Desktops, Notebooks und Monitore

Sparen mit Gebrauchtgeräten

Desktops, Notebooks und Monitore werden am häufigsten auf dem Gebrauchtmarkt angeboten und sind dabei deutlich preiswerter als Neugeräte, berichtet Hartmut Lehmann, Field Marketing Manager bei Dell.

Hartmut Lehmann, Dell

Hartmut Lehmann, Field Marketing Manager, Technical Regulation and Environmental Affairs bei Dell

ITM: Herr Lehmann, Stichwort Lebenszyklus-Management: Nach wie vielen Jahren sollten wichtige Komponenten im Rechenzentren wie Server, Storage, Racks, USVs oder Klimaanlagen möglichst ausgetauscht werden?
Hartmut Lehmann:
Wir gehen davon aus, dass die Produkte in der Regel einen Lebenszyklus von drei bis fünf Jahren haben, und dann liegt es am Anwender, über die weitere Einsatzzeit des Produkts zu entscheiden. Sie ist u.a. von den jeweiligen geschäftlichen Anforderungen, einschließlich der zu implementierenden Software, von Cyber-Security oder auch von der Verfügbarkeit möglicherweise erforderlicher Updates und Gerätetreiber abhängig.

ITM: In welchen Abständen sollte man die Arbeitsplatzumgebung (PCs, Drucker, Multifunktionsgeräte, mobile Devices) erneuern?
Lehmann:
In den meisten Fällen wird ein Business-System drei bis vier Jahre genutzt. Bei älteren Systemen nimmt die Flexibilität, zum Beispiel bezüglich neuer Applikationen, Security und anderer geschäftsbedingter Verbesserungen, ab und es ist – je nach Einsatzgebiet – davon auszugehen,  dass die Produkte dann langsamer sind als neuere. Es ist dann die Entscheidung des Unternehmens, abhängig vom Nutzungsgrad oder neuen Geschäftsanforderungen, diesen Zeitpunkt zu bestimmen.

ITM: Welches sind Ihrer Ansicht nach für Unternehmen die entscheidenden Kriterien für den Kauf gebrauchter oder recycelter Hardware?
Lehmann:
Es gibt sicherlich mehrere relevante Auslöser für den Kauf von nicht neuer Hardware – beispielsweise die Kostenreduzierung, da diese Produkte natürlich preiswerter sind als Neugeräte; ein weitere Aspekt ist aber auch der Schutz der Umwelt durch die erneute Nutzung.

ITM: Welche „Hardware aus zweiter Hand“ fragen die Anwenderunternehmen derzeit am häufigsten nach? Und warum ist das so?
Lehmann:
Es sind meistens Desktops, Notebooks und Monitore, da diese eher Mainstream sind und von jedermann eingesetzt werden können. Hingegen ist es schwieriger und aufwendiger Enterprise-Produkte wiederzuverwenden, da sie benutzerdefiniert zusammengestellt wurden. Das macht es schwieriger, sie ohne Anpassungen erneut zu nutzen.

ITM: Was sollten Anwenderunternehmen beim Kauf von gebrauchter Hardware auf jeden Fall beachten? Gibt es bekannte „Schwachstellen“ von gebrauchter Hardware?
Lehmann:
Die verwendete Hardware sollte die aktuellen und auch zukünftigen Anforderungen hinsichtlich Software und Security in der vorgesehenen Umgebung erfüllen. Typische Schwachstellen gibt es nach meiner Kenntnis nicht.

ITM: Wie sieht die Garantieleistung bzw. der Support oder die Wartung für gebrauchte Geräte in der Regel aus?
Lehmann:
Viele Anbieter bieten Kunden erweiterte Serviceverträge an. Auch bei Dell können Kunden Serviceverlängerungen für ein
bestehendes System erwerben, die bis zu fünf Jahre für Client-Systeme und bis zu sieben Jahren für Enterprise-Systeme umfassen.

ITM: Auch der Lebenszyklus gebrauchter Hardware ist irgendwann abgelaufen. Worauf kommt es bei der Entsorgung der „Altlasten“ insbesondere unter Nachhaltigkeits- und Umweltaspekten an?
Lehmann:
Wichtig ist die Einbindung von kompetenten und zuverlässigen Partnern mit auditierten oder zertifizierten Prozessen für Recycling und Entsorgung. Wir auditieren unsere Partner, um sicherzustellen, dass sie die lokalen Gesetze befolgen und beispielsweise auch die Festplatten richtig löschen.

ITM: Stichwort Sicherheit: Wie kann man sichergehen, dass bei der Entsorgung von Hardware nicht irgendwo eine Festplatte mit sensiblen Firmendaten verlorengeht oder Daten nicht unwiederbringlich gelöscht werden?
Lehmann:
Wir bieten einen Support-Service für Anwender, die auf ihren Festplatten sensible, vertrauliche oder nicht ersetzbare Daten gespeichert haben, ihre defekten Standard- und SATA-Festplatten zu behalten, wenn sie infolge einer qualifizierten Reparatur eine Ersatzfestplatte erhalten. Eine andere Option ist, einen Service beim Wiederverkauf oder Recycling von Geräten zu nutzen. Dieser Service bietet eine bequeme und umweltfreundliche Möglichkeit, Computersysteme zu entsorgen. Dabei kann beispielsweise auch eine Vor-Ort-Datenlöschung vereinbart werden; das heißt, dass die Daten professionell gelöscht werden wobei die Datenträger dafür das Haus gar nicht verlassen müssen. Grundsätzlich aber sollten sensible Daten immer verschlüsselt werden, dann gibt es auch im Fall der Wiederverwertung keine Probleme. Auch dafür bieten wir verschiedene Optionen an.

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