Ransomware-Krise

Vielen Verantwortlichen fehlt die Transparenz

Gigamon, Anbieter für Deep Observability, hat jüngst seine Umfrage zur Lage der Ransomware 2022 und darüber hinaus veröffentlicht. Der Bericht soll wertvolle Einblicke in die Bedrohungslandschaft und die zunehmende „Kultur der Schuldzuweisung“ in der Cybersicherheitsbranche liefern.

Ransomware

Deep Observability wird von Sicherheitsteams auf der ganzen Welt als entscheidend für eine erfolgreiche „Defense in Depth“-Strategie eingeschätzt.

Laut der weltweiten Umfrage unter IT- und Sicherheitsverantwortlichen in den USA sowie der EMEA- und APAC-Region hat fast ein Drittel der Unternehmen bereits einen Ransomware-Angriff erlebt, der von einem böswilligen Insider ausgeführt wurde – eine Bedrohung, die genauso häufig beobachtet wird wie versehentliche Insider (35 Prozent). Darüber hinaus glauben 59 Prozent der Unternehmen, dass Ransomware in den letzten drei Monaten zugenommen hat, wobei Phishing (58 Prozent), Malware/Computerviren (56 Prozent) und Cloud-Anwendungen (42 Prozent) als weitere häufige Bedrohungsfaktoren genannt werden.

Im Rahmen der Verschärfung der Ransomware-Krise nutzen böswillige Akteure wie die Lapsus$-Gruppe verärgerte Mitarbeiter aus, um sich Zugang zu Unternehmensnetzwerken zu verschaffen. 95 Prozent (und 99 Prozent der CISOs/CIOs) sehen böswillige Insider als erhebliches Risiko an. Erfreulicherweise verfügen 66 Prozent der Befragten über eine Strategie für den Umgang mit beiden Arten von Insider-Bedrohungen. Es wird jedoch auch deutlich, dass vielen Unternehmen die nötige Transparenz fehlt, um zu erkennen, welche Art von Insider-Bedrohung ihr Unternehmen gefährdet, was die Risikominimierung erheblich erschwert.

Die Kultur der Schuldzuweisung

Unternehmen verlassen sich zunehmend auf Observability-Tools, um ihre hybriden Cloud-Umgebungen auf Sicherheits- und Leistungsprobleme auf Anwendungsebene zu überwachen. Doch diese Tools bieten keinen Schutz, weil sie auf der Netzwerkebene der Infrastruktur keinen Einblick verschaffen. Um diese „blinden Flecken“ zu beseitigen, wenden sich Unternehmen zunehmend Deep-Observability-Lösungen zu, um fortschrittliche Sicherheitsforensik auf Netzwerkebene zu erhalten und laterale Bedrohungen zu erkennen. So können sie eine umfassende Verteidigung ihrer hybriden und Multi-Cloud-Umgebungen gewährleisten.

Eine weitere Erkenntnis der Umfrage: 88 Prozent der weltweit Befragten glauben, dass es in der Cybersicherheitsbranche eine „Schuldkultur“ gibt. 38 Prozent in den USA und 37 Prozent in Singapur sehen diese Tendenz als stark verbreitet an, mit dem Finger zu zeigen, wenn Sicherheitsverletzungen geschehen. Besorgniserregend ist, dass 94 Prozent derjenigen, die eine Schuldkultur erkennen, auch angaben, dass sie Hemmnis für eine sofortige Meldung eines Vorfalls sein kann. Um dieses Problem zu überwinden, fordern 42 Prozent der Unternehmen mehr Transparenz sowie eine branchenweite Zusammenarbeit (29 Prozent) und die Notwendigkeit, CIOs/CISOs „deep observability“ zu bieten (22 Prozent).

Ein neues Level: Deep Observability

Deep Observability kann definiert werden als die Nutzung von Intelligenz auf Netzwerkebene, um die Leistungsfähigkeit von metrischen, ereignis-, protokoll- und verfolgungsbasierten Überwachungs-Tools zu verstärken. Deep Observability ist nicht nur eine der von CIOs/CISOs gefragte Lösung, um die Kultur der Schuldzuweisung zu bekämpfen, sondern wurde von 66 Prozent der Befragten ebenso wie Zero Trust (66 Prozent) als Schlüssel zur Reduzierung des Risikos bösartiger Insider-Bedrohungen genannt.

Seit der Veröffentlichung des Gigamon-Berichts „Zero Trust 2020“ ist das Bewusstsein für die Komplexität von Zero Trust gewachsen. Viele Unternehmen besitzen kein Vertrauen mehr in die Umsetzung: 44 Prozent der Befragten aus EMEA-Ländern glauben, dass Zero Trust zu viel Kontrolle und Ressourcen erfordert (plus 21 Prozent). Umgekehrt wird Deep Observability inzwischen als zentral für die Cybersicherheit anerkannt, nicht nur für den Schutz vor Ransomware, sondern vor allem für den Schutz hybrider und Multi-Cloud-Infrastrukturen (89 Prozent der Befragten weltweit stimmen dem zu) und die Gewährleistung einer sicheren Cloud-Migration (82 Prozent der Befragten weltweit stimmen dem zu).

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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