Der Anwender wollte nicht nur eine neue ERP-Lösung finden, sondern auch ein umfassendes Ökosystem etablieren, das IT und Business perfekt vereint.
Schüco bildet die gesamte Wertschöpfung mit SAP ab, beispielsweise den Finanzbereich, die Logistik oder den Vertrieb.
Wollen Unternehmen heute die Digitale Transformation vorantreiben, kommen sie um die Cloud nicht mehr herum.
Mit Blick auf die Zukunft treibt Schüco die eigene IT- und Business-Transformation konsequent voran.
Was haben das Dream Hotel in New York, das Havenhuis in Antwerpen und die Grundschule im sächsischen Wermsdorf gemeinsam? Sie bestechen durch moderne architektonische Lösungen. Ob extravagante Fenster, Glasfassaden oder innovative Türkonstruktionen: Die Lösungen stammen allesamt von Schüco.
So international wie das Projektportfolio ist auch die Belegschaft: Schüco beschäftigt mehr als 6.330 Mitarbeiter in über 80 Ländern. Die Herausforderung: alle Standorte gleichermaßen in die Digitale Transformation einbinden. Denn das Unternehmen plant, Hochtechnologie künftig nicht allein oder zuerst in Deutschland einzuführen, sondern weltweit. Konsequente Standardisierung ist ein entscheidender Faktor, um dieses Ziel in angemessener Geschwindigkeit und Qualität zu erreichen. Die bisherige IT-Landschaft erwies und erweist sich dabei jedoch eher als Bremsklotz für den Mittelständler aus Ostwestfalen. Eine zukunftsfähige Geschäftsentwicklung lässt sich damit kaum erreichen. Zu viele historisch gewachsene, heterogene Systeme bremsen die Geschäftsprozesse aus. Um eine stabile Basis für künftiges Wachstum zu schaffen, wollten die Verantwortlichen nicht nur eine neue Enterprise-Resource-Planning-Lösung (ERP) einführen. Sondern sie möchten ebenso ein umfassendes Ökosystem etablieren, das IT und Business perfekt vereint.
Nach einem intensiven Auswahlverfahren entschied sich Schüco für Rise with SAP als Rückgrat für den digitalen Wandel des Unternehmens. Dabei war klar, dass es für eine erfolgreiche Transformation mehr braucht als nur die passende Technik. Gefordert sind außerdem ausgereifte Prozesse, motivierte Teams und das richtige Mindset.
Daher plant der Anwender, erstens die konzernweite IT-Landschaft zu optimieren. Zweitens veränderte das Unternehmen aber auch seine Organisationstruktur umfassend: Der bisherige Top-down-Ansatz und damit verbundene Verhaltensmuster verschwanden. Heute handeln die Mitarbeiter eigenverantwortlich und selbstbestimmt. „Uns hemmen keine Hierarchien. Stattdessen binden wir alle Mitarbeiter in die Transformation ein, indem wir neue Skills fördern und eine bessere Zusammenarbeit auf Teamebene ermöglichen“, sagt Christian Alexander Graf, CIO der Schüco International KG. Das bedeutet: Sowohl die Fachbereiche als auch die Nutzer gestalten heute den Weg des Unternehmens aktiv mit.
Ergänzend dazu die neue IT-Strategie des Mittelständlers: Die Einführung eines neuen ERP-Systems ist nur ein erster Schritt. Auch Stationen wie die R/3-Hana-Cloud-Migration, der S/4-Pilot am Standort Borgholzhausen und der globale Einsatz von S/4Hana stehen auf der Roadmap. Dabei geht es nicht darum, Technologie um ihrer selbst willen einzuführen. In Zukunft wird vielmehr entscheidend sein, welche Ergebnisse – und damit welche Verbesserungen – sich mithilfe von neuen Lösungen erzielen lassen. Mit welcher Anwendung oder welchem System kann ich die Effizienz an einer bestimmten Stelle im Unternehmen optimieren? Welche IT-Lösungen kommen einzelnen Produkten konkret zugute? Solche Fragen bestimmen die Zukunftsstrategie von Schüco. „Anstatt wie bisher vorrangig an Technologie-Stacks zu denken, steht für uns der Business Value im Vordergrund. Unsere IT durchläuft eine Metamorphose. Sie wird zum Business Enabler und treibt mit dem internen Projekt ‚Be.Vision‘ die Transformation unternehmensweit voran“, sagt Graf.
Die vom Anwender im letzten Jahr entwickelte IT-Strategie „Be.Vision“ sieht eine umfangreiche Nutzung von Cloud-Anwendungen wie Microsoft 365 und S/4Hana Cloud vor. Zeitgemäße Kollaborations-Features, moderne ERP-Funktionen und Software-Tools erleichtern den Arbeitsalltag und erhöhen die Produktivität. Gleichzeitig machen sie das Unternehmen flexibler, entlasten es beim IT-Management und schaffen mehr Raum für Innovation.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 7-8/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Schüco bildet die gesamte Wertschöpfung mit SAP ab, beispielsweise den Finanzbereich, die Logistik oder den Vertrieb. Dabei behält man die strategischen Ziele von „Be.Vision“ stets im Blick. „Zero Touch“ heißt das Prinzip, nach dem das Unternehmen beispielsweise den Lebenszyklus von Produkten durchgehend digital abbilden möchte: vom Design und Prototypen über den digitalen Zwilling und den Produktkatalog bis zur digitalen Designplattform, in der Kunden ihre Fassaden oder Türen selbst gestalten können. Ebenfalls in den digitalen Lebenszyklus eingebunden sind automatisierte Bestellungen, Bestellbestätigungen sowie die gesamte Faktura bis zur Auslieferung auf der Baustelle. Der digitale Kreis schließt sich mit vorausschauender Wartung und einer proaktiven Kundenbetreuung.
Wollen Unternehmen heute die Digitale Transformation vorantreiben, kommen sie um die Cloud nicht mehr herum. Laut einer Studie von PwC nutzen bereits 90 Prozent der IT-Abteilungen in Deutschland flexible Ressourcen aus der Cloud, um schnell auf neue Geschäftsanforderungen reagieren zu können. So auch Schüco: „Be.Vision“ sieht beispielsweise eine Cloud-Transformation in mehreren Stufen vor. Wichtiges Ziel: durch Cloud-Lösungen schnelle Erfolge für das Business zu erzielen.
Die gelang dem Fassadenspezialisten z.B. mit der Einführung einer Field-Service-Management-Lösung (FSM) für den Metallbau, die innerhalb von acht Monaten über die Bühne ging. Die dabei gesammelten Erfahrungen flossen in Folgeprojekte ein, sodass der Kunststoffbereich schon nach zehn Wochen mit der Cloud-basierten FSM-Lösung starten konnte.
Mit Blick auf die Zukunft treibt das Anwenderunternehmen die eigene IT- und Business-Transformation konsequent voran. Die Westfalen möchten ihre Spitzenposition in ihrer Branche langfristig halten und ausbauen. Bereits eingeführte und die Implementierung weiterer IT-Lösungen bilden die Basis für diesen Weg.
Gründung: 1951
Branche: diskrete Fertigung
Hauptsitz: Bielefeld
Mitarbeiter: mehr als 6.330 weltweit
Umsatz: ca. 1,7 Mrd. Euro (2020)
Bildquelle: 3XN Architects