Sichere Videokonferenzen

Vertraulichkeit der Kommunikation

Im Kommentar erklärt Valentin Boussin, Country Manager Deutschland des französischen Secure-Conferencing-Anbieters Tixeo, wie Unternehmen ihre Videokonferenzen sicherer gestalten können.

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    Valentin Boussin ist seit über 20 Jahren als Spezialist für technische und digitale Lösungen im deutschen Markt tätig. ((Bildquelle: Tixeo))

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    „Organisatoren von Online-Meetings sollten stets die volle Kontrolle über den Zugang behalten“, betont Boussin. ((Bildquelle: Getty Images/iStock/Getty Images Plus))

Allein 2022 entstand der deutschen Industrie laut Branchenverband Bitkom durch Industriespionage und Sabotage ein Gesamtschaden von 203 Mrd. Euro. Ein Teil dieses Schadens stammt aus Angriffen auf Videokonferenzen. Die Zahl der Angriffe nimmt bei Unternehmen jeder Größe zu. Auch ohne großen Aufwand und mit geringen Investitionen können Unternehmen die Sicherheit ihrer Videokonferenz-Setups einfach und auf sinnvolle Weise deutlich erhöhen.

Zugang und Rechte kontrollieren

Ein erster Schritt hin zu mehr Sicherheit ist, den Zugang zu Meetings strenger zu regeln. Organisatoren von Online-Meetings sollten stets die volle Kontrolle über den Zugang behalten. Unternehmen sollten auf Login-Links als Zugangsmöglichkeit verzichten, damit diese nicht an Unbefugte weitergegeben werden. Die sichere Alternative ist es, zur Teilnahme eine verschlüsselte und unumkehrbare Anmeldung sowie eine Passwortauthentifizierung zu verlangen

Des Weiteren sollten Unternehmen Plattformen nutzen, mit denen sie die Rechte der eingeladenen Teilnehmer einschränken können. Empfehlenswerte Anbieter räumen eingeladenen Teilnehmern nur minimale Rechte ein, statten dafür aber die Organisatoren der Meetings mit umfangreichen Rechten aus, die nur diese besitzen – wie etwa anderen Teilnehmern Freigaberechte zu erteilen oder Teilnehmer auszuschließen.

Hosting in einer europäischen Cloud

Eine der wirksamsten Maßnahmen zur Abwehr von Cyberangriffen ist die Verwendung einer echten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Entscheidend ist dabei, dass diese nicht nur von Client zum Server, sondern von Client zu Client erfolgt. Das vermeidet Einfallstore für Angreifer und gewährleistet einen optimalen Schutz der Kommunikationsströme. So werden bei unserer Lösung etwa Verschlüsselungsschlüssel mit der Konferenz erstellt und ausschließlich zwischen den Teilnehmern ausgetauscht. So hat niemand sonst Zugriff auf die Schlüssel und es ist unmöglich, den Kommunikationsstrom zu entschlüsseln.

Ebenfalls signifikanten Einfluss auf das Sicherheitsniveau von Online-Besprechungen hat die Auswahl der genutzten Cloud. Viele Plattformen bieten ihre Dienste über US-amerikanische Clouds, die dem in den USA geltenden Cloud Act unterliegen. Nach diesem können Anbieter gezwungen werden, Daten über Kommunikationsströme bereitzustellen. Damit ist die Vertraulichkeit der Kommunikation nicht garantiert, zudem können persönliche Daten von Teilnehmern weitergegeben werden. Unternehmen sind daher gut beraten, auf eine europäische Cloud zu achten. Europäische Anbieter sind DSGVO-konform und übermitteln niemals die persönlichen Daten der Nutzer in ein Drittland oder an eine andere Einrichtung.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Die eigenen Videokonferenzen robust gegen Cyberangriffe zu gestalten, ist kein Projekt für Nebenbei und sollte höher auf der Prioritätenliste stehen, als es häufig der Fall ist. Es bedarf einer umfassenden Recherche passender Anbieter und eine sorgfältige Implementierung. Unternehmen sollten so früh wie möglich beginnen, sich mit der Sicherheit ihrer Videokonferenzen zu beschäftigen. Sichere Unternehmenskommunikation ist nur dann möglich, wenn Unternehmen den Cyberangreifern aktiv voraus sind.

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