Fünf Ransomware-Pannen

Schadenfreude statt Schaden

Ransomware ist längst kein Gelegenheitszeitvertreib gelangweilter Hacker mehr, sondern ein kriminelles Geschäft mit hohen Um- und Einsätzen. Vor allem in der Corona-Krise haben diese deutlich zugenommen. Aber auch Kriminellen können perfekt geplante Angriffe missraten. Das Sophos Rapid Response Team berichtet von fünf Hacker-Pannen, die statt für Schaden eher für Schadenfreude gesorgt haben dürften.

Hacker-Pannen

Auch Cyberkriminelle sind nicht vor Pannen geschützt.

Eine typische Ransomware ist eine ausgefeilte, menschengeführte Attacke, bei der die Eindringlinge oft mehrere Tage bis Wochen im Netzwerk verbleiben, bevor sie ihre Erpressungen starten. Während dieser Zeit bewegen sie sich durch das Netzwerk, stehlen Daten, installieren neue Tools oder löschen Backups – doch auch Cyberkriminellen unterlaufen Fehler.

So geschehen etwa bei einem Angriff der Avaddon-Gruppe, die von ihrem Opfer gebeten wurde, doch die eigenen Daten zu veröffentlichen – man könne einen Teil nicht wiederherstellen. Die Gruppe machte die Ankündigung, Opferdaten zu veröffentlichen, wahr – und das betroffene Unternehmen kam so wieder in den Besitz der eigenen Daten.

Auch die Maze-Angreifer erlebten eine für sie unschöne Überraschung: Sie stahlen eine große Menge Daten von einem Unternehmen, nur um dann herauszufinden, dass diese unlesbar waren. Denn: Sie waren bereits eine Woche zuvor von der Doppelpaymer-Ransomware verschlüsselt worden.

Die Conti-Spezialisten verschlüsselten hingegen ihre eigene, neu installierte Hintertür. Sie hatten Anydesk auf einem infizierten Rechner installiert, um sich einen Fernzugang zu sichern und rollten dann die Ransomware aus, die alles auf dem Gerät verschlüsselte – natürlich auch Anydesk.

Die falsche Firma erpresst

Glück für die einen, Pech für die anderen: Die Mount-Locker-Bande zeigte sich irritiert davon, dass ihr Opfer sich weigerte, zu zahlen, nachdem sie eine Stichprobe geleakt hatten. Die Auflösung der Verwirrung: Die von ihnen veröffentlichen Daten gehörten zu einer ganz anderen Firma.

Zu guter Letzt ließen Cyberkriminelle die Konfigurations-Dateien für den FTP Server, den sie zur Datenexfiltration nutzten, zurück. Die Folge: Das Opfer konnte sich ohne Probleme einloggen und so die gesamten gestohlenen Daten einfach wieder löschen.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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