Nachgefragt bei Stephan Bäckert, Pyramid Computer

Seppmail-Anwendung ab fünf User

Interview mit Stephan Bäckert, Business Development Manager bei der Pyramid Computer GmbH

Stephan Bäckert, Pyramid Computer GmbH

Stephan Bäckert, Business Development Manager bei der Pyramid Computer GmbH

ITM: Herr Bäckert, welche konkreten Einsatzszenarien von Seppmail sind in mittelständischen Unternehmen denkbar bzw. lohnen sich für Mittelständler am meisten?

Stephan Bäckert: Eigentlich gibt es keine typischen Einsatzszenarien. Alle Unternehmen, ob groß oder klein, die sensible Daten über den etablierten und einfachen E-Mail-Kanal versenden wollen, sind für Verschlüsselung und Signatur ansprechbar. Wir haben Museen, Kanzleien, Pharmabetriebe, Fußballklubs, viele Unternehmen im Gesundheitswesen sowie auch Banken und Versicherungen als Kunden.

ITM: Inwiefern können bereits vorhandene Systeme an Seppmail angebunden bzw. integriert werden – zum Beispiel E-Mail-Programme (z.B. Exchange, Lotus Notes), ERP-Systeme, Archiv- oder Dokumenten-Management-Lösungen?

Bäckert: Die Lösung ist eine eigenständige Appliance, die in der DMZ angesiedelt ist und den kompletten ein- und ausgehenden Mail-Strom scannt. Es sind keinerlei Adaptionen oder Software-Installationen am Client oder Mailserver notwendig. Einzig die ausgehende Mail muss, wenn sie verschlüsselt werden soll, als „vertraulich“ gekennzeichnet werden. Das kann mit den bekannten Bordmitteln, oder per „Befehl“ in der Betreffzeile geschehen.

ITM: Wie teuer ist der Seppmail-Service für ein mittelständisches Unternehmen pro Monat? 

Bäckert: Wir bieten die Lösung sowohl Out of the box als zuverlässige Hardware-Appliance der Firma Pyramid an, als auch als Virtuell-Machine-Version (VM). Einige Partner bieten die Lösung auch als Cloud-Service an. Die Kosten sind abhängig von der Anzahl der User. Die kleinste Menge sind fünf User und der unterste Eintrittspunkt ist 2.000 Euro (umgerechnet also 170 Euro pro Monat im ersten Jahr und dann 33 Euro pro Monat ab dem zweiten Jahr).

ITM: Wie viele mittelständische Unternehmen nutzen heute bereits Seppmail in Deutschland, Österreich und der Schweiz? Wie viele Partner bieten den E-Mail-Service in der DACH-Region an?

Bäckert: In der DACH-Region sind es mittlerweile weit über 1.000 mittelständische Unternehmen, die die Lösung im Einsatz haben. Es gibt etwa 50 Partner, die unsere Lösung in ihrem Portfolio haben. Durch die Berichte in der Presse und der Sensibilisierung am Markt sind es zur Zeit ca. zwei bis drei neue Partner die sich pro Woche bei uns melden und sich über die Lösung informieren.


ITM: Was passiert, wenn ein Kunde von Seppmail auf die Dienste eines De-Mail-Providers oder den E-Postbrief umsteigen möchte? Inwieweit ist die Übernahme bzw. Migration von Altdaten bzw. E-Mails möglich?

Bäckert: De-Mail und E-Postbrief sind Dienste, die dem Kunden eine weitere E-Mail-Adresse bescheren. De-Mail ist die gesetzlich abgesicherte Zustellung einer E-Mail an einen weiteren De-Mail-Empfänger. Somit kann hier nicht von einem „Umsteigen“ gesprochen werden, da dies mit Verschlüsselung und Signatur mit allen Kommunikationspartnern wenig zu tun hat. Seppmail ist soeben dabei einen De-Mail-Konnektor zu implementieren, um den De-Mail-Service als zusätzlichen Kanal neben S/Mime, OpenPGP und unserer patentierten Gina-Technologie zu implementieren. 

ITM: Stichwort Sicherheit: Die Nationale Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit e.V. bezeichnet die De-Mail beispielsweise als „offenes Scheunentor“ für Geheimdienste. Grund dafür sei das „fundamental unsichere Verschlüsselungskonzept“. Wie schätzen Sie diese Kritik ein? 

Bäckert: Soweit wir wissen ist bei De-Mail der Übermittlungskanal verschlüsselt, nicht die Botschaft an sich.


ITM: Fakt ist, dass die De-Mail nicht über eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verfügt. Wie sieht dies bei Ihren E-Mail-Services aus?

Bäckert: Korrekt. Unsere Lösung vertraut dem Unternehmensnetzwerk des Seppmail-Betreibers. Sobald aber die als vertraulich gekennzeichnete E-Mail das Unternehmen verlässt, wird diese verschlüsselt. Egal über welchen Kanal diese dann weiterläuft, ob Internet, De-Mail oder E-Postbrief. Die Seppmail-Appliance sammelt aus dem Mailstrom gültige S/Mime-Zertifikate und setzt deren Public Keys im Falle einer Verschlüsselung zum jeweiligen Empfänger ein. Sollte der Empfänger gänzlich unbekannt sein und egal wo er auf dieser Welt sitzt, dann wird die Mail mit unserem Gina-Verfahren verschlüsselt und ausgeliefert. Der Empfänger benötigt zum Empfang und zur Entschlüsselung nur irgendeinen Mailclient, einen Browser und einen Internetzugang. Idealerweise wäre noch eine Mobiltelefonnummer, um dem neuen Empfänger ein Initialpasswort zu übermitteln. Wichtig ist, dass die vertrauliche E-Mail zu 100 Prozent verschlüsselt ausgeliefert wird und nirgendwo zur Abholung vorgehalten wird. Auch benötigt der Empfänger keinerlei „Trägertechnologie“ wie PDF-Reader und dergleichen und er kann über die Gina-Technologie auch gesichert antworten.

ITM: Stichwort Internationalität: Inwieweit kann De-Mail für den internationalen Dokumentenaustausch mit Kunden oder Lieferanten genutzt werden? Inwieweit kann Seppmail auch international zum Einsatz kommen?

Bäckert: Zu 100 Prozent, egal wo der jeweilige Empfänger auf der Welt sitzt. Ein deutsches Museum organisiert mehrmals jährlich Ausstellungen zu bestimmten Themen und Künstlern. Dazu werden Exponate aus anderen Museen oder Privatsammlungen aus der ganzen Welt organisiert. Dies geschieht einfacher Weise via E-Mail. Um die Vertraulichkeit der Empfänger und ihrer Werte zu wahren kommt unsere Technologie zum Einsatz. Dies ist ein gutes Beispiel für eine international agierende, aber kleine Unternehmung.

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