Die Mehrheit der deutschen IT-Entscheider (83 Prozent) sieht einen Fachkräftemangel im Bereich IT-Sicherheit. Dies ergab der heute erschienene Report „Hacking the Skills Shortage“ von Intel Security in Zusammenarbeit mit dem Center for Strategic and International Studies (CSIS). Der Report basiert auf einer weltweiten Umfrage unter IT-Entscheidern in Unternehmen und erläutert, wie sich der Nachwuchsmangel im Bereich Cyber-Security auf Staaten und Organisationen auswirkt. 76 Prozent verwiesen auf die mangelnden Fähigkeiten als Grund für konkrete, messbare Schäden an ihren Unternehmen.
"Eine Mehrheit der Befragten in allen untersuchten Ländern konnte Schäden in ihrem Unternehmen aufgrund mangelnder Kenntnisse zurückverfolgen.“ James A. Lewis, CSIS.
Die Befragten schätzten, dass durchschnittlich 15 Prozent der Stellen im Bereich IT-Sicherheit in ihrer Firma bis zum Jahr 2020 unbesetzt sein werden. Mit dem Vormarsch der Cloud, Mobile Computing und dem „Internet of Things“ sowie immer gezielteren Cyber-Angriffen und -Terrorismus auf der ganzen Welt, ist der Bedarf nach gut ausgebildeten Sicherheitskräften dringender denn je.
Der Bedarf an Cybersecurity-Profis hat das Angebot an qualifizierten Arbeitskräften mit den am dringendsten benötigten technischen Fähigkeiten in den untersuchten Ländern längst überholt. Tatsächlich ist es so, dass Fähigkeiten wie Intrusion Detection, sichere Software-Entwicklung und Schadensminderung von Angriffen viel höher bewertet werden als soziale Kompetenzen wie Zusammenarbeit, Führungsqualitäten und effektive Kommunikation.
Der Report nennt vier Dimensionen des Fachkräftemangels in der IT-Sicherheitsbranche:
1. Ausgaben für IT-Sicherheit: Die Größe und das Wachstum der Budgets zeigt, wie wichtig Staaten und Unternehmen die IT-Sicherheit ist. Wie zu erwarten ist, kommen die Organisationen, die mehr für IT-Sicherheit ausgeben, besser mit dem Fachkräftemangel zurecht. 76 Prozent der deutschen Befragten zufolge hat dieser Mangel bereits zu messbaren Beeinträchtigungen der Sicherheitsnetzwerke in ihrem Unternehmen geführt.
2. Bildung und Ausbildung: 33 Prozent der deutschen Befragten sind der Meinung, dass Studien- und Ausbildungsprogramme die angehenden IT-Sicherheitsprofis umfassend auf die tatsächliche Arbeit vorbereiten – damit sind sie im internationalen Vergleich am zufriedensten mit der universitären und beruflichen Ausbildung. Weltweit sind nur 23 Prozent der Befragten mit der Ausbildung zufrieden. Der Report zeigt, dass vor allem praktische und ungewöhnliche Lehransätze wie Praktika, Hackathons und spielerische Lernprogramme eine effektive Lösung darstellen, Cyber-Security-Fähigkeiten zu fördern. 43 Prozent der deutschen Befragten glauben zudem, dass der Fachkräftemangel im Bereich der IT-Sicherheit ausgeprägter ist als in anderen Bereichen der IT und kontinuierliche Aus- und Weiterbildung vonnöten sind.
3. Arbeitgeberattraktivität: Das Gehalt ist – wenig überraschend – der Motivationsfaktor Nummer eins, wenn es um die Rekrutierung von Fachkräften geht. Aber auch andere Anreize sind wichtig, um Talente anzulocken, beispielsweise Weiterbildung, Aufstiegsmöglichkeiten und der Ruf der IT-Abteilung des Unternehmens. Rund die Hälfte der Befragten nennen fehlende Aufstiegschancen und fehlende Qualifikationsmaßnahmen als Hauptgrund für den Weggang von Talenten.
4. Politische Verantwortung: Ganze 84 Prozent der deutschen Befragten sagen, dass die Regierung nicht genug in die Ausbildung von IT-Sicherheitsfachkräften investiert. Nur fünf Prozent sind mit den Investitionen der Regierung zufrieden.
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