Europäischer Versandhandel

Umweltbewusstsein entwicklungsfähig

Im Vergleich der 30 beliebtesten Onlineshops Europas bieten nur zwei eine CO2-Kompensation für den Paketversand an.

Europäischer Versandhandel

Vor allem zum Jahresbeginn ist das Paketaufkommen wegen zahlreicher Retouren nach den Feiertagen hoch.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Nachhaltigkeitsanalyse des European Circular Bioeconomy Fund (ECBF). Der Risikokapitalgeber untersuchte die fünf umsatzstärksten Onlineshops der größten Volkswirtschaften Europas zudem hinsichtlich des Verpackungsmaterials, der Rücknahme gebrauchter Produkte und des Angebotes von Second-Hand-Waren.

Um den eigenen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, können Unternehmen ihren Kunden einen ökologischen Ausgleich für den Versand anbieten. Diese Möglichkeit wird aber nur äußerst selten genutzt: Lediglich die Versandhändler Otto und Zalando offerieren eine solche CO2-Kompensation. Somit sind die zwei deutschen Unternehmen im internationalen Vergleich die beiden einzigen, die Verbrauchern diese Möglichkeit bieten.

Auch bei der Verpackung können Unternehmen etwas für die Umwelt tun. Beim Versandmaterial setzen 18 der 30 beliebtesten Onlineshops in Europa dabei auf Papier oder Pappe. Ebenfalls 18 Unternehmen wählen Plastik als ihr Versandmaterial. Neun der beliebtesten Webshops in der EU nutzen gleichermaßen Papier bzw. Pappe sowie Plastik, um Produkte an Kundinnen und Kunden zu verschicken.

Nicht alles muss gleich entsorgt werden

Das Ergebnis der Untersuchung zeigt laut ECBF, dass die große Mehrheit der Unternehmen beim Onlineshopping bislang nur wenige Maßnahmen in puncto Nachhaltigkeit umsetzt. Das betrifft auch den Umgang mit gebrachten Waren. Zwar sind zumindest bei Elektrogeräten alle untersuchten EU-Unternehmen gesetzlich dazu verpflichtet, diese für ein sachgerechtes Recycling wieder zurückzunehmen. Unabhängig von Elektrogeräten nehmen aber nur Mercadona und Zalando alte Produkte, die von den Besitzern nicht mehr gebraucht werden, wieder zurück. Von den 30 größten Webshops bieten nur vier Plattformen Second-Hand-Produkte über die eigene Internetseite wieder an. Lediglich das französische Unternehmen Auchan vertreibt gebrauchte Produkte in zehn eigens für diesen Zweck geschaffenen Läden.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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