All-Flash-Storage: Interview mit Herbert Bild, Netapp

Speicherlösung im RZ

Im Interview sagt Herbert Bild, Solution Marketing Manager der Netapp Deutschland GmbH, dass aus technologischer Sicht nichts dagegen spricht, dass sich ein mittelständisches Unternehmen eine All-Flash-Storage-Lösung ins Rechenzentrum stellt.

Herbert Bild, Netapp

„In den nächsten Jahren werden vermutlich mehr als 50 Prozent der Workloads in Rechenzentren durch Flash-Storage beschleunigt“, meint Herbert Bild, Solution Marketing Manager bei Netapp Deutschland.

ITM: Herr Bild, welche Vorteile bringen Flash-Speicher gegenüber herkömmlichen Festplatten mit sich?
Herbert Bild:
Der wichtigste Vorteil ist die wesentlich höhere Performance beim Lesen und Schreiben von Daten. Darüber hinaus haben SSDs einen geringeren Stromverbrauch und benötigen weniger Kühlung.

ITM: In welchen Punkten hinken die Flash-Speicher eher hinterher bzw. schwächeln ein wenig?
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Flash-Speicher sind den herkömmlichen Festplatten bei Geschwindigkeit und Energieeffizienz klar überlegen. Bei den ersten Generationen der Flash-Speicher gab es noch Diskussionen über die langfristige Haltbarkeit, da die Speicherchips nur eine limitierte Anzahl von Schreibzyklen erlauben. Die in modernen Storage-Systemen eingesetzte Software ist heute darauf ausgelegt, die Eigenschaften von Flash optimal auszunutzen. Aus unserer Sicht eignet sich Flash heute ideal für den Einsatz in unternehmenskritischen IT-Infrastrukturen.

ITM: In welchen Fällen lohnt sich der Einsatz von Flash-Storage in den Servern/Rechenzentren bei mittelständischen Unternehmen?
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Die Mischung aus Flash und herkömmlichen Festplatten gehört in vielen Rechenzentren heute bereits zum Alltag. Eine hybride Lösung steigert die Performance für viele Workloads ganz erheblich und bietet zudem das beste Preis-/Leistungsverhältnis. Wer auf eine All-Flash-Lösung setzen möchte, sollte zunächst seine Workloads genau analysieren und schauen, ob der Zeitgewinn durch Flash beispielsweise zu beschleunigten Geschäftsprozessen führt. Von dort aus kann eine Berechnung zu neuen Umsatzpotentialen oder zu einer gesteigerten Kundenzufriedenheit durch schnellere Antwortzeiten dabei helfen, die Investitionskosten zu rechtfertigen.

ITM: Welche Daten sollten auf einem Flash-Storage gespeichert werden, welche nicht?
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Die im Vergleich zu Festplatten beschleunigten Zugriffszeiten machen Flash für alle Daten interessant, die im schnellen Zugriff vorgehalten werden müssen. Dies können beispielsweise Datenbanken oder VDI-Workloads aus virtualisierten Umgebungen sein. Office-Dokumente oder gar Backup-Daten gehören nicht auf SSD-basierten Storage, da hier die kostengünstigeren Festplatten ausreichende Performance liefern.

ITM: Worauf sollten Unternehmen bei der Auswahl von Storage-Anbietern und entsprechenden Flash-Speichern achten?
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Für Unternehmen ist es wichtig, auf das Gesamtpaket der Flash-Lösung zu achten. Die zu erreichenden Performancespitzen sind nicht das primäre Investitionskriterium, vielmehr ist die Mischung aus Technologie, Effizienz im täglichen Betrieb, Support des Anbieters und Integrationsfähigkeit zu beachten. Der Aufbau von separaten Flash-Silos zur Unterstützung ganz spezieller Workloads ist heute nicht mehr notwendig. Die modernen Systeme sind als Allround-Lösung vielfältig einsetzbar. Darüber hinaus ist eine Flash-Tier-Ergänzung bestehender Systeme in vielen Fällen sehr sinnvoll. Hierbei lassen sich bestehende Systemlandschaften, Betriebsprozesse sowie das Datenmanagement beibehalten. Da sich im Flash-Segment auch viele neue Anbieter tummeln, sollten Unternehmen versuchen abzuschätzen, ob eine mittel- und langfristige Verfügbarkeit der Produkte sowie des Hersteller-Supports gegeben sind.

ITM: Wie gestaltet sich die Integration der Flash-Speicher in die IT-Landschaft eines Unternehmens? Mit welchen Herausforderungen ist zu rechnen? Was sind häufige Stolpersteine?
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Wie einfach die Integration von Flash in eine bestehende IT-Landschaft möglich ist, zeigen wir mit der Daten-Management-Plattform Clustered Data Ontap. Mit dieser Plattform integrieren IT-Abteilungen im laufenden Betrieb hybride oder All-Flash-Systeme. Die Unternehmensapplikationen können anschließend sofort und ohne Ausfallzeiten die neuen Storage Systeme nutzen. Das Plus an Performance wird dadurch auch umgehend für die Anwender sichtbar.

ITM: Ist es für Mittelständler sinnvoll, ausschließlich auf Flash-Storage zu setzen? Oder wäre das problematisch?
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Aus technologischer Sicht spricht nichts dagegen, dass sich ein mittelständisches Unternehmen eine All-Flash-Storage-Lösung ins Rechenzentrum stellt. Wichtig ist, sich die Frage zu stellen, welcher Workload tatsächlich eine bestimmte Storage-Leistung verlangt. Letztlich läuft es auf eine Wirtschaftlichkeitsrechnung hinaus. Für die meisten Mittelständler dürfte eine hybride Lösung mit Flash und Festplatten die wirtschaftlich sinnvollste Variante sein.

ITM: Welche Zukunft sagen Sie der Flash-Technologie voraus?
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In den nächsten Jahren werden vermutlich mehr als 50 Prozent der Workloads in Rechenzentren durch Flash-Storage beschleunigt. Die Entwicklung ist unserer Meinung nach vergleichbar mit den Tapes, die von Festplatten mehr und mehr aus dem Backup-Szenario in den Archivbereich verdrängt werden. Flash drängt die Festplatte aus dem Primär-Storage. Bei extrem hohen Kapazitäten und Backup-Szenarien werden sich Festplatten noch eine Zeit halten. Verschwinden wird die alte Festplatte daher so schnell nicht.

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