konsequent um.

Bildquelle: Kumavision

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