Um ein Atrium im Kern des 47,5 Meter hohen Gebäudes winden sich zwei schräge Ebenen über insgesamt neun Etagen.
Von Anfang an ist es ein wohliges Eintauchen in die rasante und immer effizienter werdende Entwicklung der Fahrzeugpalette des Weltkonzerns. Hier trifft Vergangenheit mit den heute leicht schmunzelnd betrachtenden ersten Fahrversuchen auf modernste Autos und spannende Zukunftsszenarien. Im Stuttgarter Mercedes-Benz Museum sorgen eine aufsehenerregende Architektur, wechselnde Ausstellungen, Multimedia und komplexe Lichttechnik für eine Reise durch die Firmen- und Automobilgeschichte. Die Steuerung der wechselnden Lichtszenarien in den Ausstellungen erfolgt durch die Gebäudemanagement-Software B-Con des Unternehmens Iconag aus Idar-Oberstein.
Direkt vor dem Haupttor des Werks in Untertürkheim liegt dieses futuristisch wirkende Gebäude, welches auf den ersten Blick nicht ein Museum vermuten lässt. Und doch lässt Mercedes-Benz hier die über 130-jährige Geschichte des Automobils und damit auch die eigene Unternehmensgeschichte lebendig werden. Auf insgesamt 16.500 m² Ausstellungsfläche finden sich dort 1.500 Exponate, die eindrucksvoll Ingenieurs- und Forschungsgeschichte beschreiben. 160 Fahrzeuge, vom ersten dreirädrigen, gasbetriebenen Benz-Patentmotorwagen aus dem Jahr 1886 über Nutzfahrzeuge, Sportwagen und Limousinen bis hin zu Forschungsfahrzeugen, sind das Herzstück der chronologisch und thematisch präsentierten Sammlung, zu der auch Fahrzeuge berühmter Besitzer und natürlich die legendären Mercedes-Silberpfeile gehören. Eine faszinierende Präsentation eingebettet in einen ungewöhnlichen Baukörper, den der Amsterdamer Architekten Ben van Berkel entworfen hat.
Um ein Atrium im Kern des 47,5 Meter hohen Gebäudes winden sich, angelehnt an die Form einer DNA-Doppelhelix, zwei schräge Ebenen über insgesamt neun Etagen von oben nach unten zum Ausgang. Über die dadurch entstehenden zwei Rundgänge Mythos und Collection werden Besucher in weiten Kurven zeitübergreifend durch die umfangreiche Sammlung geführt. Dabei können die Besucher jederzeit zwischen den verschiedenen Rundgängen wechseln.
Nicht nur das Gebäude selbst, auch die aufwendige Art der Präsentation mit wechselnden Ausstellungen und Sonderschauen, changierenden Lichtszenarien und Multimediapräsentationen stellen hohe Anforderung an die Steuerung der Gebäudetechnik und erfordern spezielle und individuelle Lösungen, die weit über den Standard hinausgehen. Für die Erneuerung und Modernisierung der seit der Eröffnung im Jahr 2006 veralteten Beleuchtungssteuerung entwickelte das Unternehmen Sys.tec. Gebäudeautomation GmbH & Co. KG auf Basis der B-Con Building Management Software in Verbindung mit Steuerungen von Wago eine individuell auf die Anforderungen des Museums zugeschnittene Lösung.
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Eine Kernaufgabe und gleichzeitig besondere Herausforderung des Systems war das Szenariomanagement. Dieses ermöglicht es über mobile Tablets, die Ausstellungsstücke vor Ort optimal auszuleuchten und in Szene zu setzen – auch dezentral während laufender Präsentationen und Events. Die Grundlage für die Realisierung dieser Vorgabe war eine komplette Neuprogrammierung der Beleuchtungssteuerung mit Erweiterungen und Verbesserungen auf Basis des Wago-Systems.
Dank der speziell entwickelten dezentralen Bedieneinheit kann über Windows-Tablets jedes Element der Beleuchtungs- und Präsentationstechnik vor Ort am Ausstellungsobjekt angesteuert und das Ergebnis als Szenario in der Wago-Steuerung abgespeichert werden. Auf diese Weise kann sowohl die gesamte Museumsbeleuchtung mit insgesamt 12.400 Leuchten und den verschiedenen Beleuchtungsszenarien in den Ausstellungsbereichen als auch alle Bildschirme, Mediensteckdosen, Medienplayer, Apple-TV und die Beamer an den Aufzügen in die Präsentationsszenarien eingebunden werden. Der sogenannte Brand Space dient der optimalen Präsentation der verschiedenen Konzernmarken. Während laufender Events kann, neben der Einstellung der Farb- und Beleuchtungsszenen auch eine LED-Wand samt der kompletten Medientechnik wie Film- und Soundelemente in das mobile Szenariomanagement einbezogen werden.
Um eine stabile Funktion der Szenensteuerung zu gewährleisten, mussten alle alten Steuerungen gegen die neue Wago-Steuerung ausgetauscht und die zahlreichen neu hinzugekommenen Schnittstellen in das System integriert werden. Dabei durfte der Betrieb des Museums durch die Arbeiten nicht beeinträchtigt werden. So erfolgte der Umbau aller Schaltschränke während des laufenden Betriebs und auch nachts, sodass insgesamt nur ein einziger Ruhetag im Museum erforderlich war.
Branche: Kultur
Eröffnung: 2006
Sitz: Stuttgart
Bildquelle: Daimler AG