Die Cloud sollte am Ende eines Transformationsprozesses zur Vereinfachung der komplexen IT-Architektur führen
Im Mittelstand setzt sich zum einen die Erkenntnis durch, dass die bisherigen Netzwerk-, Connectivity- und Security-Modelle immer weniger zur neuen Arbeits- und Geschäftsrealität passen. Zum anderen steigt die Angst, im Wettbewerbsvergleich ins Hintertreffen zu gelangen, wenn die Produktionsumgebungen nicht digitalisiert werden. Zudem müssen sowohl die neue Arbeitswelt als auch die Digitalisierung effektiv gegen Angriffe abgesichert werden. Damit kommen neue Aufgaben auf die IT-Abteilung zu, die sich zur Bewältigung der Anforderungen ebenfalls wandeln muss: Der Administrator muss zum Business-Enabler werden. Die folgenden Punkte helfen laut Zscaler bei der Transformation einer Hardware-geprägten IT-Umgebung in Richtung „Cloud-Infrastruktur“:
Bewusstsein für die Dimension der Transformation: Eine Transformation muss ein strategisch geplanter Prozess sein, der alle Unternehmensbereiche einschließlich externer Partner und Zulieferer umfasst. Wer einzelne Anwendungen nach dem „Lift & Shift“-Modell in die Cloud verlagert, ohne das Gesamtkonstrukt der Connectivity und Sicherheit zu betrachten, wird nicht das volle Potenzial der Cloud ausschöpfen können. Es gilt, nicht nur Rechenzentren zu verschlanken, sondern auch „Hub & Spoke“-Netzwerkarchitekturen sowie die Sicherheitsinfrastruktur anzupassen.
Kontrollverlust vorbeugen – Vermittlung zwischen alt und neu: In einem ersten Schritt muss zwischen alter und neuer IT-Welt vermittelt werden. Solange Hardware-Infrastruktur administriert werden kann, beispielsweise Firewalls, Proxy- oder VPN-Infrastruktur, muss der Administrator nicht um seine Auslastung bangen. Wandert diese Funktionalität jedoch in die Cloud, so befürchtet der Administrator Kontrollverlust. Eine Transformation muss dementsprechend bei den Mitarbeitern ansetzen und die Zielsetzung vermitteln und damit einhergehend eine Umgestaltung der Aufgaben. Im Bereich der IT-Sicherheit verlagert sich der Aufgabenbereich beispielsweise weg vom Patchen und Updates von Hardware in Richtung „Risikominimierung“ durch einen Cloud-basierten Sicherheitsansatz, bei dem Zugriffsberechtigungen zu definieren sind. Bei einem Security-Service-Edge-Framework (SSE) mit integrierter Sicherheitsfunktionalität in einer Plattform sind Richtlinien für die Zugriffsrechte und die Kontrollfunktion zu erstellen, mit denen die Datenströme von Anwendern zu Applikation, von Workloads oder von externen Partnern überwacht werden. Die Transformation der IT-Strukturen hin zu einer Cloud-basierten Architektur geht nicht mit dem Verlust der Kompetenz einher. Vielmehr rückt die Neudefinition der Aufgabenbereiche in den Mittelpunkt.
Vorstellung der zukünftigen Infrastruktur darf kein Wunschtraum bleiben: Gerade zu Beginn des Transformationsprozesses ist es notwendig, eine Bestands- und Ist-Analyse der Infrastruktur durchzuführen, um darauf das Konzept des zukünftigen Cloud-Ökosystems strategisch aufzubauen. Nicht nur vorhandene Systeme und Hardware müssen dabei einbezogen werden, sondern auch die intern vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen. Handelt es sich um ein mittelständisches Unternehmen, das seine vorhandene Infrastruktur mit einem sehr kleinen Team betreut, das nun auch für die Migration verantwortlich sein soll? Dann kann es ratsam sein, externe Consulting- und Transformationsressourcen einzubinden. Nach der Erfassung und Analyse des Ist-Zustands der Infrastruktur erfolgt die Erstellung des Zielbildes. Dabei ist es notwendig, Meilensteine zu definieren. Das sind beispielsweise die Komplexitätsreduktion der Infrastruktur, ein Konnektivitätsmodell mit direkter Internet-Anbindung, das erforderliche Sicherheitsniveau, der Administrations- und Implementierungsaufwand, die Anwenderfreundlichkeit und der Kostenrahmen. Kriterien zur Erfolgsmessung begleiten die gewünschte Zielarchitektur.
Transformation erfordert Kommunikation auf allen Ebenen: Mit dem Ziel vor Augen lässt sich mittels Kommunikation ein Mindset-Change auf allen Ebenen anstoßen. Nicht nur die Entscheidungsträger an der Firmenspitze müssen an Bord geholt werden, sondern auch frühzeitig alle involvierten Abteilungen. Die Mitarbeiter müssen das Ziel kennen, damit keine Unsicherheiten entstehen.
Moderne Arbeitsumgebungen als Garant für Zufriedenheit: In einem Unternehmen möchte der Mitarbeiter in modernen und mobilen Strukturen sicher arbeiten. Er erwartet reibungslosen Zugriff auf alle Applikationen, und zwar unabhängig davon, wo diese vorhanden sind und von wo aus er arbeitet. Entscheidend für ihn ist, dass er keinen, ihn an seiner Produktivität hindernden Bruch zwischen der Arbeitsumgebung im Büro, im Homeoffice oder unterwegs bemerkt. Ein Umweg über eine zentrale Sicherheitsinfrastruktur am Netzwerkperimeter, wenn der Anwender auf Anwendungen in der Cloud zugreift, sorgt für Latenz und damit für Unmut. Besteht auf Anwenderseite keine Akzeptanz für die Sicherheitslösung, kann das zu gefährlichen Sicherheitslücken führen, bei denen die Mitarbeiter die Sicherheit umgehen.
Am Ende eines Transformationsprozesses sollte die Cloud zu einer Vereinfachung der historisch gewachsenen, komplexen Architektur führen. Den Fokus auf die unternehmerische Kernkompetenz muss auch die IT-Abteilung mittragen: Weg von der reinen Verwaltung der Infrastruktur hin zur wertschöpfenden Gestaltung neuer Prozesse und Abläufe. Hier muss der Schalter umgelegt und Abstand von der reinen Hardware-Verwaltung genommen werden, bevor ein Cloud-basiertes Geschäftsmodell steht.
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