Essmann´s Backstube setzt auf Stratus

Systemausfälle backen keine Brötchen

In der Handwerksbäckerei Essmann's Backstube sind die Produktionsabläufe automatisiert, die Server müssen daher rund um die Uhr verfügbar sein. Mit einer neuen Lösung konnte das Unternehmen seine Server virtualisieren und die Produktion ausfallsicher machen.

Herstellung von Feingebäck bei Essmann's Backstube

In der Handwerksbäckerei Essmann im westfälischen Altenberge bei Münster werden die Backwaren komplett im eigenen Haus hergestellt; pro Tag etwa 4.300 Brote und rund 80.000 Brötchen. Um diese Mengen in der gewünschten Vielfalt herstellen zu können, hat das Unternehmen vor einigen Jahren eine durchgängige Prozesskette implementiert, die von den Verkaufsstellen bis in die Produktion reicht. An den Kassen werden die Abverkäufe erfasst, anschließend an das Warenwirtschaftssystem weitergeleitet und von hier dem Backleitsystem für die Zusammenstellung der Produktion des nächsten Tages übergeben. Im Leitsystem sind Rezepturen für alle Produkte hinterlegt, das System errechnet daraus – und aus dem Bedarf – die Mengen der Zutaten, die über einen Mischcomputer direkt an die Bäckereigeräte weitergeleitet werden.

Automatisierung setzt Verfügbarkeit voraus

Die Produktion läuft 24 Stunden am Tag, aber sie läuft nur, wenn auch die IT-Systeme arbeiten. „Je stärker der Prozess automatisiert ist und je enger die Prozessschritte miteinander verzahnt werden, desto gravierender wirken sich Störungen aus", erklärt Jörg Beineke, IT-Leiter der Essmann's Backstube GmbH in Altenberge. Neben ungeplanten Störungen müssen auch planmäßige Stillstandzeiten zur Systemwartung berücksichtigt werden. Die Vorsorge gegen Serverausfälle sah anfangs die Bereitstellung von Ersatzcomputern vor. Diese Methode hat jedoch erhebliche Nachteile: Es erfordert etliche Zeit und einigen Arbeitsaufwand, bis ein Ersatzserver arbeitsfähig ist und die BackupDaten aufgespielt sind.

Eine Besonderheit der Anwendungslandschaft bei Essmann ist, dass jede größere Applikation, beispielsweise Warenwirtschaft, Backleitsystem, Lohnabrechnung, Zeiterfassung oder Kassenverwaltung, einen eigenen Server benötigt. Die Systeme sind zwar integriert und tauschen untereinander Daten aus, jedoch benötigen sie zum Teil eigene Datenbanken, die sich nicht parallel auf ein und demselben Server betreiben lassen. Durch die wachsende Zahl solcher Server und die dadurch immer aufwändigere Administration wurde schließlich eine Konsolidierung durch Virtualisierung der Server unerlässlich.

Virtualisierung plus Ausfallsicherheit

Die Notwendigkeit, hohe Verfügbarkeit und Virtualisierung zu realisieren, führte beim mittelständischen Unternehmen zu einer grundlegenden Neuausrichtung der Serverarchitektur. 2011 wurden bis auf das Warenwirtschaftssystem alle vorhandenen Anwendungsserver mit Stratus Avance auf zwei physische x86-Server von Wortmann virtualisiert und zugleich ausfallsicher gemacht. Die neue Softwarelösung verbindet diese beiden Server und synchronisiert sie im laufenden Betrieb. Dabei werden über 150 Systemparameter ständig analysiert; mit Hilfe einer Fehlermusterdatenbank erkennt die Software sich abzeichnende Störungen rechtzeitig und kann reagieren, noch ehe sich der Fehler auswirkt. Außerdem kann sie im Falle einer bevorstehenden Störung eines der beiden Server beispielsweise mit einer Live-Migration alle virtuellen Maschinen auf den anderen, nicht beeinträchtigten Server durchführen, der den Betrieb dann fortsetzen kann. Sobald die Störung behoben ist, etwa durch einen Plattenaustausch, bringen sich die beiden Systeme automatisch wieder auf den gleichen Stand und setzen ihren Synchronbetrieb fort.

Die neue Software stellt die Verfügbarkeit automatisch, ohne administrative Eingriffe bereit, denn niemand muss im Störungsfall Server oder Datenbanken herunter- oder hochfahren. Das ist insbesondere für Unternehmen wichtig, die wie Essmann nur über ein kleines IT-Team verfügen. Die Verfügbarkeit lässt sich bei der mittelständischen Handwerkbäckerei auf diese Weise auch in den nächtlichen Produktionsstunden aufrechterhalten, ohne dass dafür eine 24-stündige IT-Bereitschaft eingerichtet werden müsste.

Keine Betriebsunterbrechungen nötig

Auch Systemerweiterungen lassen sich ohne Betriebsunterbrechungen vornehmen. „Wir fahren einen Server kontrolliert herunter, während der Betrieb auf dem anderen weiterläuft, ohne dass die Nutzer etwas von der Servicemaßnahme merken", erläutert Jörg Beineke. Die neue Platte wird eingesetzt, der Server hochgefahren und die virtuellen Maschinen werden vom anderen Server geholt; dann wird dort die neue Platte eingebaut.

Natürlich hat Essmann auch Alternativen zu geprüft. Technisch vergleichbare Alternativen, etwa auf Basis von VMware, hätten allerdings erheblich höhere Kosten verursacht, nicht zuletzt, weil als Storage-System dabei ein separates SAN notwendig gewesen wäre. Bei Avance können hier die Festplatten der Server genutzt werden. Für ein alternatives System hätte man die doppelte bis dreifache Investitionssumme aufbringen müssen. Außerdem wäre dabei eine vielfach aufwändigere Administration erforderlich.

Die bei Essmann realisierte Lösung ist in das Servicekonzept des Anbieters eingebunden. Die von der neuen Software automatisch aufgenommenen Fehlermeldungen werden sowohl an den Hersteller, als auch an das betreuende Systemhaus CSG in Münster, das auch die Implementierung vorgenommen hat, weitergeleitet. Dadurch können Servicemaßnahmen wie der Versand von Austauschteilen sofort eingeleitet werden – üblicherweise treffen die Teile beim Anwender ein noch ehe dieser den Störfall selbst registriert hat.

Zusätzliche Sicherheit gegen extern verursachte Störungen gewinnt der Mittelständler durch eine Split-Site-Installation: Die beiden physischen Avance-Server sind in unterschiedlichen Betriebsgebäuden untergebracht, so dass beispielsweise auch nach einem Brand nicht nur Backup-Daten sondern auch ein betriebsbereiter Server zur Verfügung steht, der den Serverbetrieb nahtlos fortsetzen kann. Die Produktion von Brot und Brötchen ist bei Essmann also nicht nur in fachlicher sondern auch in IT-technischer Hinsicht in sicheren Händen.



Essmann's Backstube

  • Branche: Nahrungsmittelproduktion
  • Gründung: 1845
  • Unternehmenssitz: Altenberge bei Münster
  • Mitarbeiter: rund 580
  • Filialen: 58 Filialen im Münsterland
  • Sonstiges: Der mittelständische Familienbetrieb produziert und verkauft pro Tag etwa 4.300 Brote und rund 80.000 Brötchen.

www.essmanns-backstube.de

www.de.stratus.com

Bildquelle: © Essmann´s Backtsube

©2026Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok