Die IT-Verantwortlichen des Sondermaschinenbauers Achenbach Buschhütten wollten nicht länger auf die zahlreich hinzugekommenen Prozessoptimierungen des weiterentwickelten ERP-Standards verzichten.
Für die Nutzung und Bedienung der Testautomation sind keine Programmierkenntnisse erforderlich
Dem Sondermaschinenbauer Achenbach Buschhütten gelang es vor Kurzem in enger Zusammenarbeit mit dem Anbieter, ein Release-Update von ams.erp über mehrere Versionsstände hinweg an nur einem Tag zu bewältigen. Die erfolgreiche Aktualisierung und der Produktivstart waren das Ergebnis einer minutiösen Vorbereitung mit klar definiertem Ziel: Die IT-Verantwortlichen des Siegerländer Unternehmens wollten nicht länger auf die zahlreich hinzugekommenen Prozessoptimierungen des weiterentwickelten ERP-Standards verzichten. Auch die nahtlose Anbindung von Drittsoftware sollte wieder unkompliziert möglich sein. Für das Ausschöpfen der vollen Funktionalität und Integrationsfähigkeit von ERP-Systemen empfiehlt sich generell die Durchführung von Versions-Updates in kürzeren Abständen. Dadurch alleine sinkt der Projektaufwand bereits. Erhebliche Unterstützung bieten zudem die immer umfangreicheren Möglichkeiten der Testautomation, die bei dem Unternehmen bereits zum Einsatz kam.
Um den hohen Anforderungen der Kunden und Anwender an die Qualität des ERP-Systems gerecht zu werden, ist es erforderlich, die Software im Vorfeld von Release-Wechseln umfassend zu testen. Das Ziel besteht darin, die Anzahl der potenziell später auftretenden Fehler und Abweichungen auf ein Minimum zu reduzieren. Die Problematik bestand bislang jedoch in den meisten Fällen darin, dass rein manuell durchgeführte Testverfahren schon aus zeitlichen Gründen nicht ausreichend waren. An diesem Punkt schafft der Anbieter nun mit der eigenentwickelten Testautomation (ams.TA) Abhilfe, die allen Kunden künftig zur Verfügung steht. Das Tool ermöglicht die weitreichende Automatisierung der in den Unternehmen anfallenden Testfälle. Darüber hinaus eignet sich die Testautomation auch für umfassende Performancetests.
Automatisierte Tests verkürzen die Testdurchlaufzeiten, darüber hinaus sind die Ergebnisse schneller verfügbar. In Summe können deutlich mehr Testfälle in demselben Zeitraum durchgeführt werden. Dies wiederum erhöht den Testabdeckungsgrad und steigert letztlich die Gesamtqualität des ERP-Systems.
Das Tool basiert auf Microsoft Excel mit darunterliegendem VBA-Scripting, mit dem sich Tasten- und Mausklicks automatisiert nachbilden lassen. Über einen Recording-Prozess zeichnen die Kunden ihre ERP-Befehle auf, die danach in die Excel-Tabelle überführt werden und die Testautomationsplattform durchlaufen. Die Klicks, die die Anwender im ERP-System tätigen, werden im Rahmen der Testautomation 1:1 simuliert. Auf diese Weise können sowohl wiederkehrende und standardisierte als auch kundenspezifische Prozesse, die bei Release-Updates regelmäßig zu prüfen sind, im Vorhinein durchgetestet werden. Sobald die Prüfungen erfolgreich abgeschlossen sind, erhalten die Nutzer entsprechende Testprotokolle. Der personelle Aufwand für das wiederkehrende Einspielen von Updates und für die vorausgehenden Tests reduziert sich dank der Nutzung für die Kunden sowie auch für den Anbieter deutlich. Erste Nutzer sprechen im Vergleich zu den vorherigen manuellen Tests von einer fünffachen Zeitersparnis. Mit der hinzugewonnenen freien Kapazität können sich die verantwortlichen Key User auf die wirklich wichtigen und wertschöpfenden Testszenarien konzentrieren.
Gerade Neukunden ohne individuelle Software-Anpassungen können von einem software-gestützten Abnahmeprozess profitieren, der in Anlehnung an die vor der Implementierung erfolgte Geschäftsprozess-Modellierung (GPM) erstellt wurde. Im Zuge der kundenspezifischen GPM können die jeweiligen Testfälle angepasst werden. Die mit einem Versionswechsel verbundenen Personalressourcen können dadurch auf ein Minimum reduziert werden. Gleichzeitig steigt die Abnahmequalität durch die Kunden, weil die Testfälle reproduzierbar und vergleichbar sind – unabhängig davon, wer die Tests durchführt. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ergibt sich daraus, dass die Zusammenhänge rund um die Unternehmensprozesse visualisiert werden, wodurch sie einfacher für Schulungszwecke genutzt werden können.
Aufgrund der deutlichen Zeit- und Ressourcenreduzierung bei gleichzeitiger Qualitätssteigerung entscheiden sich inzwischen zunehmend auch solche Unternehmen für den Umstieg auf aktuelle Software-Versionen, die Release-Wechsel bislang für unnötig hielten oder den Aufwand scheuten. 2021 führten 125 ams-Anwender Release-Updates durch, was einer Steigerung von gut 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Bei den Service-Packs waren es im vergangenen Jahr 220 Auslieferungen gegenüber 182 im Jahr 2020 – beides Belege dafür, dass Release-Wechsel dank der Testautomation einfacher und sicherer geworden sind.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 9/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Die Automatisierung der Testfälle sorgt nicht nur für kürzere Durchlaufzeiten, sondern auch für eine umfassende Protokollierung und Dokumentation sowie die Möglichkeit der umfassenden Auswertung. Im Prozess selbst steigt die Motivation der Tester, weil manuelle „Endlosschleifen“ der Vergangenheit angehören. Die monotone Erstellung von Bestellanforderungen und der weiteren Bestellabwicklung übernimmt die Testautomation. Einem Bausteinprinzip folgend lassen sich unterschiedlichste Workflows in ams.erp hinterlegen. So lassen sind spezielle Funktionen wie das Kopieren von Angeboten und Aufträgen mit unterschiedlichen Stammdaten schnell und sicher testen. Für die Nutzung und Bedienung der Testautomation sind keine Programmierkenntnisse erforderlich. Die Bedienung ist unkompliziert, zusätzlich können die Nutzer auf eine Echtzeithilfe zurückgreifen. Die Steuerung von ams.erp erfolgt direkt mit Testdaten aus Microsoft Excel heraus.
Bildquelle: Achenbach Buschhütten