Retail Revolution

Verschmelzung zweier Welten

Der Anstieg des Offline-Shoppings könnte auf den ersten Blick als Nachteil für den E-Commerce erscheinen. Doch bei genauerer Betrachtung offenbaren sich jede Menge Chancen, diese beiden Welten effektiv miteinander zu verbinden.

Retail Revolution

Online überzeugen Auswahl und flexibles Einkaufen, im Geschäft der Kundenservice und das Einkaufserlebnis.

Nach pandemiebedingten Veränderungen sind Kunden wieder vermehrt in die Geschäfte zurückgekehrt – nicht nur wegen des Erlebnisses, sondern auch um das, was sie kaufen, direkt zu begutachten und sofort mitzunehmen, anstatt ewig auf die Lieferung zu warten. Laut der „Global Consumer Insights Survey“ von PwC wächst die Vorliebe der Konsumenten für ein nahtlos integriertes Einkaufserlebnis, das die Vorteile von Online- und Offline-Shopping kombiniert.

Die nahtlose Integration von mobilen Technologien in das stationäre Einkaufserlebnis ist ein Schlüsselelement der heutigen Einzelhandelslandschaft. Allein im Jahr 2023 werden Konsumenten auf Android-Geräten 50 Milliarden Stunden in Shopping-Apps verbracht haben, was einen Anstieg von 42 Prozent gegenüber dem Jahr 2020 darstellt. Mobile Apps werden immer mehr zu einem integralen Bestandteil des Einkaufserlebnisses, sowohl online als auch offline.

Digitale Brücke zum Kunden

Eine Studie von Data.ai hebt außerdem hervor, dass der Anstieg im mobilen Einkaufen hauptsächlich durch Unternehmen angetrieben wird, die den Fokus auf Mobile zur Priorität erklärt haben. Das zeigt sich nicht nur in der steigenden Nutzung von Shopping-Apps, sondern auch in der Art und Weise, wie Kunden ihre mobilen Geräte nutzen, um das physische Einkaufserlebnis zu verbessern. Beispielsweise können sie in Geschäften QR-Codes scannen, um weiterführende Produktinformationen zu erhalten oder Treuepunkte zu sammeln. Übrigens: Auch im B2B-Bereich zeigt sich, dass ein Omnichannel-Ansatz zu Wachstum führt. Je mehr Kanäle eine Verkaufsorganisation nutzt, desto größer sind die Gewinne an Marktanteilen. 

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 12/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

QR-Codes erleben einen Aufschwung als Vermittler zwischen Online- und Offline-Einkaufserlebnissen. 2022 haben 84 Prozent der mobilen Nutzer mindestens einmal einen QR-Code gescannt, 72 Prozent tun dies mindestens einmal im Monat und 32 Prozent scannen einmal pro Woche einen QR-Code. Für das restliche Jahr 2023 wird erwartet, dass die Nutzung von QR-Codes weltweit um 43,2 Prozent im Vergleich zu 2022 ansteigt. Unternehmen nutzen QR-Codes, um Produktinformationen zu teilen, direktes Feedback zu sammeln oder sogar Kunden in ihr Online-Ökosystem zu integrieren. QR-Codes sind nicht nur ein Werkzeug für den Einzelhandel, sondern ein wesentlicher Bestandteil einer umfassenden Omnichannel-Strategie – und steigern gleichzeitig die Markentreue der Kunden – eine wesentliche Herausforderung für den Einzelhandel in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten.

Vom E-Commerce zum physischen Laden

Die Evolution von reinen E-Commerce-Unternehmen hin zur Integration von physischen Geschäften ist ein wesentlicher Trend im Einzelhandel. Laut McKinsey ist Omnichannel-Shopping zum neuen Standard geworden, der es Konsumenten ermöglicht, nahtlos über verschiedene Verkaufskanäle – online, in physischen Geschäften oder im Großhandel – einzukaufen. Dieser Trend wurde durch die Covid-19-Pandemie verstärkt, die das Wachstum des E-Commerce beschleunigte, ohne jedoch das Ende für stationäre Geschäfte zu bedeuten.

Beispielhaft für diese Entwicklung ist die Fitnessmarke Gymshark, die ursprünglich nur online tätig war, bevor sie ihren ersten physischen Laden in der Londoner Regent Street eröffnete. Etablierte Einzelhändler wie Marks and Spencer investieren ebenfalls in Omnichannel-Strategien und nutzen Technologien wie Augmented Reality (AR), um das Einkaufserlebnis im Laden zu verbessern und gleichzeitig ihre Online-Präsenz zu unterstützen.

Die Zukunft des Einzelhandels liegt laut Marketing-Spezialist Appsflyer schlussendlich in der erfolgreichen Verschmelzung von Online- und Offline-Einkaufserlebnissen. Marken, die in der Lage sind, diese beiden Welten effektiv miteinander zu verbinden, bieten nicht nur eine verbesserte Customer Experience, sondern positionieren sich auch stark im Wettbewerb. Der Anstieg von In-App-Käufen und die Integration mobiler Technologien im stationären Handel unterstreichen die Bedeutung einer Omnichannel-Strategie. Zudem zeigt die Entwicklung von reinen E-Commerce-Marken hin zur Eröffnung physischer Geschäfte, dass der Einzelhandel nicht mehr nur in Online und Offline unterteilt werden kann. Vielmehr geht es darum, ein ganzheitliches Einkaufserlebnis zu schaffen, das die Stärken beider Welten nutzt.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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