Seit Mai 2018 gilt die Europäische Datenschutz-Grundverordnung verbindlich – doch noch immer herrschen Unsicherheiten bei deren Interpretation und Umsetzung.
Aufgrund der aktuellen Krisen mag sie vielleicht etwas in den Hintergrund gerückt sein, doch vergessen ist die EU-DSGVO natürlich nicht: Laut CMS haben die europäischen Datenschutzbehörden allein von März 2021 bis März 2022 insgesamt 505 Bußgelder verhängt, darunter die bisherige Rekordgeldbuße in Höhe von 746 Mio. Euro. In den drei Jahren zuvor sollen es „nur“ 526 Fälle gewesen sein. Grundsätzlich bilde die DSGVO den richtigen Ansatz für die Vollendung eines digitalen Binnenmarkts, findet Eco-Geschäftsführer Alexander Rabe. Doch dieser dürfe nicht durch widersprüchliche Kleinteiligkeit und überbordende Bürokratie erstickt werden.
Fakt ist: Die Datenschutz-Grundverordnung verpflichtet Unternehmen dazu, besser zu kontrollieren, wie sie Nutzerdaten sammeln, verarbeiten und speichern. Zugleich verlangt sie stärkere Sicherheitsmaßnahmen, um sämtliche sensiblen Daten vor möglichen Angriffen zu schützen. „Für den einzelnen Bürger bedeutet dies, wieder mehr Kontrolle darüber zu haben, was mit seinen personenbezogenen Daten passiert“, meint Joseph Carson, Chief Security Scientist und Advisory CISO beim Privileged-Access-Management-Spezialisten Delinea. Doch Cyberkriminelle hätten sich in den letzten Jahren natürlich nicht geschlagen gegeben, sondern vielmehr ihre Methoden und Techniken angepasst. Beispielsweise nutzten sie potenzielle DSGVO-Verstöße als Mittel, um Unternehmen zu horrenden Lösegeldzahlungen zu zwingen.
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Laut Laurent Strauss von Micro Focus bildet die EU-DSGVO nur einen gesetzlichen Rahmen, der immer wieder aktualisiert werde. „Um das Vertrauen ihrer Nutzer zu stärken, müssen Anbieter selbst aktiv werden und die Regularien voll ausschöpfen, um ein maximales Maß an Sicherheit zu bieten“, fordert der Chief Cybersecurity Strategist. Gerade in Krisenzeiten und Ausnahmesituationen dürfe der Datenschutz nicht zu kurz kommen – er diene als essenzieller Regulator und Schutzschirm der Bevölkerung, zu der jeder einzelne Mensch zähle.
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